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LINZ-LAND. Bereits seit Wochen ist der neue Trend des freiwilligen Home-Schoolings ein heißes Gesprächsthema nicht nur unter Eltern. Heuer haben deutlich mehr Erziehungsberechtigte als in den Jahren zuvor ihre Kinder von der Schule oder auch dem Kindergarten abgemeldet. Tips hörte sich bei den Bildungseinrichtungen der Region um.

Kinder, die zuhause unterrichtet werden, müssen am Ende des Schuljahres eine Externistenprüfung ablegen. (Foto: Erwin Wodicka)

In Oberösterreich gab es bisher (Stand 9. September) 1.329 Schulabmeldungen, in einem normalen Schuljahr liegt die Zahl bei etwa 200 bis 300 Schülern, die zu Hause unterrichtet werden. Davon betreffen zwei Drittel Volksschulen, der Rest fällt auf die Mittelschulen. „Laut den vorliegenden vereinzelten Rückmeldungen aus den Bildungsregionen ist die Steigerung zum allergrößten Teil Corona geschuldet“, heißt es vonseiten der Bildungsdirektion Oberösterreich.

Die meisten Abmeldungen (in absoluten Zahlen) gibt es in der Bildungsregion Mühlviertel, gefolgt vom Innviertel. Am niedrigsten sind die Zahlen in der Bildungsregion Linz, zu der auch Linz-Land zählt. Vom verpflichteten Kindergartenjahr gibt es aktuell 98 Abmeldungen in ganz OÖ (sechs im Bezirk Linz-Land).

Rückkehr in die Klasse ist jederzeit möglich

„Wir gehen natürlich davon aus, dass es in vielen Fällen Familien sind, die mit den Maßnahmen des Bundes nicht einverstanden sind. Ich appelliere aber, dies noch einmal zu überdenken. Es ist jederzeit möglich, dass die Schüler in die Klasse zurückkommen. Wir wollen unter allen Umständen die Schule so lange wie möglich offen und in Präsenzunterricht haben. Die hohe Anzahl an Abmeldungen ist etwas, was uns mit Sorge erfüllt. Ich appelliere, im Sinne der Schüler, der Klassengemeinschaft, der Notwendigkeit einer sozialen Interaktion, von der offenen Schule Gebrauch zu machen, die Schüler teilhaben zu lassen“, so Bildungslandesrätin Christine Haberlander. Kinder, die zuhause unterrichtet werden, müssen sonst Ende des Schuljahres eine Externistenprüfung ablegen.

Bezirk weniger betroffen als andere Regionen

Im Bezirk Linz-Land halten sich die Abmeldungen in den Schulen generell aber in Grenzen. In der Mittelschule Ansfelden wurden etwa zwei Kinder, die einer Familie zugehören, abgemeldet. „Ob Corona der Grund ist, wissen wir nicht. Die Eltern haben das aber so nicht angegeben“, erklärt Direktor Dietmar Lackner. „Die Maßnahmen werden eigentlich von fast allen Eltern gut mitgetragen. Die Kinder haben ohnehin kaum ein Problem damit.“

Der Kritik offen entgegen treten

Manche Bildungseinrichtungen sind vom Trend zum freiwilligen Home-Schooling gar nicht betroffen. So etwa in der Volksschule Dörnbach in Wilhering. „Bei uns gibt es keine Abmeldungen. Im Gegenteil – die Kinder sind sehr froh, wieder zu uns kommen zu dürfen. Ich habe mir aber schon die Zeit genommen, mit kritischen Eltern Einzelgespräche zu führen. Da ist alles auf Schiene. Es war mir einfach wichtig, klarzumachen, dass es absolut okay ist, kritisch zu sein und nicht jeder alle Maßnahmen auch befürworten muss, das Ganze aber nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden darf“, so Direktorin Margit Mittermaier im Tips-Gespräch.


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