Reingruber: Worst Case bei der Datenversorgung eingetreten

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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 01.04.2020 18:01 Uhr

URFAHR-UMGEBUNG. Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Daten- und Mobilversorgung im Bezirk aus. Nicht nur Rand-Ortschaften bekommen die schlechten Verbindungen zu spüren.

Die Internet- und Telefonleitungen glühen momentan buchstäblich - auch im Bezirk. Verursacher sind die Folgen der Corona-Maßnahmen: viele Menschen arbeiten von zuhause aus und Schüler - ebenfalls zuhause - erledigen ihre Aufgaben ebenfalls mithilfe des Internets. 

Das Szenario, dass aufgrund der Überbelastung „teilweise nichts mehr geht“ ist als Folge davon bereits in den Rand-Ortschaften der Gemeinden Haibach, Hellmonsödt, Altenberg, Ottenschlag und Alberndorf - aber auch in anderen ländlichen Gebieten eingetroffen. Beklagt wird die schlechte Anbindung an Internet und Mobilfunk. 

Tobias Pöppl aus Baumgarten in der Gemeinde Haibach erzählt: „Es ist einfach nicht möglich, ordentlich Home-Office sowie Telefonate durchzuführen, weil der Empfang gleich null ist! Anfangs haben wir uns damit arrangiert. Als ich jedoch vor kurzem einen Notruf wählen musste, weil es meiner Freundin von Minute zu Minute schlechter gegangen ist, und ich nicht einmal eine Notrufnummer wählen konnte, platzte mir fast der Kragen“.

Reingruber: „Problem wird wie eine heiße Kartoffel herumgereicht“

Der Thematik bewusst ist sich auch Haibachs Bürgermeister Josef Reingruber. Er habe das Szenario mehrfach bei zuständigen Politikern und Mobilfunkbetreibern positioniert, doch hier würde man das „Problem wie eine heiße Kartoffel“ herumreichen: „Hier nehme ich die Politik nicht heraus. In Sonntagsreden wird die heile Welt im ländlichen Raum versprochen. Daten folgen aber nicht.“ In einer Region mit rund 1.000 Einwohnern und einigen Betrieben sei man mit zum Teil weniger als 1 Mbit im Datennetz und auch bei der Mobilfunktelefonie unterversorgt. 

Gerade für den Mobilfunk gäbe es aber laut Reingruber eine Lösung, denn in der Region wurde ein Behördenmast des Landes errichtet. „Hier kritisiere ich stark, dass beim Bau dieses Senders durch das Land OÖ nicht einmal Leerrohre mitgelegt wurden geschweige denn überhaupt Kontakt mit Mobilfunkanbietern bezüglich gemeinsamer Nutzung aufgenommen wurde“, kritisiert der Bürgermeister. Der Staat würde laut ihm als Telekom-Miteigentümer nur zusehen.  „Ja sobald man an der Börse ist, gelten andere Regeln auch wahrscheinlich wo der Gewinn verbaut wird“ so Reingruber.

Grundversorgung an erster Stelle

Oberstes Gebot sei für Reingruber jedoch die Grundversorgung der Staatsbürger und hofft auf die Breitbandversorgung des Gebiets. Hier würde die von Gemeinden und Bürgern mit der Firma Liwest eingegangenen Partnerschaft bereits Früchte tragen. In Wien bekam das eingereichte Projekt vor Kurzem grünes Licht. 

Was die Frage der Mobilfunkanbietung angeht, bleibt der Haibacher Bürgermeister ebenfalls nicht mutlos: „Endlich hat uns das Büro von Ministerin Elisabeth Köstinger einen Termin für Vertreter der betroffenen Gemeinde angeboten. Vielleicht kommen wir da zu einer Lösung.“ Stattfinden werde dieser allerdings - aufgrund der Corona-Krise - nicht vor Mai. 

Aufruf an Bevölkerung: Meinung kundtun

Um in Wien zu überzeugen, ruft der Bürgermeister die Bevölkerung auf, ihre Meinung zur Lage kundzutun: „Bitte schickt ein Mail an bgm.reingruber@haibach.at oder an das jeweilige Gemeindeamt oder den zuständigen Bürgermeister. Alle schriftlich eingelangten Mails oder persönlich abgegebene Stellungnahmen werden in Wien der Ministerin überreicht und gehen auch an den Landeshauptmann. Vielleicht ist diese Krise eine Chance um rascher den ländlichen Raum flächendeckend nachzurüsten. China bzw. Südkorea haben die Krise insofern gut gemeistert weil diese in Sachen Breitband-Versorgung mit rund 15 Megabit pro Sekunde und Haushalt schnellere Verbindungen zum Datennetz haben.“

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