Schlierbacher Bürgermeisterin Katharina Seebacher setzt sich für Klimaneutralität ein

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Susanne Winter, MA Tips Redaktion Susanne Winter, MA, 13.04.2021 10:01 Uhr

SCHLIERBACH. Einige oberösterreichische Bürgermeister und Gemeindepolitiker unterstützen das Ziel der Österreichischen Bundesregierung für Klimaneutralität bis 2040, darunter auch ÖVP-Bürgermeisterin Katharina Seebacher aus Schlierbach.

„Eine wirkungsvolle Klimapolitik braucht klare Ziele und die Zustimmung zur Umsetzung auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen. Hier sind Bund, Land und Gemeinden gemeinsam gefordert. Wir freuen uns, dies mit einer gemeinsamen Pressekonferenz von OÖ Bürgermeistern und Gemeindepolitikern von ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, NEOS und Bürgerliste zeigen zu können. Gemeinsam rufen sie zur Unterstützung und Umsetzung des Ziels der Klimaneutralität in Österreich bis 2040 auf und erläutern, wie sie es in ihren Gemeinden umsetzen wollen“, erklärt Peter Czermak von Klima-Allianz OÖ, ein regionaler Zusammenschluss von mehreren Initiativen zum Klimaschutz.

Schlierbacher Bürgermeisterin fährt ein Elektroauto

Katharina Seebacher ist seit 2009 Bürgermeisterin in Schlierbach und fährt seit sieben Jahren ein Elektroauto. „Ich bin seit langem an klimaschonenden Maßnahmen und Konzepten interessiert. Wir erzeugen ungefähr genau soviel Strom mit unserer PV-Anlage am Dach wie ich für mein Elektroauto im Jahr brauche,“ erzählt die verheiratete Mutter von vier Kindern und Oma von zwei Enkelkindern.

Boden- und ressourcensparende Konzepte in der Raumordnung

Klimaschutz ist ihr jedoch nicht nur privat wichtig, als Bürgermeisterin möchte Katharina Seebacher gemeinsam mit dem Gemeinderat „in der Raumordnung Konzepte entwickeln und Akzente setzen, die boden- und ressourcensparende Auswirkungen (Bauweise, Energieproduktion, Verkehrserschließung, etc.) haben, um so viel landwirtschaftlichen Nutzgrund wie möglich für die Produktion von regionalen Lebensmitteln zu erhalten. Dahingehend unterstützen wir auch Initiativen wie den Bauernmarkt, wo diese Lebensmittel auch sehr lokal und regional in die Kreislaufwirtschaft einfließen oder das ,Bschoadbinkerl', wo regionale Leitbetriebe ihre Produkte als ,in-Wert-gesetzte' Geschenke anbieten und vom Nahversorger in Schlierbach koordiniert und vermarktet werden. Mit einem Gemeinde-Gutscheinsystem soll zum lokalen Einkauf angeregt und die Nahversorger-Betriebe unterstützt werden.“

Schlierbach ist seit 1993 Klimabündnisgemeinde

Als Klimabündnisgemeinde setzt Schlierbach viele verschiedene Projekte im Bereich des Klimaschutzes um und legt Wert auf Bewusstseinsbildung in allen Bereichen durch Workshop-Angebote des Klimabündnis OÖ für Gemeinden und Schulen. „Über ,Gesunde Jause, Gesunde Küche, Gesunder Kindergarten' wird Bewusstseinsbildung für das Thema Ernährung und Konsum schon bei den Kleinsten angestoßen“, berichtet Katharina Seebacher: „Ich halte es für wichtig, die Leute auf dem Weg mitzunehmen, ihnen Klimaschutz vorzuleben und sie davon zu überzeugen, dass es nicht immer einen Verzicht bedeutet, sondern man selbst auch viel gewinnen kann.“

