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Freie Gedichte von „Dorfreporter“ Wallerberger publik gemacht
Steinbach/Steyr. Man hat ihn gekannt, Dichter Karl Wallerberger. Die Ortsleute haben ihn auch „Dorfreporter“ genannt. Denn über aktuelle Ereignisse oder Anlässe wusste er als erster Bescheid und hatte stets die passende Strophe parat.

Beim Sonntags-Frühschoppen in Steinbach/Steyr hatte Karl Wallerberger einen Stammplatz beim Czerny. Er war mit seinen Gedichten und G“stanzln ein Fixpunkt in der Männerrunde. Was ihm auch zu Ohren kam, verpackte Karl Wallerberger in heitere bis besinnliche Gedichte, je nach Gegebenheit und Anlass. „Auch heute noch trägt er den Beinamen Dorfreporter“, sagt Enkelin Christine Dörfel. Es war keine Seltenheit, dass der gesellige Mann dabei den einen oder anderen gewitzt auf die Schaufel nahm, dafür war er bekannt. Heute sind von Karl Wallerberger neben den vielen Erinnerungen nur noch handschriftliche Aufzeichnungen und Sammlungen übrig, die sich in seinen Jahren angesammelt haben. Er ist vor 15 Jahren verstorben. Sohn Emmerich Wallerberger und Enkelin Christine Dörfel ackerten die Schriften in den letzten Jahren jedoch liebevoll durch und schenken dem Vater/Großvater anlässlich des 105. Geburtstags einen zweiten Band seiner Gedichtsammlung. „Es war eine große Herausforderung seine Aufzeichnungen in Kurrentschrift zu übersetzen, doch mit Unterstützung von Frau Traudi haben wir es geschafft“, freuen sich die beiden. Am 18. Juni ist in der Galerie von Enkelin Christine eine Lesung aus dem neuen Werk geplant. Lesung am 18. Juni Wie der Vater so der Sohn: Emmerich Wallerberger hat die dichterische Ader geerbt. Zum Geburtstag vom Vater am 18. Juni wird er einige der Mundart-Gedichte vortragen. Der gemütliche Abend startet um 20 Uhr. Auszug - Band 2Wer hat da de Hosn an?Heutzutag kannst oft net kenna,siachst den oan, den andern renna,kennst es net, is´s wiadawö(ll),ob“s a ER is – oder a SIE.Was a Frau za frühern Zeitenausgmacht hat – ihr Oberweit´n!Ihre Waderl rund und schen, hast es stehn gsehgn oder gehn.Des fallt heut flach, schau dir s“ nur an, ja unterscheidt sih kaum vom Mann. Dürr von unten bis auf d´Höh,des mollert Madl is passe!...Aber jeder Buamawicht, wird zan Stricka heut abgricht,bringt in d´Schul scho(n) seit a Zeita Kofferl mit der Handarbeit.Und der sunst so starke Mann,hat bald nimmer d“Hosn an....Wüll s“ amal in d´Werkstatt gehn,soll ruhig der Mann beim Herd umstehn, und Babysittn nach ihrn Wülln, wia ma sagt den Hausmann spieln!„Gibt“s a Hoffnung auf Karenz?“ –aber woaßt – da is aft d´Grenz!Weil, solang er s“Muattersein net kann, bleit ja doh der Mann – der Mann!


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