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GMUNDEN. Mit Ende der Bauarbeiten zwischen Rathausplatz und Trauntor wird die Durchfahrt durch die Innenstadt ab 26. November wieder möglich sein. BH, Stadtgemeinde und die Wirtschaftsinitiative Gmunden haben sich auf einen zweimonatigen Testbetrieb für einen ampelgeregelten Gegenverkehr auf der Traunbrücke geeinigt.

So soll 2018 die östliche Innenstadt-Einfahrt aussehen. Bis dahin kommt auf die Innenstadtbetriebe und Autofahrer eine Geduldsprobe zu. Foto: Stern & Hafferl

Der Neubau der Traunbrücke bringt rund zwei Jahre lang Innenstadt-Betrieben und deren Kunden verkehrstechnische Herausforerungen. Der Wunsch der Gmundner Kaufmannschaft nach einer beidseitig befahrbaren Traunbrücke wurde nunmehr erfüllt – gegen die Meinung von Verkehrsexperten.

Zweimonatiger Testbetrieb entgegen Expertenvorschlag

„Wir  sind für eine funktionierende Verkehrsführung verantwortlich. Die uns aus heutiger Sicht zur Verfügung stehenden Fakten, Expertengutachten sowie die jahrelange Erfahrung würden eigentlich für eine Einbahnregelung sprechen – egal ob stadtein- oder auswärts. Wir haben aber auch Verständnis für die Anliegen der Bevölkerung und der Wirtschaft. Deshalb haben wir uns für einen Testbetrieb entschieden“, sagt Bezirkshauptmann Alois Lanz.

Appell an Vernunft der Autofahrer

Die Traunbrücke wird während der Bauarbeiten jedenfalls ein Nadelöhr sein. „Der Gegenverkehrsbereich soll die Verbindung zwischen den Ortsteilen Traundorf und Weyer mit der Innenstadt  erleichtern. Für „Durchfahrten“ ersuche ich die Verkehrsteilnehmer, die Nordumfahrung zu wählen. Ich hoffe, dass die Autofahrer im Sinne einer Verkehrsentlastung hier ein entsprechendes Bewusstsein zeigen“, appelliert Verkehrsstadtrat Wolfgang Sageder. Wer Richtung Laakirchen und Gschwandt bzw. Altmünster müsse solle weiterhin die Nord-Umfahrung benutzen.

Testphase startet am 26. November

Der Testbetrieb startet am 26. November und endet am 28. Jänner 2017 - mit Option auf eine Verlängerung während des gesamten rund zweijährigen Brückenbaus. „Sollte die Regelung zu nachhaltigen Staubildungen und unzumutbaren Verkehrsverhältnissen führen, behalten wir uns das Recht vor, den Testbetrieb vorzeitig zu beenden“, so Lanz. Für den Testbetrieb hat sich vor allem die mehr als 90 Mitgliedsbetriebe umfassende WIG (Wirtschaftsinitiative Gmunden) stark gemacht. „Wir sind der BH für die gezeigte Flexibilität sehr dankbar und übernimmt auch die Verantwortung für etwaige negative Auswirkungen“, sagt WIG-Obmann Florian Schönleitner. Nachdem die Bauarbeiten an der Traunbrücke bis 2018 dauern, sei eine fundierte Entscheidung auf breiter Basis wünschenswert.

„Als Stadtgemeinde ist es uns wichtig, die Belastungen für die Bürger und natürlich auch die Wirtschaft so gering als möglich zu halten. Mit der Möglichkeit des Testbetriebes können die Verkehrslösung in einem Echtzeitbetrieb testen. Die endgültige Entscheidung wird somit im Rahmen eines breiten Konsens erfolgen“, sagt Bürgermeister Stefan Krapf. Er verweist aber auch auf die Verträge zwischen Land OÖ und Stadtgemeinde, denen nach der Verursacher von Bauzeitverzögerungen die daraus resultierenden Mehrkosten alleine zu tragen habe. „Sollte der Testbetrieb zu Lasten eines effizienten Baustellenbetriebes geht, können wir dem ampelgeregelten Gegenverkehr nicht zu stimmen, da die Mehrkosten ja bei der Gemeinde hängen bleiben würden“, so Krapf.

Messen und Evaluieren der Staus

Um nach dem Testbetrieb eine faktenbasierte Entscheidung treffen zu können, ob der ampelgeregelte Gegenverkehr bleibt oder doch auf ein Einbahnsystem umgestellt werden muss, erarbeitete man gemeinsam eine Kriterienkatalog zur Evaluierung. Zwischen Grabenkreuzung und dem Kreisverkehr beim Plassauerhof wird es zu einem vermehrten Verkehrsaufkommen und zur Bildung von Rückstaus kommen, die in Spitzenzeiten vermutlich auch darüber hinaus gehen werden. Mit den Evaluierungskriterien soll ein objektiver Maßstab gefunden werden und Grenzen für die „Erträglichkeit“ definiert werden.

Zählgeräte werden die Frequenz und Verkehrsdichte messen, Roten Kreuz-Fahrer dokumentieren die Auswirkungen dieser Verkehrsführung. Zudem werden die Beton-Anlieferzeiten ab Werk dokumentiert. Denn die Verarbeitungszeiten von Beton dürfen bei maximal 100 Minuten (Transport- plus Verarbeitungszeit auf der Baustelle) liegen. Bei den bisherigen Bauabschnitten lag die Zeit für die Anlieferung bei durchschnittlich 25 Minuten. Unter Berücksichtigung der Gegenverkehrszone wurde festgelegt, dass die Anlieferungszeit 40 Minuten nicht überschreiten darf. Der Bauzeitplan wird einem permanenten Soll-Ist-Vergleich unterzogen.

Darüber hinaus wird die Durchfahrtszeit durch die Innenstadt mit der Zeit verglichen, die man brauchen würde, wenn man die Nordumfahrung wählen würde. Zwischen 7 und 9 Uhr sowie 16 und 18 Uhr wird eine Stauzone akzeptiert, die über die Grabenkreuzung bzw. bis über den Kreisverkehr Plassauerhof hinausreicht. Während der sonstigen Tageszeiten sollte der Stau maximal bis zum Graben und Plassauerhof reichen.


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