Maya Paya Kimsa: Straßenkinder-Hilfsprojekt wird erwachsen
HASLACH. 15 Jahre lang hat Martin Berndorfer in Bolivien das Straßenkinder-Hilfsprojekt „Maya Paya Kimsa“ aufgebaut und geleitet. Vor knapp einem Jahr ist er mit Sack, Pack und Familie in seine „alte Heimat“ Haslach übersiedelt. In Bolivien geht die Arbeit aber natürlich weiter.

„Es war von Grund auf meine Idee, nicht ewig in Bolivien zu bleiben, sondern das Projekt in die Hände der Leute vor Ort zu geben, damit es eine Eigenständigkeit und Dynamik entwickeln kann“, sagt Martin Berndorfer (41), für den im Vorjahr die Zeit gekommen war, sein „Baby“ ein wenig selbstständiger werden zu lassen. Doch es war nicht seine alleinige Entscheidung: Auch Frau Andrea (38) und die Söhne Maximilian (10) und Valentin (13) beschlossen, die andere Seite der Welt zumindest für eine Weile hinter sich zu lassen und das Leben in Europa kennen zu lernen.
Ganz neues Leben
„Für uns alle, aber vor allem für meine Frau und die Kinder bedeutet es eine große Umstellung, sei es schulisch, im Privaten aber auch beruflich. Die Kinder haben sich aber schnell eingelebt und keiner hat bisher je gesagt, er bereue den Schritt“, freut sich Berndorfer. Er selbst hat sich eine ganz andere Arbeit gesucht und ist nun bei der Firma Holzmann Maschinen EDV-Betreuer. Doch ganz kann und will er Maya Paya Kimsa nicht zurücklassen. „Ich stehe oft mehrmals pro Woche in Kontakt mit der Organisation in Bolivien. Maya Paya Kimsa läuft für mich jetzt nebenbei, ich bin aber noch immer der offizielle Obmann des Trägervereins. Schauen wir mal, wie lang wir das so lassen.“
Es geht weiter
Zum Abschied hat er die Leitung des Projektes in die Hände seiner langjährigen Mitarbeiterin Janneth gelegt, die seit elf Jahren dabei ist und Maya Paya Kimsa mit aufgebaut hat. Außerdem ist sie seit vier Jahren lokale Direktorin. Ihr Stellvertreter Denis ist ebenfalls seit zehn Jahren in der Organisation tätig. Auch finanziell ist die Arbeit mit den Straßenkindern abgesichert. Die Projektpartner zeigten sich zwar überrascht von der Entscheidung Berndorfers, das Land zu verlassen, die Einrichtung ist aber mittlerweile so anerkannt, dass sie nicht mehr mit einer einzelnen Person steht und fällt.
Ein Straßenfest für Bolivien
Dass Martin und seine Familie jetzt sowieso in Haslach wohnen, ist für den Förderverein MaPaKi in Haslach kein Grund, nicht das zur Tradition gewordene MaPaKi-Straßenfest zu feiern. Am Sonntag, 17. Juni, ist es wieder so weit. Der Tag beginnt mit einer Familienmesse um 9.30 Uhr und einem anschließenden Frühschoppen. Für Kinder gibt“s eine Hüpfburg und Ponyreiten. Höhepunkt wird der Auftritt von Mr. Dyvinetz sein, einem persönlichen Freund der Berndorfers aus Chile. Der Straßenkünstler ist mit seinem Cyr-Rad zu Gast und ist als Zweitplatzierter einer spanischen TV-Talente-Show sowie als Teilnehmer vieler Straßenkunst-Festivals auf der ganzen Welt bekannt. Als Verpflegung gibt“s Chili con Carne und Kesselheiße sowie Kaffee und Kuchen. Denn: Spenden kann Maya Paya Kimsa nach wie vor gut gebrauchen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden