Kabarettduo BlöZinger: "Wir sind einfach zwei Kindsköpfe"
Die selbsternannten „Schuhschlampen“ Robert Blöchl und Roland Penzinger - bekannt als Kabarettduo BlöZinger - erzählten im Interview, welche Rolle das Altern und der Tod in ihrem neuen Programm „Bis Morgen“ spielen und worum sie die Jugend beneiden. Für die Oberösterreich-Premiere im Posthof Linz am 20. Oktober verlost Tips 4x2 Karten unter www.tips.at

Tips: Ihr seid bald mit dem neuen Programm „Bis Morgen“ im Posthof, in eurer Heimat zu Gast. Wie ist es, vor Bekannten zu spielen?
Blöchl: Das ist total schön, man sieht wieder viele Menschen, die man ewig lange nicht gesehen hat. Vielleicht ist man aber vor bekannten Gesichtern doch eine Spur nervöser.
Penzinger: Genau, wie in meinem Fall, wo die Mama vorbei kommt. Am Schluss bedanke ich mich immer bei Mama und Papa, weil ohne sie gäb es mich nicht. Und nachher kommt sie immer zu mir und sagt: Du, das musst du aber nicht immer sagen. Das ist ihnen peinlich ich mach“s aber trotzdem. (lacht)
Tips: Es geht ums alt werden. Mir ist aufgefallen, dass auf eurer Website eure Geburtstage angeführt sind, die Jahreszahlen aber fehlen warum denn?
Penzinger: Das Geburtsjahr ist nicht so wichtig. Ich freu mich über jedes Jahr, das ich älter werde. Alter ist so relativ.
Blöchl: Wer sich die Zeit nehmen will, kann ja unsere Jahresringe zählen. (lacht) Wir sind Kindsköpfe, deshalb ist das Alter bei uns so eine Tagesverfassungsgeschichte. Es gibt Tage, da fühlen wir uns schon sehr alt und andere, da fühlen wir uns sehr, sehr jung.
Tips: Auch der Tod ist Thema in eurem neuen Programm...
Penzinger: Es geht darum, dass der Tod jemanden abholen soll. Dieser Jemand ist der erste, der sich nicht vor dem Tod fürchtet, sondern ihn erwartet. Das imponiert ihm. Deshalb schaut er sich das noch länger an und gibt ihm mehr Zeit. In der Zeit lernt der Tod viel übers Leben. Der Tod hat keine Lebenserfahrung, woher auch. Damit versuchen wir eben zu spielen. Aber es kommt natürlich irgendwann der eine Punkt…
Tips: Ist das in Bezug auf euer cliniclown-Engagement, auch in gewisser Weise für euch persönlich, die Möglichkeit, eure Erfahrungen zum Thema Tod zu verarbeiten?
Blöchl: Er begegnet uns natürlich oft, das stimmt schon. Ich bin jahrelang schon in einem Geriatrie-Zent-rum als Clown. Und man sieht und begleitet Menschen in einem Abschnitt, wo der Tod omnipräsent ist und die Frage, was passiert und vor allem wann. Einige dieser Fragen sind natürlich auch im Programm drinnen, ohne sie allgemein gültig beantworten zu wollen.
Penzinger: Ich bin auf der Onkologie als cliniclown und auch bei Kindern. Und es ist leider so: Der Tod ist nicht fair, er macht keinen Unterschied, ob alt oder jung. Es macht aber auch Spaß, weil man zumindest für die Zeit, wo man dort ist, etwas bewirken kann und Freude bereiten kann.
Tips: Ganz jung seid ihr ja jetzt beide auch nicht mehr, gibt es speziell etwas, das euch im Alter abgeht?
Blöchl: Ich beneide die Jugend um das unbeschwerte, absolut nicht an übermorgen Denkende, was man als Jugendlicher schon hat und in unserem Alter dann einfach nicht mehr. Das vermiss ich schon. Da hat man zu viele Verpflichtungen.
Penzinger: Für mich hat alt werden einen gewissen Vorteil, ich muss bestimmte Dinge einfach nicht mehr machen. Zum Beispiel bis fünf in der Früh fortgehen und mich sinnlos betrinken, aber ich kann bis drei fort-gehen und mich sinnvoll betrinken. Und man darf grantig werden: je älter desto grantiger. Die Freiheit nehm ich mir. (lacht)
Tips: Ist die Bundespräsidentenwahl nicht auch ein Thema, bei dem man langsam alt wird?
Blöchl: Ja, ich hoffe, dass wir da noch zu unseren Lebzeiten wählen werden. (lacht) Es ist schon ein bissl ein Armutszeugnis.
Tips: Eure Bühnenschuhe wurden übrigens von einer umweltbewussten Firma gesponsert, sind euch Schuhe wichtig?
Penzinger: Wir sind beide ziemliche Schuhfreunde, ich hätt jetzt fast gesagt Schuhschlampen. Wir haben mehr Schuhe als unsere Frauen, das halten sie uns auch immer wieder vor. Wir mögen einfach gute Schuhe. Und es ist wichtig, dass man sich in dem, was man auf der Bühne trägt, wohlfühlt.
Blöchl: Wenn wir Sponsoren suchen, ist uns schon wichtig wer das ist. Ein Partner, der Bier verkauft zum Beispiel, ist jemand, den ich nicht als Sponsor haben möchte. Die Umwelt und Ressourcenscho-nung ist ein Thema, schließlich hab ich Kinder. Wir sind ja auch beide schon älter und brauchen orthopädische Schuhe, bei den Waldviertlern passen die Einlagen auch so gut rein. (lacht)
Tips: Habt ihr eigentlich Vorbilder im Kabarettbereich?
Beide: Ja, da sind wir uns einig: den Josef Hader! Der hat das beste Komplettpaket und ist auch menschlich einfach großartig.
Tips: Josef Hader tourt jahrelang mit den gleichen Programmen, wäre das für euch eine Option?
Blöchl: Die Kirche macht seit tausenden von Jahren immer dasselbe und es kommen immer wieder Leute. Warum nicht, wenn es funktioniert? Der Josef holt sich seine Herausforderung mit Drehbüchern und in seinen Filmen. Wir wollen momentan lieber auf der Bühne etwas Neues präsentieren, aber wie das später ausschaut und wohin wir uns entwickeln werden wir sehen.
• Karten: www.posthof.at
• Gewinnspiel: www.tips.at


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