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Fachschule boomt: sechs erste Klassen im ABZ Hagenberg

Mag. Claudia Greindl, 01.10.2025 10:11

HAGENBERG. „Ziemlich am Limit“ ist das Agrarbildungszentrum (ABZ) Hagenberg mit derzeit 370 Mädchen und Burschen in der dreijährigen Fachschulausbildung und 33 Abendschülern. Tips fragte Direktor Bernhard Pilz, warum die Schule speziell und die Landwirtschaft generell bei der Jugend einen Boom erlebt.

Direktor Bernhard Pilz (Foto: Greindl)
Direktor Bernhard Pilz (Foto: Greindl)

Seit September 2024 leitet der Schönauer das ABZ Hagenberg interimistisch, seit 1. Oktober, dem Pensionsantritt seines Vorgängers Franz Scheuwimmer, ist er offiziell Fachschuldirektor. 370 Schülerinnen und Schüler holen sich derzeit in der dreijährigen Fachschule ihr Rüstzeug für ihr weiteres Berufsleben. „146 davon besuchen die insgesamt sechs ersten Klassen“, berichtet Bernhard Pilz. Drei davon haben die Fachrichtung Landwirtschaft, zwei das ländliche Betriebs- und Haushaltsmanagement und eine wird als Mischform geführt, für die Unentschlossenen, die sich im Laufe des ersten Jahres für eine der Fachrichtungen entscheiden können.

Vielfalt mit viel Praxis

Den anhaltenden Zulauf, den das ABZ Hagenberg verzeichnet, führt der Direktor auf die Vielfalt der Ausbildung und auf den hohen Praxisanteil zurück. „Unsere Schüler können in vielen Bereichen Erfahrungen machen, hineinschnuppern und sich Fähigkeiten von der Urproduktion bis zu vielen gewerblichen Berufen aneignen.“ Drei Viertel der Schüler im Schwerpunkt Landwirtschaft haben bäuerlichen Familienhintergrund.

Image der Landwirtschaft gestiegen

Der Rest interessiert sich für das Berufsfeld, wie aus den Motivationsschreiben für die Bewerbung hervorgeht. Das Image der Landwirtschaft ist bei der Jugend generell stark gestiegen. „Wir bemerken bei unseren Schülern vor allem, dass die Wertigkeit der Lebensmittel gestiegen ist, dass es wieder mehr bedeutet, Nahrungsmittel selbst zu erzeugen und unabhängiger zu werden. Das sind nicht nur Themen, die die Eltern bewegen, sondern das interessiert auch die Jugend“, sagt Pilz.

Im Zweig Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement sei das Einzugsgebiet „ein bisschen städtischer. Speziell der Schwerpunkt Gesundheit und soziale Berufe ist sehr beliebt, auch weil wir hier viele Zusatzqualifikationen wie die Heimhilfe-Ausbildung oder jene zur pädagogische Assistenzkraft anbieten“, so der Schulleiter. Das ABZ als Ersatz für das neunte Schuljahr oder die Polytechnische Schule zu sehen ist nicht das Ziel. „Wir verzeichnen eine hohe Aufstiegsquote von rund 80 Prozent.“ Obwohl die Busverbindungen immer besser werden, erfreut sich auch das angeschlossene Internat großer Beliebtheit. Zusätzlich zu den 176 Betten wurden weitere 38 in einem Studentenheim angemietet.

Aus drei mach eins

Beliebt ist das ABZ Hagenberg nicht zuletzt deshalb, weil die Schule noch relativ neu und sehr gut ausgestattet ist. „Die Zusammenlegung der drei früheren Schulstandorte Freistadt, Kirchschlag und Katsdorf und die Team-Zusammenführung waren das Beste, was uns passieren konnte. Es hat richtig gut geklappt, vor allem deshalb, weil der Wille der drei Direktoren vorhanden war und es eigentlich eine ungünstige Konkurrenzsituation zwischen den drei Standorten gegeben hat“, ist Bernhard Pilz überzeugt.

Im Herbst 2017 startete der Schulbetrieb am Standort Hagenberg. Das pädagogische Team, Pilz war damals Abteilungsvorstand für Landwirtschaft, war gut in die Planung eingebunden worden. „Wir haben viele Schulen besichtigt und Wünsche deponieren können, viele davon sind umgesetzt worden“, so der Direktor.

Das Ergebnis sei eine hervorragende Schule mit Spitzenausstattung. Davon profitieren nicht nur die Fachschüler, sondern derzeit auch 33 Abendschüler auf ihrem Weg zum landwirtschaftlichen Facharbeiter die Warteliste für das nächste Schuljahr füllt sich bereits wieder. Alle zwei Jahre, nächstes Mal im Herbst 2026, wird ein Abendlehrgang für Forstwirtschaft angeboten.

Lehrer mit Praxisbezug

Großer Vorteil des pädagogischen Teams, das derzeit 65 Köpfe umfasst, ist der Praxisbezug. Pilz: „Sehr viele unserer Lehrkräfte kommen aus der Praxis, haben einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb oder sind Werkstättenmeister.“ Alle verfügen über eine pädagogische Ausbildung, die sie zum Teil berufsbegleitend erwerben. „Vier Lehrkräfte haben wir heuer in Pension verabschiedet, fünf neue aufgenommen, zum Glück haben wir genügend Bewerber“, kann sich der Schulleiter nicht über Personalmangel beklagen. Das Lehrerteam wird durch 28 Mitarbeiter in Küche, Verwaltung, Haustechnik und anderen Bereichen komplettiert. Trotz des Verwaltungsaufwands ist Bernhard Pilz noch als Pflanzenbau-Lehrer aktiv. „Alle Schüler kennenzulernen, geht sich nicht mehr aus, aber der Kontakt mit den Jugendlichen ist mir wichtig, den möchte ich nicht missen.“

Die Räumlichkeiten des ABZ Hagenberg werden auch gerne für externe Veranstaltungen, etwa jene des Ländlichen Fortbildungsinstituts oder landwirtschaftsnahen Betrieben wie Lagerhaus oder Maschinenring, genutzt.
Jedes Jahr lädt die Schule selbst zu „Köstlichkeiten für Leib und Seele (nächster Termin: 19. März 2026) und zu den Genuss-Momenten (nächster Termin: 19. April 2026) ein.
Weitere Informationen, auch für interessierte Jugendliche: www.abz-hagenberg.at

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