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HÖRSCHING/MARCHTRENK. Während die Vorbereitungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung des vierstreifigen Ausbaues der B1 in Hörsching auf Hochtouren laufen, ist die Situation in Marchtrenk verfahren. Bürgermeister Paul Mahr lässt am Freitag, 27. April (13 Uhr) die B1 bei der Spar-Kreuzung teilweise sperren.

Die Bemühungen um einen vierstreifigen Ausbau der B 1 reichen weit zurück. Seit 1999 gibt es Planungen für die Abschnitte in den Gemeindegebieten von Hörsching und Marchtrenk. Foto: Weihbold

„Ich appelliere an den Bürgermeister dringend, das zu unterlassen. So etwas auf Kosten der Pendler auszutragen ist sicher nicht der richtige Weg“, betonte Landesrat Günther Steinkellner gegenüber den Medien.

Von einer stundenlangen Totalsperre sieht Bürgermeister Paul Mahr ab, „aber in Fahrtrichtung Wels wird die B1 für zwei Stunden erschwert passierbar sein. Wir wollen ein klares Zeichen setzen.“

Gestritten wird um die Beschaffenheit der Verkehrsknoten. Laut Planungen der Experten des Landes würde die Verbreiterung der bereits bestehenden Umfahrung Marchtrenk auf vier Streifen fünf bis sechs Knoten mit Ampelanlagen beinhalten (drei mehr als jetzt). Mahr dagegen wünscht sich eine moderne, ampelfreie, vierspurige Straße.

Diese würde eine Tieferlegung der B1 im Bereich der Verkehrsknoten bedeuten. „Technisch machbar ist heutzutage ja alles, aber das ist schlichtweg unfinanzierbar“, so Steinkellner.

Christian Dick, Leiter der Abteilung Straßenneubau und -erhaltung des Landes OÖ, betont das Problem des Flächenverbrauches: „Die Absenkung der Vierstreifigkeit braucht viel mehr Fläche, da muss es Böschungen und Rampen geben. Der Vorschlag von Bürgermeister Mahr wäre um mindestens fünf Millionen Euro teurer, und da sind die Grundablösen noch gar nicht eingerechnet.“

Insgesamt kostet die Verbreiterung der B1 von der Umfahrung Neubau bis zur Spar-Kreuzung in Marchtrenk dem Land 70 Millionen Euro.

Mahr verwehrt sich gegen den Vorwurf, Unmögliches zu fordern: „Wir wollen nur, dass ein paar hundert Meter von den insgesamt sieben Kilometern in Tieflage gebaut werden. Die vielen vom Land vorgeschlagenen Ampellösungen würden die Verkehrssituation nur noch verschlimmern. Es gibt derzeit ja keinen einzigen Meter Lärmschutz entlang der B1 in Marchtrenk.“

Bauabschnitt Hörsching

Anfang 2019 soll die UVP für den ersten Abschnitt eingereicht werden. Im besten Fall kann dann zwei Jahre später mit dem Baubeginn gerechnet werden. Gibt es für Marchtrenk einen Konsens, könne das Umwelt-Prüf-Verfahren parallel dazu gestartet werden.

Chronologie (aus Sicht des Landes OÖ):

2008: Baubeginn für den Abschnitt im Bereich der Kreuzung B1/Umfahrung Traun bis zur Kreuzung B1/B133, die Umfahrung Neubau. 

2010, September: Verkehrsfreigabe

2010: Das Land OÖ Baut als Vorgriff auf den vierstreifigen Ausbau in Marchtrenk die Unterführung B1/Eichenstraße und errichtet die Kreisverkehre bei der Feuerwehr und der Firma Hofer

2011: Der Gemeinderat beschließt einstimmig den Ausbau der B1 in der vom Land vorgeschlagenen Variante mit Ampelkreuzungen und einer Tieflage der B1 im Bereich der Kreuzung Weißkirchner Straße/B1

2012: Marchtrenk beschließt zur abgestimmten Variante ein Nebenwegekonzept, das für die weiteren Planungen des Ausbaues dringend erforderlich ist. 

2013: kommt es zum Bürgermeisterwechsel. Neue Wünsche (Tunnelvariante, erweiterte Tieflage, Kreisverkehr,...) werden an das Land gerichtet. Alle Wünsche und Forderungen der Stadt Marchtrenk scheitern an der Finanzierung. DAdurch werden die weiteren Bemühungen eingestellt und der Ausbau der B1 wird in den Bauprogrammen nicht weiter berücksichtigt. 

2015: Steinkellner wird Infrastrukturlandesrat, für ihn ist das Projekt prioritär und eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte. ER gibt den Auftrag, die Planungen mit Hochdruck weiter zu betreiben.

2016: Auf Veranlassung von LR Steinkellner erfolgt die Neuaufnahme in das Bauprogramm. Die Planungen müssen neu aufgestellt und erweitert werden, da die Gemeinde Marchtrenk eine zweistreifige Variante mit niveaufreien Anschlüssen geprüft haben will. Die anzustellenden Berechnungen und Untersuchungen bedeuten einen erheblichen Mehraufwand von knapp einem Mahr. 

2017: Die Untersuchungen belegen, dass die zweistreifige niveaufreie Variante nicht die Leistungsfähigkeit besitzt, um die prognostizierten Verkehrsentwicklungen bewältigen zu können. Marchtrenk akzeptiert die Tatsache des vierstreifigen Ausbaus, behält aber den Wunsch der Tieflage und niveaufreie Anschlüsse. 

November 2017: Gipfelgespräch zwischen Land OÖ. und Gemeinde Marchtrenk zur Fixierung von Eckpunkten für die weiteren Planungsschritten. Zu ZUge des Termins wird der Gemeinde Marchtrenk das Nebenwegekonzept des Landes übergeben.

Jänner 2018: Marchtrenk akzeptiert das Nebenwegekonzept nicht. Daraufhin wurde das Projekt geteilt und der Ausbau beginnt in Hörsching. 


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