Fünf Fälle von "Neffentrick" im Bezirk Linz-Land angezeigt
BEZIRK LINZ-LAND. In den letzten Tagen wurden bei der Polizei im Bezirk Linz-Land fünf Fälle des sogenannten „Neffentricks“ angezeigt, bei dem vorwiegend älteren Personen Geld herausgelockt werden sollte.

Zum Glück durchschauten die Angerufenen den Trick relativ rasch, sodass die Betrüger in allen fünf angezeigten Fällen erfolglos blieben. Am 20. September gegen 10.25 Uhr erhielt eine 69-Jährige aus Asten den ersten (angezeigten) Anruf, in welchem ein vermeintlicher Verwandter namens „Walter“ aus Deutschland 40.000 Euro für einen Grundstückskauf von ihr forderte - sie dürfe es aber niemandem erzählen, da es ein Geschenk für die Familie sein solle. Bei einem weiteren Anruf forderte er bereits 140.000 Euro, die er sich in Kürze holen wolle - er erschien jedoch nie.
Täter sprach hochdeutsch bzw. mit deutschem Dialekt
Am selben Tag wurde eine 66-jährige Traunerin gegen Mittag von einem Mann mit hochdeutschem Akzent angerufen, welcher sich als ihr Bruder ausgab; die Pensionistin war jedoch von Anfang an skeptisch und als sie nach dem Geburtsdatum ihres Bruders fragte, legte der Unbekannte auf, ohne dass es zu einer Geldforderung gekommen war.
Auch in Pasching waren die Betrüger aktiv
Am folgenden Tag rief ein Mann mit hochdeutschem Dialekt bei einem 76-jährigen Pensionisten in Pasching an mit den Worten „Hallo, kennst Du mich nicht mehr?“ Daraufhin glaubte der Pensionist kurzfristig, mit seinem Ex-Schwiegersohn aus Deutschland zu sprechen. Der Anrufer wollte für eine Versteigerung 40.000 bis 50.000 Euro; der 76-Jährige bot ihm 30.000 Euro und Münzen an, hob das Geld von seinem Konto ab und wurde erst misstrauisch, als bei einem weiteren Telefonat eine Geldübergabe in Budweis zur Sprache kam - er verständigte die Polizei.
Alle Anrufe gingen an einen Festnetzanschluss
Auch eine 78-jährige Pensionistin aus St. Martin wurde einen Tag später von einem Unbekannten mit hochdeutschem Akzent angerufen, der sich als Neffe der Frau ausgab und gerade in Deutschland festsitzen würde - daher bräuchte er zumindest 100 Euro, um wieder nach Österreich zurückzukehren. Die 78-Jährige reagierte jedoch geistesgegenwärtig, als sie bemerkte, dass es sich nicht um ihren Neffen handelte, und behauptete, kein Geld zu besitzen und Schulden bei der Bank zu haben - der Betrüger legte daraufhin auf.
Auch 85-Jährige durchschaute den Betrüger
Auch beim bislang letzten angezeigten Anruf am 22. September um 11.35 Uhr durchschaute eine 85-jährige Pensionistin aus Wilhering den Trick; vorest hielt sie den hochdeutsch sprechenden Anrufer für ihren angereisten Neffen. Nach oberflächlichem Geplauder rückte dieser aber mit der Sprache heraus, dass er in Wels sei, eine Eigentumswohnung gefunden habe und das Geld dafür erst am 23. September bekommen würde - daher würde er die Summe an diesem Tag schon benötigen und sie sich zwischen 15 und 16 Uhr abholen kommen. Daraufhin meinte die 85-Jährige, die Sache sei für sie erledigt und beendete das Telefonat.
Tipps von der Polizei
• Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Sie diese nicht erkennen.
• Geben Sie niemals Auskünfte über Ihre finanziellen Verhältnisse.
• Halten Sie nach einem Anruf mit Geldforderungen sofort Rücksprache mit Familienangehörigen oder Vertrauenspersonen.
• Lassen Sie sich niemals zu Geldabhebungen drängen.
• Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
• Informieren Sie bei verdächtigen Anrufen sofort die Polizei.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden