HTL-Schülerinnen befassten sich mit Künstlicher Intelligenz

Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 10.10.2019 14:02 Uhr

HAGENBERG. Mehr als 30 Schülerinnen aus neun oberösterreichischen HTL-Klassen besuchten einen besonderen Workshop zum Thema Künstliche Intelligenz am Campus Hagenberg der FH Oberösterreich. 

Die jungen Frauen im Alter von 16 bis 18 Jahren machten dabei nicht nur einen Exkurs in die IT-Zukunft, sondern lernten die KI-Forschung und Karriereperspektiven in der IT-Branche auch aus einem anderen Blickwinkel kennen. Assistenzprofessorin Susanne Schaller und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Victoria Rammer, beide Absolventinnen der FH OÖ Campus Hagenberg, boten einen Einblick von Frauen für Frauen.

Unter dem Motto „Warum KI nicht ohne Vielfalt funktioniert“ zeigten Schaller und Rammer nicht nur die Probleme einer männerdominierten IT auf. Sie verdeutlichten auch wie wertvoll Vielfalt und die „weibliche“ Sichtweise im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Informatik allgemein sind.

„Typisch weiblich - typisch männlich“ 

Wie Medien Vorurteile über „typisch männlich“ beziehungsweie „typisch weiblich“ verstärken und Frauen in der IT im Gegensatz zu Männer wenig sichtbar sind, stand dabei ebenso zur Diskussion, wie die Fragen warum Sprachassistenten weibliche Namen haben und ob künstliche Intelligenz männlich denkt, wenn sie hauptsächlich von Männer trainiert wird.

Im Praxisteil analysierten die jungen Frauen Daten mit Hilfe der Software HeuristicLab, welche von der Forschungsgruppe „Heuristic and Evolutionary Algorithms Laboratory“ (HEAL) in Hagenberg entwickelt wird. Eine der Aufgabenstellungen dabei war per Klassifikationsalgorithmen unter anderem das Geschlecht der Datenlieferanten vorherzusagen. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Vielfalt schon bei der Datensammlung wichtig ist und besonders im Bereich der künstlichen Intelligenz keine geschlechterspezifischen Stereotypen produziert werden sollten.

Vorurteile und verzerrte Bilder

Die Schülerinnen der neun HTL (darunter die HTL Perg, HTL Braunau, HTL Leonding, HTL Wels, HTL Goethestraße, HTL LITEC, HTL Grieskirchen und HTL Vöcklabruck) zeigten sich vom diesem Programm begeistert. „Dieser Workshop hat mir die Augen geöffnet, wie sehr eine einseitige Wahrnehmung das gesellschaftliches Bild verzerren kann und wie oft solche Vorurteile immer wieder reproduziert werden“, sagt eine Schülerin der HTL Braunau.

Auch die teilnehmenden Lehrerinnen waren beeindruckt: „Ein spannender Workshop. Nicht nur den Schülerinnen, sondern auch uns Lehrerinnen wurde bewusst, wie wichtig Diversität bei den KI-Erschaffenden ist: Je vielfältiger der Input, umso vielfältiger der Output,“ so Mag.a Cornelia Mader von der HTL Leonding. „Eine tolle Veranstaltung, die auch viel Platz für Vernetzungsmöglichkeiten lässt“, sagt Regina Seeburger von der HTL Braunau.

„Mentorin für HTL-Schülerinnen“ 

Abgerundet wurde der Workshop durch eine Campusführung mit Martina Gaisch, wissenschaftlicher Leiterin des Diversity Management an der FH OÖ. Einen tieferen Einblick in die Karrierewege in der IT bot Dekan Berthold Kerschbaumer mit einem Kurzvortrag zu Hagenbergs Studiengebot.

Der Besuch an der FH OÖ fand im Rahmen des Projekts „Mentoring für HTL-Schülerinnen“ statt, das Frauen zu einer Karriere im MINT-Bereich ermutigen soll und von Frauen-Landesrätin Christine Haberlander sowie dem Frauenreferat und der Bildungsdirektion des Landes OÖ unterstützt wird.

Die Landesrätin lud die Schülerinnen im Anschluss an den Workshop noch zu einer Abendveranstaltung des „Zukunftsforum 2019“ ein, bei der die Schülerinnen mit insgesamt 400 Männern und Frauen aus der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weiter über das Thema „Warum künstliche Intelligenz ohne Vielfalt nicht funktioniert“ diskutierten. Bei der Podiumsdiskussion mit Expertinnen, zu denen auch Martina Gaisch von der FH OÖ zählte, sowie in den Keynotes von Sabine Köszegi von der TU Wien und Zukunftsforscher Matthias Horx standen die Chancen der Digitalisierung und der Nutzen der modernen Technologien im Mittelpunkt.

„Diese Veranstaltung hat einmal mehr die Probleme einer vergeschlechtlichten Technologie und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft aufgezeigt. Und mit unserem Workshop in Hagenberg ist es gelungen, die jungen HTL-Frauen dafür zu sensibilisieren und für eine weitere MINT-Karriere zu stärken“, zeigt sich Gaisch erfreut, die an der FH OÖ auch das „Durchstarterinnen“ Mentoring-Programm von Frauen in der Informatik für Frauen, die eine IT-Karriere anstreben, betreut.

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