Klimaschutzprojekte der Gemeinde

Die Gemeinde beteiligt sich an der Europäischen Mobilitätswoche, Klimameilen, Fahrradberatung, Abfalltrennung und Altstoffverwertung, Energieverbrauchserhebung über KEM Traunviertleralpenvorland, Wärmebildkameraaktion, LED-Leuchtmittel-Tauschaktionen und vielen weiteren Aktionen. Mittels einer Bio-Energiegenossenschaft erfolgt seit 2001 die Nahwärmeversorgung von öffentlichen und privaten Gebäuden wie auch Schulen und Betriebe. Die regionale Landwirtschaft liefert die nachwachsenden Energierohstoffe. Über die Bürgerenergie Genossenschaft der KEM wurden PV-Anlagen für die Volksschule (2012) und für das Gemeindeamt (2016) errichtet. Der Energieverbrauch der öffentlichen Straßenbeleuchtung wird durch die laufende Umstellung auf sparsamere Leuchtmittel eingespart. Der neue Kindergarten wurde in Holzbauweise zentral im Ortskern errichtet.

Weitere Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität auf Gemeindeebene

Der Fokus der Gemeinde Schlierbach liegt auf Bereiche zur Erreichung der Energieneutralität. Beispielsweise wird bei der Raumordnung auf boden- und ressourcenschonende Bebauungskonzepte geachtet. Dazu zählen die Reduktion des Bodenverbrauchs durch die Verkleinerung der Parzellengröße, die verdichtete Nutzung der Baugründe, Mischformen der Bebauung (Einfamilienhäuser, Mehrparteienhäuser, verdichteter Wohnbau, gemeinschaftliches Wohnen), die Nachnutzung von Leerstand beziehungsweise die Mobilisation von unbebauten Grundstücken sowie die Versorgung durch die Nahwärme (Bioenergiegenossenschaft). Um energieoptimiertes Bauen zu forcieren bietet die Gemeinde eine Beratung zu den Themen Positivenergiehäuser, klimawandelangepasste Planung sowie Konzepte für energieproduzierende Gebäude. Energieerzeugergemeinschaften sind in Planung, jedoch ist das dafür benötigte Gesetz noch nicht in Kraft. Weiters ist die Nutzung der Dachflächen bei öffentlichen Gebäuden wie Kindergarten und Feuerwehrhaus für PV-Anlagen geplant.

Errichtung beziehungsweise Erhaltung fußläufiger Wege

Auf der Agenda der Gemeinde Schlierbach stehen zudem die Errichtung beziehungsweise Erhaltung fußläufiger Wege zur Mobilisierung der Fußgeher und Radfahrer, die Schaffung von Radwegsmarkierungen, der Aufbau von E-Ladestationen und E-Carsharing sowie die Errichtung von Coworking-Räumen und der Glasfaserausbau, um das Arbeiten von Zuhause aus zu attraktiveren und damit notwenigen Pendelverkehr zu verringern. „Im Rahmen des Agenda 21-Prozesses wird aktuell an der ,Grünen Achse Schlierbach' im Siedlungsgebiet Hofwiese gearbeitet. Diese klimafitte Grünflächen sollen zu Aufenthaltsorten, Bewegungs- und Begegnungszonen gestaltet und mit einem Kilometer an attraktiven Fuß- und Radwegen verbunden werden.“

Nächste Aktion von Klima-Allianz OÖ

Die nächste Aktion von Klima-Allianz OÖ ist im Mai eine Befragung aller Parteien zur Klimaneutralität in allen oberösterreichischen Gemeinden. Klima-Allianz OÖ sucht dafür für jede Gemeinde parteiunabhängige Klimabotschafter, welche vor Ort die Kampagne mitunterstützen wollen. Auf www.respekt.net/klimaneutral wird für ein Crowdfunding zur Kampagne geworben. „Klimaschutz geht uns alle an. Packen wir es an. Machen wir die OÖ-Wahl 2021 zur Klimawahl“, ruft Peter Czermak auf.

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