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S10: Zwischen dem Drängen auf einen raschen Bau und ausreichend Schutzmaßnahmen

Mag. Susanne Überegger, 07.12.2020 07:20

FREISTADT. Während neben anderen die Initiative Pro S10 und Rainbachs Bürgermeister Günter Lorenz auf den raschen Weiterbau der Mühlviertler Schnellstraße drängen, fordert die Bürgerbewegung für Rainbach vor dem Baustart weitere, nachhaltige Schutzmaßnahmen für Mensch und Natur.

Der Weiterbau der S10 beschäftigt die Bürger der Gemeinde Rainbach schon seit vielen Jahren, hier ein Bild vom Trassenwandertag 2014, den die BBfR organisiert hat. Foto: Simon Gruber

Vier Tage lang wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) des S10-Abschnitts Freistadt Nord/Rainbach Nord per Videokonferenz verhandelt. Zahlreiche Einwände gegen die Trasse brachte der von der Bürgerbewegung für Rainbach (BBfR) sowie von einigen Privatpersonen engagierte Wiener Rechtsanwalt Wolfgang List mit dem Biologen Egon Zwicker ein, vor allem im Bereich Wildbiologie.

Bürgerbewegung ist nicht zufrieden

Während Bürgermeister Günter Lorenz sämtliche natur- und umweltschutzrechtliche Bedenken durch Ersatzmaßnahmen und Schutzbauten aus dem Weg geräumt sieht und den raschen Baustart fordert, ist die BBfR mit den Schutzmaßnahmen noch lange nicht zufrieden. Außerdem stößt es der BBfR sauer auf, als „Verhinderer“ der Trasse dargestellt zu werden.

„Sind keine Verhinderer“

„Erst im September haben wir im Gemeinderat eine Resolution zum raschen Weiterbau der Schnellstraße unterstützt. Die UVP-Verhandlung war unsere letzte Chance, die notwendigen Schutzmaßnahmen mit Hilfe von Rechtsanwalt List und Biologen Zwicker dort vorzubringen, fachlich zu rechtfertigen und einzufordern. Es ging in der Verhandlung stets um die Optimierung der Schutzmaßnahmen, niemals um ein Verhindern der Trasse“, stellt Klaus Reichinger von der BBfR klar.

„Mit einer Sparvariante für Rainbach geben wir uns nicht zufrieden“ 

„Wir wollen die Schutzmaßnahmen betreffend einfach nicht schlechter behandelt werden als die Anrainer im Süd-Abschnitt. Mit einer Sparvariante für Rainbach geben wir uns nicht zufrieden“, sagt Reichinger. 

Von Schmetterlingen und Fledermäusen

Kein Verständnis hat Bürgermeister Günter Lorenz für den Einspruch wegen der Fledermäuse und Schmetterlingsarten, die im Nahbereich der fixierten Trasse westlich von Rainbach vorkommen. „Es wird immer vom wichtigen Schutz der Fauna und Flora gesprochen, aber wer schützt uns Menschen?“, fragt sich Rainbachs Bürgermeister.

„Von wegen juristische Tricksereien“

„Uns wurde unterstellt, wir würden mit juristischen Tricksereien versuchen, die Straße zu verhindern oder den Bau zu verzögern. Die Schaffung von Ersatzlebensräumen für Schmetterlinge und Fledermäuse ist eine Auflage des UVP Sachverständigen Suske an die Projektwerberin, die Asfinag. Es handelt sich dabei um keine Forderung der BBfR“, unterstreicht Reichinger.


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