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LAAKIRCHEN. Sie hat als Lagerarbeiterin bei einem Online-Händler oder als Aushilfe in Freizeitparks gearbeitet. Caro Lobigs Reportagen sind auf großes öffentliches Interesse gestoßen. Im ALFA Steyrermühl gab sie einen Einblick in ihre Recherchearbeiten.

Caro Lobig referierte im ALFA Steyrermühl über ihre Recherchen als Lagerarbeiterin. Foto: AK OÖ.
Caro Lobig referierte im ALFA Steyrermühl über ihre Recherchen als Lagerarbeiterin. Foto: AK OÖ.

Als Mitarbeiterin im „RTL Team“ des Aufdeckungsjournalisten Günter Wallraff erkundete sie die Arbeitsbedingungen als Arbeiterin in einem Auslieferungslager des deutschen Onlineversandhändlers „Zalando“ in Erfurt. Drei Monate lang filmte Lobig mit versteckter Kamera den Arbeitsalltag, der durch permanentes Überwachen und Aushorchen der Mitarbeiter, psychischen Druck zur Leistungserhöhung und das Anlegen von Persönlichkeitsprofilen geprägt gewesen sei. Unter anderem habe es eine 500 Euro-Prämie für Hinweise auf Diebstahlverdacht gegeben. Lobig erwähnte auch ein Sitzverbot während der Arbeitszeit, ungewöhnliche Pausenregelungen und das Schüren von Angst vor Gewerkschaften. Dass das öffentliche Aufdecken von Missständen durchaus Konsequenzen hat, zeigt die Reaktion des Unternehmens. Laut Lobig habe es nach der Ausstrahlung der Sendung einige Verbesserungen gegeben. So habe man Schulungen für Vorgesetzte hinsichtlich respektvollerem Umgang mit Mitarbeitern durchgeführt, die Pausenregelung sei verbessert und ein Betriebsrat gewählt worden. Auch Missstände im Arbeitsalltag in deutschen Freizeitparks zeigte Lobig auf.

Dass das Thema Zeit- und Kostendruck und die daraus resultierenden psychischen Belastungen eine große Herausforderung sind, bestätigte die AK-Vizepräsidentin und Betriebsratsvorsitzende von Miba-Sintermetall Elfriede Schober: „Es wird für alle nicht einfacher. Unser Ziel muss sein, dass die Kollegen gesund in die Pension kommen.“ Auch Helmut Freudenthaler (Betriebsratsvorsitzender des Kepler Universitätsklinikums) berichtete von seinen Erfahrungen. „Die von Lobig aufgezeigten Methoden sind vielleicht nicht in diesem Ausmaß, aber durchaus in abgeschwächter Form auch in Österreich zu beobachten“, so Freudenthaler.


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