Flutlicht, Hallenbetrieb und Co.: Auch Vereine erwarten Mehrkosten
LINZ-LAND. Die derzeitigen Teuerungen und steigenden Energiepreise treffen viele Bereiche hart. Doch nicht nur die Wirtschaft oder die Haushalte müssen nun mit höheren Preisen für Strom und Gas kämpfen, sondern auch viele Vereine, die meist über wenig bis keine Geld-Einnahmequellen verfügen. Tips hat nachgefragt, wie es um sie gerade steht.

Viele Vereine halten ihre Vereinsaktivitäten in Gebäuden der Gemeinde ab – so etwa der Musikverein Pucking-St. Leonhard. „Unser Musikverein hat das Probenlokal und Stüberl im gemeindeeigenen Veranstaltungszentrum ,Spektrum’ und die Energiekosten werden von der Gemeinde getragen, deshalb sind wir derzeit von den Kostensteigerungen nicht betroffen“, erklärt Karin Brandstettner, Obfrau des Puckinger Musikvereins. Die geplanten Aktivitäten können deshalb aus jetziger Sicht problemlos durchgeführt werden.
Der Hörschinger Musikverein sieht den kommenden Monaten und steigenden Energiepreisen mit mehr Sorge entgegen. „Bis dato haben wir davon noch nicht viel gemerkt, das wird sich dann aber in der Abrechnung zeigen. Als Musikverein brauchen wir Geld etwa für den Ankauf von Instrumenten oder Noten – zusätzliche Kosten, wie sie jetzt kommen werden, können wir jedoch nicht alleine stemmen“, erklärt Wolfgang Windhager, Obmann des Musikvereins Hörsching.
Hoffen auf Unterstützung
Das Gebäude, in dem sich das Musikheim der Hörschinger Musiker befindet, gehört der Gemeinde. Obmann Windhager hofft auf die Unterstützung der Gemeinde, sollte das Budget des Musikvereins tatsächlich für die stark steigenden Heiz- und Stromkosten nicht ausreichen. „Ansonsten müssten wir den musikalischen Betrieb aussetzen und das wollen wir natürlich verhindern“, so Windhager. Auch die Trachtenkapelle Traun probt in einem Gemeindegebäude und zahlt Miete an die Stadt Traun. Sie hoffen ebenfalls auf Kulanz der Stadtverantwortlichen, um die Kosten stemmen zu können.
Strom für Flutlicht
Dem Turnverein Enns ÖTB 1862 stehen für seine sportlichen Tätigkeiten eine Rasen-Spiel-Fläche von etwa 8.000 bis 10.000 m² samt Infrastruktur zur Verfügung. Bei so einer Fläche ergeben sich natürlich diverse Kosten – der Rasen muss bewässert und die Anlage gepflegt werden. Was ebenfalls dazu kommt: Stromkosten für das Flutlicht, um auch Trainings, die später am Abend stattfinden, durchführen zu können. Daneben wird außerdem ein Vereinsheim auf etwa 250 m² betrieben, das teilweise auch von anderen Vereinen mitgenutzt wird. Weitere Kosten entstehen für den Verein bei der Nutzung der Stadtsporthalle, wo mit den Kindern und für die Bundesliga trainiert wird, sowie für den laufenden Turn- und Faustballbetrieb, zum Beispiel für Teilnahmegebühren. Für den Ennser Turnverein entsteht damit also ein Fixkostenblock, ohne Reparatur und Instandhaltung, von etwa 10.000 bis 12.000 Euro pro Jahr. Aufgrund der derzeitigen Teuerungen wird es dabei aber nicht bleiben, wie die Zuständigen vermuten.
Hohe Mehrkosten erwartet
„Wir rechnen 2023 mit einer Verdoppelung der Kosten im Bereich vereinseigener Infrastruktur, sowie von Seiten der öffentlichen Hand. Eines steht fest: Die Kostenspirale dreht sich massiv. Wir wollen sehr, sehr ungern die Mitgliedsbeiträge erhöhen, speziell für die Kinder, deren Bewegung uns am Herzen liegt“, so Obmann Fritz Aichhorn und Säckelwart Robert Achleitner vom TV Enns ÖTB 1862.
Auch der ESK Enns erwartet nun höhere Kosten wie bisher. Der Ennser Sportklub hat neben dem alltäglichen Stromverbrauch ebenso Kosten für Flutlicht, die Kantine oder für die Waschmaschinen, um die Sportdressen zu waschen, zu tragen. Den Zuständigen des Sportvereins wurden vom Anbieter Mehrkosten beim Gas von knapp 14.000 Euro sowie beim Strom von rund 8.500 Euro vorhergesagt. Keine leichte Aufgabe für einen Verein, solche hohen Zusatzkosten zu stemmen – auch hier ist also auf die Unterstützung der Gemeinde zu hoffen.


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