LINZ. Sie waren die „Schwiegerrapper“ und huldigten in Lederhosen der „Voixmusik“. Doch ehe der große Hype um „Hinterland“ eigentlich so richtig einsetzen konnte, wurde es lange still um die Linzer Hip Hopper. Damit ist nun Schluss, denn das lang erwartete neue Album „Bis ana reat“ ist randvoll mit hitverdächtigen Beats, Texten und Melodien, mit denen die Band ihren Sound neu definierte. Tips traf „Hinterland“ zum Gespräch.
„Hinterland is zruck“: Schon die ersten drei Worte auf dem Album-Opener „Ois wird guat“ lassen keinen Zweifel: Die MCs Michael „Akinyemi“ Ojo, Sam Prammer und DJ Abby Lee Tee sind wieder da und haben Spaß daran, ihre neuen Songs in die Gehörgänge der Fans zu feuern. „Ein Rapsong ist zugegeben relativ schnell gebastelt. Ein Beat, ein Text und fertig. Aber wir haben uns schon immer zur Aufgabe gemacht, mit unseren Songs übliche HipHop-Strukturen aufzubrechen. Da haben wir auch kein Problem damit, dass es länger dauert, bis wir ein Album fertig haben. Einige Projekte in der Zwischenzeit haben wir sogar komplett verworfen“, beschreibet Sam die lange Wartezeit.
Vier Tage „weggesperrt“ Um noch spürbarer vom Voixmusik- und Lederhosenrap-Sound wegzukommen, hat man sich auch vier Tage lang in einer abgelegenen Hütte in Tirol eingesperrt, um an Ideen zu tüfteln. Das Ergebnis, ein Jahr später, ist ein eindrucksvolles: Ein rundum erneuerter „Hinterland“-Sound und eines der wohl abwechslungsreichsten österreichischen HipHop-Alben der vergangenen Jahre. Auf „Bis ana reat“ folgen Kopfnick-Stampfern wie „Hillbilli RIP“ einfühlsame Nummern wie „Föh am Plotz“ oder „Ned perfekt“. Und mit leichtfüßigen Tracks wie „Wochenende“ bekommt der Linzer Party-Sommer überhaupt seinen perfekten Mitsing-Soundtrack serviert.
Am 17. Juli live in Ottensheim„Wochenende wurde bei den ersten Konzerten mit dem neuen Album im Gepäck schon unser klarer Fan-Favorit“, lacht Akinyemi, der ergänzt: „Wir wollen nicht gezwungen so klingen wie 2015, am Ende wurde das Album aber doch etwa spürbar elektronischer.“ Produziert wurde das Album von „Alex the Flipper“, der selbst mit „Andi und Alex“ zu den Fixgrößen der Linzer Hip Hop-Szene gehört. Auch in den Lyrics gibt „Hinterland“ den Hörern eine klare Message mit auf den Weg: „Hinterfragt die Dinge, bleibt im Leben nicht stehen, auch wenn das oft nicht die bequemste Lösung ist“, wissen Sam und Akinyemi. Und auch wenn Linz die „beste Hip Hop Stadt Österreichs“ sei, gäbe es hier noch einiges zu tun: „Linz ist eine Stadt, die oft versucht, größer zu sein als sie ist, auch wenn man sich sicher nie fehl am Platz fühlen muss. Aber etwa die lokale Kulturszene hat sich einen höheren Stellenwert verdient, als ihr oft eingeräumt wird.“ Derzeit ist „Hinterland“ auf Tour durch Österreich, in der Nähe von Linz sind sie wieder am 17. Juli beim „Ottensheim Open Air“ zu sehen. Alle Termine und mehr Infos auf
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