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Weil immer mehr Teller leer bleiben: Volkshilfe kämpft gegen die Armut an

Daniela Toth, 14.10.2022 08:19

BEZIRK GMUNDEN. Zum Tag der Armut am 17. Oktober fordert die Volkshilfe Salzkammergut treffsichere Maßnahmen wie beispielsweise eine Erhöhung der Mietbeihilfe und die Einführung einer Kindergrundsicherung. Und um sofort zu helfen, wurde Kunden von Supermärkten um die Spende von Lebensmitteln für die Sozialmärkte gebeten.

Volkshilfe-Vorsitzender Fritz Feichtinger: „Als kurzfristige Maßnahme muss auf die Profite der Mineralölkonzerne eine Sondersteuer eingeführt werden.“ (Foto: VH Salzkammergut)

„Wir verzeichnen in unseren Sozialmärkten eine Steigerung der Kunden-Frequenz von 20 Prozent. Tendenz steigend. Denn die Teuerungswellen sind mittlerweile auch in der Mittelschicht spürbar“, erklärt Fritz Feichtinger, Vorsitzender des Volkshilfe-Bezirksvereines Salzkammergut.

Menschen, die ohnehin im Supermarkt sehr genau mitrechnen müssen und abwägen, ob sich das Kilo Brot am Ende des Monats noch ausgeht – diese Menschen können sich das Alltäglichste schlichtweg nicht mehr leisten. Sie müssen massive Abstriche machen – bei Grundbedürfnissen wie bei der Bezahlung der Wohn- und Energiekosten, bei der Entwicklung und Förderung ihrer Kinder und schlichtweg der ausreichenden Ernährung.

„Die Teuerung schlägt jeden Tag und bei jeder Zahlung zu und sie trifft armutsbetroffene bzw. Menschen mit geringen Einkommen und ihre Kinder ungleich härter. Und wir befürchten für den Winter und das kommende Frühjahr eine weitere gravierende Verschlechterung“, erklärt Feichtinger. Er fordert kurz- und langfristige Maßnahmen, die Menschen, Familien und deren Kinder vor Armut schützen und es betroffenen Familien nachhaltig ermöglichen, aus Armutssituationen zu entkommen. Zu diesen Forderungen zählen unter anderem die Erhöhung der Wohnbeihilfe, die kostenlose Energieversorgung für Armutsbetroffene und wiederkehrende Direktzahlungen gegen hohe Lebensmittelpreise.

„Diese kurzfristigen Maßnahmen würden besonders gefährdete Gruppen sofort entlasten. Darüber hinaus braucht es aber auch langfristige Maßnahmen wie die Einführung einer sozial gestaffelten Kindergrundsicherung für alle Kinder in Österreich. Unsere Alpenrepublik könnte damit der erste Staat der Erde sein, der die Kinderarmut abgeschafft hat“, so Feichtinger abschließend.


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