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LINZ. Christian Hofstadler, Gründungsmitglied der Prager Fotoschule, beschäftigt sich in seinem aktuellen Projekt „Menschen aus Versehen“ mit den kleinen Störungen im Bild – in seinem Fall Menschen – und gibt ihnen einen besonderen Raum. Die Ausstellung kann bis 9. Jänner in der TschicK Galerie besichtigt werden.

Aufgenommen 2017 in Venedig (Foto: Christian Hofstadler)
Aufgenommen 2017 in Venedig (Foto: Christian Hofstadler)

Der Kunsthistoriker Peter Geimer entwickelte in seinem Buch „Bilder aus Versehen“ die These, dass eine Fotografie vor allem dann auffällt, wenn ihre Transparenz unterbrochen wird. Diese Störungen, etwa entstanden durch einen technischen Defekt bei der Aufnahme oder einem Fehler beim Druck, qualifiziert Geimer aber nicht als Defizite oder negative Modi des Bildlichen. Er sieht darin ein spezifisches Potential der Fotografie, nämlich ihre „Sichtbarkeit durch Zerstörung“.

Dieser Denkansatz führte Hofstadler zu der Idee, im eigenen fotografischen Prozess solchen Irritationen nachzugehen. Auf der Suche nach diesen Störungen stieß er immer wieder auf einzelne menschliche Personen in seinen Fotos, die er auf Grund ihrer Flüchtigkeit oder geringen Größe beim Aufnahmezeitpunkt gar nicht wahrgenommen hatte.

Auf der Grundlage von Geimers These stellte Hofstadler nun die Frage: Sind es nicht gerade diese Störungen, diese Flüchtigkeiten, die das Besondere eines Fotos ausmachen, die den Augenblick der fotografischen Aufnahme in Erinnerung rufen? Braucht es nicht gerade diese Irritationen, um das Foto als Spur der Geschichte wahrzunehmen? Eine zunächst nebensächliche, beim zweiten Blick jedoch präsente menschliche Person im Bild hält plötzlich zu der Frage an: Wohin führt sie ihr eiliger Schritt? Was ist der Grund ihrer Geschäftigkeit? Was wird sie am Ziel erwarten?

Anmeldung erforderlich: 0676/4661154, office@prager-fotoschule.at


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