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GMUNDEN. Neben dem Gmundner Stadtfriedhof soll - auf einem Areal der evangelischen Kirchen - sozialer Wohnbau entstehen. Im Oktober wurde das entsprechende Umwidmungsverfahren im Gemeinderat auf den Weg gebracht. Umweltanwalts Martin Donat spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme gegen das Projekt aus und bringt einen zweiten Stadtpark mit „Parkbestattungsbereich“ ins Spiel.

Neben dem Gmundner Friedhof soll sozialer Wohnbau entstehen. Die Umweltanwaltschaft kritisiert das Projekt. (Foto: NEOS Gmunden)

Gmunden mangelt es an sozialem Wohnbau. Als Teil einer Lösung wurde im vergangenen Oktober vom Gemeinderat die Umwidmung eines Areals in der Plenzner-Straße auf den Weg gebracht. Hier will die evangelische Kirche 40 leistbare Mietwohnungen errichten, der Bau soll fünf Stockwerke hoch werden.

In einer aktuellen Stellungnahme spricht sich Umweltanwalt Martin Donat gegen das geplante Projekt aus: Für ihn stünde städtebaulich „nicht die Frage der schrittweisen Verbauung des Areals und des kontinuierlierlichen Anknabberns der gewidmeten Grünflächen an, sondern die tatsächliche Umwandlung dieser Grünflächen in eine Grünlandschaft, einen zweiten Stadtpark.“ Sozialer Wohnbau sei per se nicht in Frage zu stellen, „im raumordnerischen Kontext wäre jedoch diese Umwidmung eine planerische Fehlentscheidung und kommunal kurzsichtig“, so Donat.

Er fordert den Gemeinderat auf, von der Umwidmung Abstand zu nehmen und schlägt als Alternative eine Umwidmung in eine Parklandschaft vor. Hier wäre - analog der Waldbestatttung - ein konfessionell nicht gebundener Parkbestattungsbereich möglich, der der sozialen und soziologischen Entwicklung Rechnung trage, so Donat.

Neos-Stadtrat Philipp Wiatschka sieht in der Stellungnahme seine Kritik am Projekt bestätigt: „Anstatt weiter Flächen zu versigeln, könnten wir mit der Fläche auch den Hitzeinseln im Sommer den Kampf ansagen. Neue Grünflächen würden für Abkühlung in der Stadt sorgen“, so Wiatschka. Sozialer Wohnbau sei wichtig, solle aber auf anderen Flächen Platz finden.

Auch die FPÖ - sie stellt mit Rüdiger Fritz den zuständigen Baustadtrat - würde grundsätzlich einen anderen Standort für den sozialen Wohnbau befürworten. Insgesamt sei dieser jedoch ein zentrales Anliegen, dessen Verwirklichung man sich „nicht so leichtfertig entgehen lassen“ wolle. Man werde die Thematik im Bauausschuss ergebnisoffen diskutieren.

Auch VP-Bürgermeister Stefan Krapf verweist auf die anstehende Diskussion im Bauausschuss, betont aber: „Wir sollten die Chance auf sozialen Wohnbau nutzen - es gibt in Gmunden nur wenige Flächen, wo ein derartiges Projekt wirtschaftlich darstellbar ist. Außerdem ist das Areal von der Lage her für Familien optimal: zentrumsnah, in der Nähe mehrerer Schulen sowie von Sport- und Grünflächen.“


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