Ein Riesentorlauf fast wie anno dazumal
GRÜNAU. Sogar der bekannte Rennläufer Michael Walchhofer hat sich dieser Herausforderung bereits einmal gestellt: Der Schermberglauf ist einer der letzten hochalpinen Riesentorläufe in den Ostalpen. Am Samstag, 23., und Sonntag, 24. April, ist es wieder so weit.

Der Ursprung des einzigartigen Rennens liegt im Jahr 1934: Damals fand der erste Schermberglauf statt – organisiert von der vier Jahre zuvor gegründeten Alpinen Gilde „D“Schermbergler“, die heute zum Österreichischen Alpenverein gehört. Seit 1951 wird der Schermberglauf gemeinsam mit dem Schiklub Wels durchgeführt.
Anstieg mit Tourenskiern
Bereits am Samstag steigen die Rennläufer zu Fuß oder mit Tourenschiern zur Welser Hütte auf. Das Gepäck kann auch mit der Materialseilbahn zur Hütte transportiert werden, die an diesem Wochenende den Frühlingsbetrieb eröffnet. Am Samstagabend erfolgt die Startnummernvergabe – sowie die umfassende körperliche, geistige und seelische Vorbereitung auf den Abfahrtslauf in geselliger Runde.
Der Lauf beginnt am Sonntag um 10 Uhr knapp unter dem Gipfel des 2396 Meter hohen Schermberges. Nach alter Tradition verläuft die Rennstrecke zwischen dem Vorgipfel des Schermberges und dem Fleischbanksattel. Die Torstangen sind frische Haselnussstangen und werden von den Schiläufern selbst hinaufgetragen, Helfer sind dabei herzlich willkommen. Unmittelbar vor dem Start wird der Lauf mit mitgebrachten Fähnchen ausgesteckt. Die Rennläufer müssen auf der unpräparierten Piste innerhalb von 1,5 bis 2 Minuten eine Strecke von etwa 200 Höhenmetern bewältigen. Die Siegerehrung findet um 15 Uhr im Tal beim Almtaler Haus statt, gefolgt von einem gemütlichen Ausklang im Gastgarten.
Ein Massensturz und langjährige Dominanz
Viele Anekdoten ranken sich um den Lauf, berühmte und weniger berühmte Bergsteiger haben sich bereits den Schermberg hinab gewagt. Ein besonders illustrer Gast war 2012 der bekannte Rennläufer Michael Walchhofer. Ihm erging es besser als den Teilnehmern im Jahr 1949: Von 33 Startern blieben nur drei unverletzt – ein eisiges Schlussstück machte vielen zu schaffen.
Zu beißen hatten die passionierten Schermbergler auch an der schifahrerischen Dominanz von Josef Hessenberger, einem Seriensieger der 1970er und 1980er Jahre. In ihrer Verzweiflung zogen sie sich einmal sogar am Abend vor dem Lauf frühzeitig vom geselligen Treiben auf der Welser Hütte ins Matratzenlager zurück – doch auch das war erfolglos: Denn obwohl er am Vortag noch lange gesessen und gefeiert hatte, verwies Hessenberger die ausgeschlafenen Schermbergler weiterhin auf die hinteren Plätze.
Wer Lust auf diesen außergewöhnlichen Riesentorlauf bekommen hat, kann sich auf der Homepage des Alpenvereins Wels (www.oeav.at/wels) oder bei den Schermberglern (www.schermbergler.at) informieren. Das Nenngeld von 9 Euro pro Person ist vor Ort bei der Anmeldung auf der Hütte zu bezahlen.


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