Notabfischung soll den Fischbestand im Nussensee retten
BAD ISCHL. Der Wasserstand des Nussensees sinkt stark. Gleichzeitig nimmt der Sauerstoffgehalt ab und der Lebensraum für Fische wird von Tag zu Tag kleiner. Mit einer Notabfischung wollen Fischereiexperten den Fischbestand retten und ein Fischsterben verhindern.

Innerhalb von nur drei Wochen ist der Wasserstand im Nussensee von rund 19 Metern auf weniger als fünf Meter gesunken.
Während die Wetterprognosen weitere Hitzetage ankündigen, schrumpft der kühle und sauerstoffreiche Lebensraum der Fische – insbesondere Forellen, Saiblinge und Renken – auf ein Minimum. Nach Angaben des Fischereireviers Oberes Salzkammergut (FROSKG) zeigen Messungen der vergangenen Tage, dass unterhalb von rund zwei Metern Tiefe kaum mehr ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Für viele Fischarten bleibe nur noch ein schmaler Bereich unmittelbar unter der Wasseroberfläche als Rückzugsraum.
Notabfischung durchgeführt
Um ein massives Fischsterben zu verhindern, starteten der Fischerclub Nussensee, das Fischereirevier Oberes Salzkammergut und die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helfern am Samstag, 1. August, eine Notabfischung. Rund 45 Freiwillige sorgten für den Abtransport der Fische, die Sortierung, Verarbeitung, Verpackung und Kühlung.
Dabei wurden Fische aus dem See entnommen und, soweit möglich, in geeignete Gewässer im Salzkammergut umgesetzt oder fachgerecht verwertet. Ziel sei es, den Fischbestand zu reduzieren und damit die Überlebenschancen der verbleibenden Tiere zu erhöhen.
„Wir stehen am Nussensee an einem Wendepunkt. Der See verliert jeden Tag Wasser und damit Lebensraum für die Fische. Wir handeln jetzt, solange wir noch Tiere retten können. Morgen könnte es bereits zu spät sein“, sagt Heimo Huber, Obmann des Fischereireviers Oberes Salzkammergut.
Bereits 2006 kam es zu einem Fischsterben
Der Nussensee ist ein Druckwassersee und wird nahezu ausschließlich von unterirdischen Quellen gespeist. Bleibt dieser Zufluss aus, sinkt der Wasserspiegel außergewöhnlich rasch.
Bereits im Frühjahr 2006 führte eine ähnliche Situation zu einem massiven Fischsterben. Damals wurden rund 500 Kilogramm tote Fische geborgen. Karpfen- und Schleienbestände brachen um rund 80 Prozent ein, Renken und Zander gingen nahezu vollständig verloren. Die Verantwortlichen wollen verhindern, dass sich dieses Szenario wiederholt.


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