Sommerferien stellt die Eltern vor große Probleme
LINZ-LAND. Seit Wochen weisen die ÖGB-Frauen OÖ darauf hin, vor welch enormen Problemen viele Eltern stehen, die nicht wissen, wie sie im Corona-Jahr die Sommerbetreuung ihrer Kinder organisieren sollen. Die aktuellen Schul- und Kindergartenschließungen verschärfen die Lage erneut. Tips hat sich die Situation im Bezirk genauer angesehen.

„Wir brauchen endlich einen Plan für die Betreuung im Sommer. Es muss sichergestellt sein, dass Kinder einen Platz haben, wenn Not am Mann oder der Frau ist, weil es keine Möglichkeit auf Urlaub oder Freistellung gibt“, insistiert ÖGB-Frauenvorsitzende Elfriede Schober. Zudem fordern die ÖGB-Frauen eine Ausweitung der Sonderbetreuungszeit für berufstätige Eltern. „Am schnellsten ist man immer mit den Schul- und Kindergartenschließungen. Aus den Erfahrungen des ersten Shutdowns müsste man schon wissen, dass es Begleitmaßnahmen für berufstätige Eltern braucht, wenn die Betreuungseinrichtung ausfällt“, ärgert sich Schober und ist damit nicht alleine.
„Uns berichten Eltern von haarsträubenden Szenen, wo Kinder mit all ihren Utensilien gestern quasi hinauskomplimentiert wurden, die sie gar nicht allein nach Hause tragen konnten.“ Die ÖGB-Frauen sind sich bewusst, dass rasche Maßnahmen richtig und wichtig sind, um einen weiteren Corona-Ausbruch mit all seinen wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu verhindern: „Die Mehrheit der Eltern hält sich an alle Regeln, die meisten Menschen sind rücksichtsvoll. Wenn aber nun wieder Eltern einen Ausbruch ohne Unterstützung ausbaden müssen, ist das inakzeptabel.“
Sommerbetreuung teilweise noch immer offen
Es sei in vielen Gemeinden nach wie vor völlig unklar, wie die Sommerbetreuung organisiert wird, weil Haberlander die Gemeinden und damit die Eltern im Regen stehen lasse. „Für die Gemeinden gibt es nicht genug finanzielle Unterstützung, aber sie sollen dafür sorgen, dass es Betreuungsplätze gibt. Damit macht es sich die Landeshauptmann-Stellvertreterin ein wenig zu einfach“, ärgert sich Schober, die bereits vor Monaten klare Vorgaben des Landes, finanzielle Unterstützung für die Gemeinden und Planbarkeit bei der Sommerbetreuung gefordert hat.
Leistbare Betreuung
„Durchschnittlich 20 Tage waren die Kindergärten und Krabbelstuben in den letzten Jahren im Sommer geschlossen. Das wird sich mit einer kleinen Aufstockung des Budgets für Saisoneinrichtungen nicht lösen lassen. Von Volksschulkindern ohne Sommerbetreuung reden wir da noch gar nicht“, fordern sie flächendeckende, leistbare Sommerbetreuung und vor allem mehr Tempo von Haberlander. „Das Land Oberösterreich muss rasch Geld in die Hand nehmen, um es Gemeinden zu ermöglichen, die Sommerpause in den Kindergärten und Krabbelstuben heuer ausfallen zu lassen und Betreuung für Volksschulkinder zu schaffen. Eltern müssen wissen, ob sie sich auf ein Betreuungsnetz verlassen können.“
Situation in Gemeinden
Die aktuellen Entwicklungen stellen natürlich auch die Städte und Gemeinden im Bezirk vor Herausforderungen. Sie haben sich aber auf die Situation vorbereitet. In Wilhering wurde etwa eine Abfrage bei den Eltern durchgeführt, ob Bedarf an Kinderbetreuung in diesen Wochen besteht. „Das hat gut funktioniert und wir sehen, dass wir den Eltern damit helfen können“, so Bürgermeister Mario Mühlböck.
Auch in Leonding wurde eine Sommerbetreuung geplant, wie es derzeit weitergeht, ist aber etwas unklar. „Wir werden natürlich etwas anbieten, aber nur, wenn es keine Einschränkungen bezüglich Covid-19 gibt“, so Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek. In Pasching ähneln die Anmeldezahlen für Kinderbetreuung im Sommer der Nachfrage in den Jahren zuvor. „Für die Betreuung, während die Eltern zur Arbeit müssen, ist durch Sommerhort und Sommerkindergarten ausreichend gesorgt“, erläutert Bürgermeister Peter Mair.


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