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Salzkammergut im Aufbruch: So will die Region jetzt Europas ländliche Zukunft neu erfinden

Thomas Leitner, 08.04.2026 10:39

SALZKAMMERGUT. Nach dem Kulturhauptstadtjahr 2024 beginnt im Salzkammergut die nächste große Phase: Kunst, Jugend und neue Ideen sollen die Region dauerhaft prägen.  

Verantwortliche bei der Podiumsdiskussion in der Trinkhalle Bad Ischl (Foto: Tom Leitner)
Verantwortliche bei der Podiumsdiskussion in der Trinkhalle Bad Ischl (Foto: Tom Leitner)

Das Kulturhauptstadtjahr ist vorbei, doch im Salzkammergut beginnt jetzt die eigentliche Bewährungsprobe. Mit „Aufbruch, Salzkammergut!“ will sich die Region nicht nur neu aufstellen, sondern als Modellregion für das ländliche Europa etablieren.

„Die Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 war ein kraftvolles Signal weit über die Region hinaus. Mit der Nachfolgeorganisation soll der Schwung mitgenommen und nachhaltig verankert werden. Es wird eine Plattform geschaffen, um die Ideen weiterzuführen und neue Impulse für das gesamte Salzkammergut zu setzen. Damit wird die kulturelle Vielfalt gestärkt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. 

Kultur als Motor für die Region

Was 2024 mit Bad Ischl Salzkammergut als Kulturhauptstadt Europas sichtbar wurde, soll nun langfristig wirken. Hinter „Aufbruch, Salzkammergut!“ steht die offizielle Nachfolgestruktur des Großprojekts. Das Ziel ist klar: Kunst und Kultur sollen nicht nur Veranstaltungen liefern, sondern Impulse für gesellschaftlichen Wandel, regionale Entwicklung und internationale Vernetzung setzen.

Dabei geht es um weit mehr als klassische Kulturarbeit. Die Initiative verknüpft Demokratie, Jugend, Tourismus, Mobilität, Handwerk und digitale Transformation zu einem großen Zukunftsbild für den ländlichen Raum. Das Salzkammergut will damit zeigen, dass Innovation nicht nur in Städten entsteht.

Von Ebensee bis Faro: Erste Projekte laufen bereits

Dass dieser Plan nicht nur auf dem Papier existiert, zeigen mehrere konkrete Projekte. In Ebensee folgen ab Mai 2026 Interventionen im öffentlichen Raum mit internationalen Künstlern. Schon im März wurden dort Architekturmodelle der Kunstuniversität Linz gezeigt, die auf intensiven Recherchen vor Ort basierten.

Auch international wird das Salzkammergut sichtbar. Die Ausstellung „Acta Liquida“, die im Umfeld der Kulturhauptstadt entstanden ist, wird von 17. April bis 1. Mai 2026 beim Mar Motto Festival im portugiesischen Faro präsentiert. Damit rückt die regionale Kunstszene erneut auf eine europäische Bühne.

Jugend, Handwerk und neue Perspektiven

Besonders stark setzt „Aufbruch, Salzkammergut!“ auf junge Menschen und neue Formen der Zusammenarbeit. Projekte wie „Next Generation View“ oder „Next Generation You“ sollen Jugendlichen kulturelle Beteiligung ermöglichen und frische Perspektiven auf das Leben im ländlichen Raum eröffnen.

Gleichzeitig treffen Tradition und Innovation aufeinander. Netzwerke wie „Handwerk & Kultur“ oder „Design.Technologie.Handwerk“ bringen Betriebe, Kreative, Schulen und Universitäten zusammen. Ziel ist eine neue Handwerkskultur, die regionale Stärke mit modernen Ideen verbindet.

Volles Programm bis in den Sommer

Auch das Veranstaltungsprogramm macht den Aufbruch greifbar. Am 17. April eröffnet in Bad Ischl die Ausstellung „Hier gibt es nichts zu sehen – ziehen Sie (sich) aus!“ mit internationaler Modeschau und Aftershow. Am 24. April kehrt die Lange Nacht der Forschung in den Bezirk Gmunden zurück. Anfang Mai folgt das Schlachthoffestival Traunsee, im Juli wird im Bahnhof Hallstatt die Ausstellung „Frauen am Bahnhof“ zu sehen sein.

Damit ist klar: Nach dem Kulturhauptstadtjahr fällt das Salzkammergut nicht in den Alltag zurück. Die Region arbeitet bereits am nächsten großen Kapitel – und will europaweit zeigen, wie Zukunft am Land aussehen kann.

„Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das Salzkammergut als Kulturregion gestärkt und gefestigt dasteht. Dass die entstandenen Kooperationen und das gelebte Miteinander weiterhin genutzt werden. Es wäre schön, wenn verankert bleibt, dass Regionalität, Brauchtum und Tradition sehr wohl mit zeitgenössischer Kunst zusammenpassen. Gerade in Zeiten, in denen viele junge Menschen in die Städte abwandern, kann das Salzkammergut ein starkes Pendant zur Großstadt sein“, so Bad Ischls Stadtchefin Ines Schiller (SP).

Alle aktuellen Informationen zu den Projekten findet man unter www.aufbruch-salzkammergut.at.

 

 


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