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SCHARNSTEIN. Landtagsabgeordneter Bürgermeister Rudi Raffelsberger lud - gemeinsam mit Agenda 21 - nach zweijähriger Corona-Pause wieder zum traditionellen Neujahrsempfang der Marktgemeinde Scharnstein in den Festsaal der Landesmusikschule. Mehr als 100 Gäste genossen den hochkarätigen Vortrag von Professor Kurt Kotrschal und informierten sich über Bürgerbeteiligung und die Kulturhauptstadt 2024.

 (Foto: RATHBERGER MANUELA woelfergraben@outlook.at)
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„Sind wir Menschen noch zu retten“ lautete der Titel des Hauptprogrammpunkts des Abends: Ein Vortrag vom renommierten Verhaltensforscher und ehemaligen Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Professor Kurt Kotrschal. Ausgehend vom typisch Menschlichen skizzierte Kotrschal eindringlich die enormen Herausforderungen, mit denen wir Menschen gegenwärtig konfrontiert sind, und was es braucht, um uns und unseren Nachkommen ein gutes Überleben zu sichern.

Der große Rahmen dafür: Klima und Biodiversität erfordern, 30 Prozent von Land und Meer unter Schutz zu stellen bzw. zu renaturieren, und es braucht liberale Demokratien mit breiter Partizipation, Gleichstellung der Geschlechter und starker Gemeinwohlorientierung. Nur so könne das Überleben des Menschen und des Planeten gesichert werden, so Kotrschal.

Auf individueller Ebene brauche es dazu engagierte Bürger, die ihren Lebensstil nachhaltig im Sinne des Gemeinwohls gestalten und sich als wirksamer Teil einer solidarischen Gemeinschaft erleben.

Zukunftsprofil und Bürgerbeteiligung in der Marktgemeinde Scharnstein

Seit 2015 ist die Scharnsteiner Bevölkerung eingeladen, sich im Rahmen des Agenda 21-Prozesses aktiv in die nachhaltige Zukunftsgestaltung einzubringen. Zahlreiche Vorhaben des gemeinsam erarbeiteten Zukunftsprofils 2025 wurden bereits umgesetzt. Nach einer Evaluation im Vorjahr und der kommenden Diskussion in den Ausschüssen soll das Zukunftsprofil 2030 entwickelt werden.

Als erste konkrete Umsetzung wurde von der Initiative „Scharnstein spart Müll“ von Michaela Maix-Manahl in Kooperation mit der lokalen Wirtschaft der Almtaler Umweltpreis entwickelt. „Es ist für eine Gemeinde und für mich als Bürgermeister ein großes Geschenk, wenn sich die Menschen einbringen und mitgestalten“, sagt Bürgermeister Rudolf Raffelsberger. „Der Neujahrsempfang soll ein Zeichen der Wertschätzung für das umfangreiche ehrenamtliche Engagement in Scharnstein sein.“

Projekte aus Scharnstein für die Kulturhauptstadt 2024

Den Auftakt für den Programmpunkt „Kulturhauptstadt 2024“ bildete ein Interview mit der Intendantin Elisabeth Schweeger, bei dem die Vielschichtigkeit des Großprojektes Kulturhauptstadt und die Langzeitwirkung im Vordergrund stand. 2024 ist deutlich mehr als eine Vielzahl an Veranstaltungen: 2024 ist auch Impulsgeber für Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus, für mehr Internationalität in der Provinz, für die Attraktivierung und Urbanisierung des ländlichen Raums, für eine Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs.

Bürgerbeteiligung besitzt in Scharnstein auch im Bereich Kunst und Kultur einen hohen Stellenwert. Zahlreiche Vereine, Museen, Ateliers, Galerien, die unterschiedlichen Konfessionen, die Bücherei und regionale Künstler bieten schon jetzt ein hervorragendes Kulturprogramm.

Konkret präsentiert wurde unter anderem das Projekt Hammer!, ein Musiktheater, das sich mit der Industriegeschichte des Ortes beschäftigt – initiiert von Herman Miesbauer. Weiters standen die Projekte Der Weg nach Innen (Buddhistisches Zentrum Gomde), Salzkammerqueer (Frauen- und Mädchenzentrum Insel und Frauenforum Salzkammergut) und Zimmer mit Aussicht (Sanierung von Hotel- und Pensionszimmern mit lokalen Handwerkern).

Freuen dürfen sich die Scharnsteiner auch auf ein Büro für Kommunikation, das kunstvoll und kostenlos 2024 Reden für nahezu jeden Anlass erstellen wird. Eingeladen beim Improvisationstheater Sog Soizkammergut mitzuwirken, sind 2024 auch alle Bürger jeden Alters. Eine Übersicht zu allen Projekten, die mit Mitteln der Kulturhauptstadt 2024 in Scharnstein und im Almtal stattfinden werden, liegt für Interessierte in der Bürgerservicestelle auf.


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