Leopoldschlag nach Messerattacke unter Schock: Nachbarn fordern Schließung des Asylheims
LEOPOLDSCHLAG. Die Gemeinde Leopoldschlag steht nach der Messerattacke gestern in Wullowitz (Tips berichtete) unter Schock. Die fassungslosen Anrainer des Asylwerberheims trauern um ihren getöteten Nachbarn (63) und fordern mit Nachdruck, das Wohnheim zu schließen. Heute Vormittag soll eine Entscheidung in dieser Angelegenheit fallen, kündigt Leopoldschlags Bürgermeister Hubert Koller an.

Dass der allein stehende Altbauer G., der auf seinem Bauernhof nur wenige hundert Meter vom Asylwerberheim gewohnt hat, ermordet wurde, können die Nachbarn des 63-Jährigen noch gar nicht richtig fassen. „Er war so ein netter Mensch“, sagt eine Anrainerin. Ein Kriseninterventionsteam und ein Arzt kümmerten sich noch gestern Abend um die schwer geschockten Nachbarn.
Auslöser für die Tat dürfte ein Streit mit dem Betreuer gewesen sein, bei dem es um einen Arbeitsplatz ging. Mehrere weitere Asylwerber gingen laut Zeugen noch dazwischen, drei von ihnen wurden dabei von dem Angreifer ebenfalls erheblich verletzt.
Anrainer fühlen sich nicht mehr sicher
Leopoldschlags Bürgermeister Hubert Koller sah sich mit Vorwürfen konfrontiert, dass man schon von Anfang an Bedenken gegen das Asylheim gehabt habe. „In Wullowitz ist gestern noch viel diskutiert worden“, sagt Koller.
Seit September 2015 wohnen Flüchtlinge in einem der beiden ehemaligen Zollwohnhäuser direkt an der Grenze. Der Täter lebte bis vor gut zwei Jahren ebenfalls dort, zog aber dann mit seiner Frau in eine Wohnung direkt im Ort Leopoldschlag. Das Paar hat zwei kleine Kinder.
Krisengipfel in Linz zur Zukunft des Asylwohnheims
Heute Vormittag trifft sich Bürgermeister Koller mit Vertretern des Roten Kreuzes (Betreiber des besagten Asylwerberheims) und des Integrationsbüro in Linz zu einem Krisengipfel zusammen. Es soll über die Zukunft des Flüchtlingswohnhauses, in dem aktuell 20 Asylwerber - darunter mehrere Familien mit Kindern - leben, entschieden werden. Denn die Wullowitzer fühlen sich in ihren eigenen Häusern nicht mehr sicher.


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