FP-Bezirkschef Peter Handlos im Interview zur „Ibiza-Affäre“: „Das ist kein Sittenbild für die gesamte FPÖ!“

Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 20.05.2019 10:32 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Tips bat FPÖ-Bezirksparteiobmann LAbg. Peter Handlos aus Tragwein nach dem innenpolitischen Erdbeben am vergangenen Wochenende – Stichwort „Ibiza-Affäre“ – zum Interview.

Tips: Als Sie von dem Video erfahren erhaben, was waren Ihre ersten Gedanken?

Peter Handlos: Eine Katastrophe.

Tips: Wie ist der Tenor bei den FP-Funktionären im Bezirk Freistadt? Sind sie Ihrer Meinung oder gibt es auch Personen, welche die FPÖ in der Opferrolle sehen?

Peter Handlos: Also die Opferrolle muss man relativieren. Was hier passiert ist, geht einfach nicht. Die handelnden Personen haben die Konsequenzen gezogen und sind zurückgetreten – und das war auch richtig so. Viele der FP-Funktionäre im Bezirk sagen, es ist ein Wahnsinn, dass gerade der Chef (gemeint ist Heinz-Christian Strache, Anm.) so einen Blödsinn macht. Diese Meinung teile ich. Gleichzeitig finde ich es falsch, aus diesen Verfehlungen zweier Personen ein Sittenbild für die gesamte FPÖ zu zeichnen.

Tips: Wie beurteilen Sie die Entscheidung für Neuwahlen?

Peter Handlos: Die sehr gute Arbeit einer Bundesregierung einem übertriebenen Machtbewusstsein zu opfern, finde ich nicht richtig. Ich halte Neuwahlen für unnötig und für einen großen politischen Fehler. Außerdem werden Neuwahlen eine Menge an Steuergeldern kosten. Nichtsdestotrotz wird sich die FPÖ für die Neuwahlen rüsten.

Tips: Wie groß ist der Schaden für Ihre Partei?

Peter Handlos: Es wäre unseriös, wenn ich als kleiner Bezirkspartei-Obmann hier eine große politische Einschätzung abgeben würde. Gut getan hat die Sache der Partei sicher nicht. Meiner Meinung nach hat die schwarz-blaue Bundesregierung eine gute Arbeit geleistet und auch in Oberösterreich funktioniert die schwarz-blaue Zusammenarbeit auf Landesebene sehr gut.

Tips: Die ÖVP weist darauf hin, dass Straches Aussagen in dem „Ibiza-Video“ unabhängig untersucht werden müssten und genau diese Unabhängigkeit mit dem damaligen FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl als Innenminister - Stichwort Befangenheit - nicht garantiert sei. 

Peter Handlos: Da sehe ich überhaupt keinen Widerspruch. Die Staatsanwaltschaft ist im Justizministerium angesiedelt.

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