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LINZ. Bereits zum vierten Mal geht von Dienstag, 21. bis Samstag, 25. Juni das internationale integrative Kulturfestival „sicht:wechsel“ über die Bühne. 248 Künstler aus vier Nationen sind zu Gast, unter dem Motto „stadtwärts“ wird dieses Jahr erstmals auch der öffentliche Raum bespielt.

  1 / 5   Zu sehen in den Kammerspielen: "Der gute Mensch von Downtown", ein Theaterstück inspiriert von Brecht. Foto: RambaZamba/Melanie Bühnemann

Linz wird wieder Zentrum der Kunst von, mit und für Menschen mit Beeinträchtigung. Fünf Tage lang zeigen das internationale und heimische inklusive Ensembles und Kunstschaffende mit Beeinträchtigung mit ihren außergewöhnlichen Leistungen auf ganz selbstbewusste und selbstverständliche Weise. Ein eindrucksvoller Mix aus Theater, Tanz, Performance, Musik, bildender Kunst, Literatur und Kino dokumentiert die Vielfalt des künstlerischen Schaffens.

248 Künstler aus vier Nationen, 53 Veranstaltungen, 17 „stadtwärts“-Projekte, elf Workshops, fünf Filme und zwei Ausstellungen umfasst das Festival. Das Besondere: Künstler mit und ohne Beeinträchtigung begegnen sich hier auf Augenhöhe. Die Kunst steht im Mittelpunkt, nicht die Behinderung. Im Gegenteil: Diese wird als Bereicherung empfunden.

„stadtwärts“

Mit dem Programmschwerpunkt „stadtwärts“ wird es heuer erstmals auch zahlreiche Aktivitäten in der Linzer Innenstadt bei freiem Eintritt geben. „Wir gehen in den öffentlichen Raum, um soviele Leute wie möglich damit zu erreichen und Berührungsängste zu überwinden“, so Werner Schöny und Alfred Rauch vom veranstaltenden Verein Integrative Kulturarbeit. „Wir rücken die Menschen ganz bewusst in die Mitte des öffentlichen Lebens. Kunst ist eine Möglichkeit, sich anzunähern. Es ist wirklich beeindruckend, die Menschen sind begeistert, weil sie sehen, was hier geleistet wird.“

Die Künstlerische Leitung des Festivals hat Elisabeth Braun inne. „Das Programm und die vielen Workshops sind der Versuch zu zeigen: alles was den Menschen offen steht, steht auch Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung.“ Bei den „Happenings“ in der Innenstadt beleben etwa die „Ich bin O.K.“ Dance Company Wien und Urban Artists Linz mit dem Stück „Zeitlupe“ den Taubenmarkt (23. und 24. Juni, 15 Uhr). Mit den „Schrägen Vögel“ geht es auf eine besondere Straßenbahnfahrt (24. Juni, 15.45 Abfahrt Hauptplatz, Zählkarten). Die Impropheten & Theater Malarie liefern am 22. Juni, 17 Uhr am Pfarrplatz eine Improshow und vieles vieles mehr gibt es zu erleben.

Die Möglichkeit der unmittelbaren Begegnung bietet auch das neue Festivalzentrum am Pfarrplatz: Das Café Viele Leute, die Galerie Kulturformen und der Pfarrsaal der Stadtpfarre werden zum lebendigen Ort der Begegnung, in dem sich Künstler und Publikum treffen, austauschen und entspannen können. Täglich von 10 bis 23 Uhr ist das Festivalzentrum geöffnet.

Gastspiele

Eröffnet wird das Festival am Dienstag, 21. Juni, 19 Uhr, in den Kammerspielen (Landestheater). Den Auftakt macht das Berliner Theater „RambaZamba“ mit der Produktion „Der gute Mensch von Downtown“. In der liebenswerten und frechen Brecht-Adaption sind auch die beiden bekannten TV-Stars Eva Mattes und Meriam Abbas zu sehen (Karten: www.landestheater-linz.at). Ein Geheimtipp ist die erste „sicht:wechsel“-Eigenproduktion „HighMadLand“, am Mittwoch, 22. Juni, 20 Uhr im Ursulinenhof. Darsteller aus der Region haben sich hier zusammengetan und gehen in dem Stück dem Heimatgefühl auf den Grund. In ihrem preisgekrönten Solo-Stück „Give me a reason to live“ setzt sich die englische Künstlerin Claire Cunningham (Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr, BlackBox) mit Fragen hinsichtlich der Beurteilung von Körper und Lebensqualität auseinander. Sie tanzt dabei auf Krücken. Eine spielerische Erkundung des Phänomens Charlie Chaplin bringt das Theater Reutlingen mit „Die Tonne“ am 24. Juni, 19.30 Uhr im Ursulinensaal. „Displace Marilyn Monroe - I Can be your Translator“ heißt es am Samstag, 25. Juni, 19.30 Uhr im Ursulinensaal.

Begleitende Ausstellungen

Zwei Ausstellungen umrahmen das Festival: „außer.gewöhnlich“ in den Geschäften der Linzer Herrenstraße und im Foyer der Sparkasse OÖ und „spuren.suche“ vom Atelier de La Tour (Eröffnung: Freitag, 24. Juni, 17 Uhr, Arbeiterkammer Linz). Der Eintritt zu den beiden Ausstellungen ist frei.

Workshops

Ein umfangreiches Workshop-Angebot rundet das Festival ab. Mit dabei: Claire Cunningham, Tango, Hip Hop, Theater, Literatur, Klangwerkstatt oder Malerei.

Nähere Infos

Dienstag, 21. bis Samstag, 25. Juni, in Linz; Festivalzentrum am Pfarrplatz (Café Viele Leute, Galerie Kulturformen). Infos, Tickets und das gesamte Programm/Termine unter www.sicht-wechsel.at


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