Altes Brauchtum: Im Salzkammergut sind die Glöckler unterwegs
SALZKAMMERGUT. In der letzten Rauhnacht, der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner, werden in vielen Orten des Salzkammergutes wieder die Glöcklerläufe stattfinden. Die Glöckler sind nach altem Brauch gute Lichtgeister, die durch ihr Licht die bösen Rauhnachtgeister und die Dunkelheit vertreiben.

Den Auftakt zu diesem althergebrachten Brauch machten bereits in den letzten Tagen die Passen in Sankt Wolfgang und in Abersee am Wolfgangsee. Heute vertreiben die Glöckler dann in Ebensee, Gmunden, Bad Ischl und anderen Salzkammergutorten (z.B. Altmünster und Traunkirchen) den Winter vertreiben.
Schwere Bürde mit langer Tradition
Die Glöckler sind weiß gekleidet, tragen am Rücken große Glocken und haben auf dem Kopf Kappen auf. Diese von innen mit Kerzen beleuchteten Kappen sind bis zu zweieinhalb Meter lang, eineinhalb Meter hoch und wiegen bis zu 15 Kilogramm. Die Kappen sind aus Holzgestellen in unterschiedlichen Formen gestaltet und mit schwarzem Tonpapier bespannt. In dieses Papier sind Muster, Ornamente und Verzierungen geschnitten oder gestanzt, die religiöse Darstellungen oder regionale Motive zeigen. Die Innenseite wird dann mit verschiedenenfärbigen Seidenpapieren hinterlegt, was den bunten Effekt der kleinen Kundtwerk ergibt. Die Glöckler laufen in Passen durch die Straßen. Die von den Glöcklern gezogenen Kreisen, Schleifen und Achter werden als Symbole der Unendlichkeit gedeutet.


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