„Soko Brachvogel“: Alle Gelege und Jungvögel in Hörsching verschwunden
HÖRSCHING/WELS. Die Ergebnisse der diesjährigen Bestandszählung seltener Wiesenvogelarten durch die Vogelschutzorganisation BirdLife zeigen auf, wie positiv sich der Brachvogel auf dem Flugplatz Wels entwickelt, während auf dem Flughafen Hörsching alle Brutversuche dieser seltenen Vogelart erfolglos blieben.

Warum im Jahr 2016 in Hörsching alle Gelege oder Jungvögel verloren gingen, ist noch nicht restlos geklärt. „Das wird aber erhoben. Die Untersuchungen werden von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich sowie der Europäischen Union gefördert“, weiß Hans Uhl von BirdLife Österreich. Während es im Vogelschutzgebiet „Flugplatz Welser Heide“ aufgrund der idealen Wiesenbewirtschaftung zum besten Bruterfolg in ganz OÖ kam (mindestens zehn von insgesamt 46 Brutpaaren des Großen Brachvogels in OÖ), bleibt Hörsching eine Problemzone. Bis zu acht Paare der hier brütenden Brachvögel verloren im Frühjahr alle ihre Gelege oder Jungvögel. „Das zeigt, wie schwer es der Brachvogel in herkömmlich bewirtschafteten Mähwiesen hat“, so Uhl.
Rückblick
WELS. Seit mehr als sechs Jahren beschäftigt der „Große Brachvogel“ den Welser Flughafen. Ursprünglich wollte die Stadt Wels 25 Hektar des knapp 130 Hektar Flugplatz-Areals in Betriebsbaugebiet umwidmen. Was einen langjährigen Zwist und Rechtsstreit mit dem am Areal ansässigen Fliegerverein „Weiße Möwe“ nach sich zog. Auch die EU-Kommission schaltete sich ein, verlangte ein Europaschutzgebiet, es kam sogar zu einem EU-Vertragsverletzungsverfahren. Weshalb das Land OÖ 2015 mit der Verordnung LGBl. 45/2015 das Gebiet „Welser Heide“ als Europaschutzgebiet nach der Vogelschutzrichtlinie erlassen hat. Damit war das Betriebsbaugebiet vom Tisch.


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