„Im Gasthaus gibt's noch eine Karte“
BAD ISCHL/BAD GOISERN/ALTMÜNSTER. Li-Kai Chen aus Taiwan, Kendall Gauthier aus Kanada und der Chilene Francisco Díaz sind zur Zeit als Austauschschüler im Salzkammergut. Im Tips-Interview erzählen sie was ihnen hier gefällt, was gewöhnungsbedürftig ist und welche Eindrücke sie mit nach Hause nehmen.

Das Rotary-Jugend-Austauschprogramm bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten und neue Kulturen kennenzulernen, und das in über 100 Ländern der Erde. Über dieses Programm leben zur Zeit Li-Kai, Kendall und Francisco im Salzkammergut. Alle drei sind 17 beziehungsweise 18 Jahre alt und sind bei Gastfamilien in Bad Goisern, Bad Ischl und in Neukirchen/Altmünster untergebracht. Die Kanadierin Kendall besucht die HLW in Bad Ischl, während Li-Kai und Francisco ins Ischler Gymnasium gehen. Seit August letzten Jahres sind die drei nun schon im Salzkammergut, im Austausch mit den Kindern ihrer Gastfamilien. „Unsere Töchter sind zur gleichen Zeit bei den Familien von Kendall, Francisco und Li-Kai“, erklärt Alexandra Glasser, zur Zeit Gastmutter von Li-Kai, das Austauschsystem.
Herzlich, kulturell und traditionell
„Wir wurden hier sofort sehr nett aufgenommen, nicht nur von den Gastfamilien, sondern auch von unseren Mitschülern“, erzählt Francisco. „Ich dachte eigentlich, dass die Österreicher abweisender sind, aber sie sind fast so wie wir Südamerikaner: herzlich und sehr freundlich“, so Francisco weiter. „Mir gefällt am meisten, dass man durch die Städte und Orte wandern kann und man ist überall umgeben von Geschichte und historischen Dingen. Das haben wir so nicht in Kanada“, erklärt Kendall, was sie am meisten beeindruckt. „Ich mag die traditionellen Feste, wie Ostern oder Weihnachten speziell hier im Salzkammergut. Es kommt die ganze Familie zusammen. Außerdem liebe ich die Musik hier, überall ist man umgeben von Musik“, sagt Li-Kai.
Unterschiede
Lederhosen und Dirndlgewand hingegen sind etwas ganz „Neues“ für Kendall, die aus Alberta, dem englischsprachigen Teil Kanadas, stammt: „Das kenne ich so nicht. Wir haben kein traditionelles Gewand bei uns.“ „Ich zum Beispiel finde es witzig, dass es hier im Gasthaus noch eine Karte gibt. In Chile gibt es nur mehr einen QR-Code mit dem Menü am Tisch und aus“, erklärt Francisco auf was er sich in Österreich einstellen musste. „Und man kann fast nirgends mit Kreditkarte zahlen“. „Was für mich komplett anders ist, ist dass man in Österreich das Wasser aus der Leitung trinken kann, dass man Lebensmittel teils auch roh essen kann, ohne dass man krank wird“, so Li-Kai.
Freundschaften für immer
Die drei Schüler sind noch bis Juli im Salzkammergut und werden danach wieder in ihre Länder zurückkehren. Die Eindrücke, aber vor allem die Freundschaften, die sie geschlossen haben, werden sie „ein Leben lang begleiten“, sind sie sich einig.


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