Debatte um Kindergartengebühren auch im Bezirk Gmunden
GMUNDEN. Die Debatte um die ab Februar 2018 geplante Kindergartengebühr für Nachmittagsbetreuung und ihre Auswirkungen hat die Regionalpolitik erreicht.
Im Bezirk Gmunden gibt es 42 Kindergärten, in denen im Kindergartenjahr 2016/2017 2.760 Kinder betreut werden. Rund 36 Prozent davon sind ganztägig angemeldet. Werden Eltern ihre Kinder von der Nachmittagsbetreuung abmelden? Müssen Kindergartengruppen dann eventuell aufgelassen werden? Müssen Eltern ihre Jobs aufgeben, um sich um die Kinderbetreuung kümmern zu können?
FP-Bezirksobmann Cramer verteidigt Maßnahmen
„Hervorragende Bildung beginnt bereits im Kindergarten. Um dies sicherzustellen und die hohe Betreuungsquote auch in Zukunft zu gewährleisten, ist es unser Ziel, die Kinderbetreuung weiter – bedarfsgerecht – auszubauen. Damit wir aber der nächsten Generation keinen Schuldenberg hinterlassen, unterstützen wir die Einführung von Elternbeiträgen in Kindergärten für die Nachmittagsbetreuung“, so der FP-Bezirksparteiobmann Adalbert Cramer. Man folge daher dem Vorbild aller anderen Bundesländer (mit Ausnahme von Wien) und unterstütze deshalb die Einführung eines sozial gestaffelten Elternbeitrags für die Nachmittagsbetreuung.
„Diese Maßnahme soll auch einen Denkanstoß liefern, um Kindergartenplätze wieder bewusster zu nutzen. In der Vergangenheit wurden Kinder für die Nachmittagsbetreuung angemeldet, doch letztendlich wurde diese nur teilweise genutzt. Das soll mit dieser Initiative unterbunden werden“, argumentiert Cramer.
Regionale Betriebsräte fordern Rücknahme
Der ÖGB-Regionalvorstand Gmunden spricht sich hingegen einstimmig gegen eine Kindergartengebühr aus. Die geplante Einführung von Kindergartengebühren sei ein bildungspolitischer Rückschritt. „Menschen bezahlen Steuern, damit der Staat (und die Länder) eine öffentliche Infrastruktur, wie öffentliche Kindergärten zur Verfügung stellen kann. Dafür die Steuerzahler nochmal zur Kasse zu bitten, geht in die falsche Richtung“, so die Belegschaftsvertreter in einer Aussendung.
„Von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird immer wieder äußerste Flexibilität gefordert. Mit Kindergartengebühren werden die Möglichkeit der Kinderbetreuung und so die Vereinbarung von Familie und Erwerbstätigkeit erschwert“, meinen die Mitglieder des ÖGB-Regionalvorstandes.
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