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MÜHLVIERTLER ALM/OÖ. Nach dem Corona-Lockdown sehnen sich die Menschen nach Licht, frischer Luft und Freiheit. Das schlägt sich in der wachsenden Anzahl von Radfahrern nieder. Auch auf der Mühlviertler Alm boomt der Radtourismus. Meist, aber nicht immer geht es dabei friktionsfrei zu. Tips hat nachgefragt.

  1 / 3   Wer die gut markierten Wege der Tour de Alm benützt, ist durch Gestattungsverträge mit den Grundbesitzern rechtlich auf der sicheren Seite. Foto: Mühlviertler Alm/Dieter Hawlan

Deutlich spürbar ist der Radfahr-Boom in der Region für Richard Obereder, Obmann des Vereins Tour de Alm. Die Tour de Alm ist eine gutbeschilderte Mountainbike-Route durch die Mühlviertler Alm, die auf 188 Kilometern Länge über rund 5.400 Höhenmeter führt. Hingegen ist die Tour de Alm Road, eine reine Straßenroute, gänzlich unmarkiert und nur mit einer App zu befahren.“Man sieht zur Zeit richtig viele Biker, der Trend zum Radfahren wird stärker, das hört man auch von den Fahrradhändlern“, so Obereder.

Gestattungsverträge regeln Benützung

Mit schwarzen Schafen unter den Radfahrern, die auf markierte Wege pfeifen, gebe es, so Obereder, in der Region noch sehr wenige Probleme. „Die Strecke der Tour de Alm verläuft auf öffentlichen Wegen und auf privaten Wegen, für die wir Gestattungsverträge mit den Grundbesitzern abgeschlossen haben.“ In jeder Gemeinde gibt es Verantwortliche für die Tour de Alm-Strecke. Im Gegensatz zum Zentralraum, wo etwa auf der Gis bei Lichtenberg täglich hunderte Radler unterwegs seien, verteile sich das Aufkommen in der Region sehr gut.

„Quer durch Feld und Wiese“

Dass es keine Probleme mit den Radfahrern in der Region gibt, kann Bauernbund-Obmann Josef Mühlbachler aus Liebenau nicht bestätigen. „Das mag für die markierten Wege gelten, aber es vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht ein paar Biker auf meinem Grund anhalte und ihnen klarmachen muss, dass sie auf Privatgrund abseits der markierten Route durch Feld und Wiese fahren.“ Einigen sei gar nicht bewusst, dass im Wald zwar das Wandern, nicht aber das Radfahren oder Reiten erlaubt sei. „Die Biker kommen kreuz und quer daher, manchmal mitten durchs Futter. Unsere Freizeitgesellschaft glaubt offenbar, dass jeder überall hinfahren darf. Da wundert es einen nicht, dass manche Bauern mit Besitzstörungsklagen drohen.“

Tourismus wichtiger Faktor

Dabei, so räumt der Liebenauer ein, sei der Tourismus in allen Formen gerade für die Landwirtschaft der Region ein sehr wichtiger Faktor, und die Verantwortlichen der Mühlviertler Alm seien sehr bemüht, die Gästeaktivitäten in die richtigen Bahnen zu lenken. „Man will ja nicht gleich eine Anzeige machen, aber manchmal geht es schon an die Grenzen.“ Was ist nun die Lösung, um allen Beteiligten Genüge zu tun?

Bike-Gebühr keine Lösung

Eine Tagesgebühr für Radfahrer einzuführen, wie sie seit Jahrzehnten bereits von Reitern für die Benützung der markierten Wege eingehoben wird, hält Richard Obereder für das falsche Signal. „Persönlich habe ich nichts dagegen, ein paar Euro kann sich sicher jeder leisten, aber eigentlich müsste dann auch von jedem Wanderer eine Abgabe eingehoben werden.“ Auch Josef Mühlbachler hält eine Gebühr nicht für der Weisheit letzten Schluss: „Wenn sich alle an die markierten Wege und an die Regeln halten, ist alles in Ordnung. Für die schwarzen Schafe könnte ich mir eine gut sichtbare Kennzeichnung sehr gut vorstellen.“


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