Großer Beifall für Familiendrama „Harper Regan“
GREIN. Mit „Harper Regan“ hat Regisseur Lothar Pühringer ein sehr intensives und letztlich lebensbejahendes Bühnenstück des britischen Erfolgsautors Simon Stephens ins Stadttheater Grein geholt.

Harper Regan, 41, berufstätige Mutter, verheiratet, will ihren im Sterben liegenden Vater ein letztes Mal sehen. Ihr Chef gibt ihr nicht frei, sie fährt trotzdem, kommt aber zu spät. Nachdenklich und zuweilen sehr emotional reflektiert Harper mit Monique Bergmann in der Titelrolle ihr Leben, geht auf Selbstfindungstour und droht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mit einer Mischung aus Hybris und Alkohol geht sie gegen einen zudringlichen, antisemitischen Journalisten (Christian Hochgatterer) vor und schläft mit einem Fremden (Hans Peter Baumfried in einer Doppelrolle auch als Ehemann Seth). Expressiv und energiegeladen zieht Melanie Schuhbauer als Tochter Sarah die Aufmerksamkeit auf sich. Veronika Kirchner überzeugt als Harpers Mutter, Paul Heimel ist als ihr 17-jähriger Flirt eine schauspielerische Ausnahmeerscheinung im besten Sinne.
Großer Applaus für die Greiner Dilettanten
Nach ihrer Rückkehr ist Harper bereit, ehrlich auf die pädophile Neigung ihres Mannes zu schauen. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist die Wahrheit zu sagen und doch fehlt es an der einen Wahrheit. Regisseur Lothar Pühringer: „Mir gefällt es einfach, wenn man Menschen zeigt, wie sie sind und nicht unterscheidet zwischen Guten und Bösen. Dieses Stück zeigt die vielen Facetten, die das Menschsein bietet. Man muss schon zweimal hinschauen, ehe man sich ein Urteil bildet.“ Das Premierenpublikum dankte dem Ensemble für die großartige Leistung mit kräftigem Szenenapplaus und Jubelrufen am Ende der Vorstellung.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden