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LINZ. Am Freitag, 23. August, singen Sopranistin Anna Netrebko und Tenor Yusif Eyvazov bei Klassik am Dom am Domplatz. Diverse ukrainische Vereinigungen hatten um Absage gebeten, Geschäftsführer Simon Ertl stellt jedoch klar: Das Konzert wird stattfinden.

 (Foto: Weihbold)
(Foto: Weihbold)

Das offizielle Statement im Detail:

„Das Geschehen in der Ukraine erschüttert uns zutiefst – sowohl auf menschlicher als auch auf politischer Ebene. Wir verurteilen den russischen Angriffskrieg und es liegt uns nichts ferner als eine Verharmlosung der Geschehnisse. Dennoch stehen wir als Veranstalter vor der schwierigen Situation, vertraglichen Verpflichtungen und Verbindlichkeiten gerecht zu werden und treten gleichzeitig mit voller Überzeugung dafür ein, dass Kunst und Kultur als vereinendes Element einen positiven Einfluss nehmen kann.

Musik hat die einzigartige Fähigkeit, über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg zu kommunizieren und Menschen zu verbinden. Als Kulturveranstalter sehen wir es als unsere Aufgabe, diese universelle Sprache zu fördern und ungeachtet der politischen, ethnischen oder religiösen Herkunft das verbindende Element der Musik hervorzuheben. In diesem Fall mit italienischen Arien, die von Anna Netrebko, Yusuf Eyvazov, Daria Rybak, Jérôme Boutillier und Mattia Olivieri unter der Leitung von Marco Boemi aufgeführt werden.

Auf der Bühne werden zweifelsohne fünf hochkarätige Sänger:innen stehen – unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedensten persönlichen Geschichten. Diese Künstler:innen wurden aufgrund ihrer außerordentlichen Fähigkeiten als Sänger:innen engagiert, nicht aufgrund ihrer (politischen) Orientierung. Gemeinsam bilden sie eine musikalische Einheit, die hoffentlich viele Menschen berührt.

Das Aussetzen des geplanten Konzertes würde diese Kraft der Musik zum Verstummen bringen.

Es wäre zudem keine rein gesellschaftliche Entscheidung, sondern eine weitreichend wirtschaftliche. Konzertengagements für Künstler:innen im Klassiksektor werden über Jahre hinweg im Voraus vereinbart – noch lange bevor man auf aktuelle Geschehnisse reagieren könnte. Aus den getroffenen Verträgen ergeben sich zahlreiche finanzielle Verpflichtungen – gegenüber Agenturen, Künstler:innen und weiteren Dienstleister:innen. Eine Absage – und die damit verbundenen Verbindlichkeiten – wären aus wirtschaftlicher Sicht für einen Konzertveranstalter unserer Größenordnung nicht stemmbar und würde weitgehende wirtschaftliche und existenzbedrohende Auswirkungen mit sich bringen.

Wir verstehen Ihre Nachricht und die Vorbehalte und sind uns der kontroversen Diskussionen und der Polarität, die dieses Konzert begleitet, bewusst. Unsere Solidarität gilt den Opfern des Krieges und wir bedauern jeden weiteren Tag des Leides.

Das Konzert am Domplatz soll hoffentlich zum Positiven beitragen und eines nochmal hervorheben: Die Gewissheit, dass Musik als universelle Sprache verbinden kann.“ 

Klassik am Dom-Konzert

Netrebko und Eyvazov werden den Konzertabend dem italienischen Opern-Komponisten Giacomo Puccini widmen. Arien und Duette aus den Opern Turandot, Madama Butterfly oder Manon Lescaut stehen dabei genauso am Programm wie Auszüge aus La Bohème oder Tosca. Dabei dürfen weltbekannte Arien wie „Nessun dorma“ aus Turandot ebenso wenig fehlen, wie das dramatische Liebesduett „Tu, tu, amore? Tu?“ aus Manon Lescaut

oder Solo-Arien,

wie „Vissi d‘arte“ aus Tosca, gesungen von

 Netrebko

.

Für eine abwechslungsreiche Mischung zwischen Arien und Ensemble-Stücken sorgen auch die weiteren Stargäste, die den Abend begleiten. Die Schweizer Sopranistin Daria Rybak (Sopran), im Sommer unter anderem in der Arena di Verona zu hören ist, sowie der französische Bariton Jèrome Boutillier (Bariton), der aktuell an der Semperoper Dresden gastiert.

Begleitet werden die Sänger vom Symphonieorchester der Volksoper Wien unter der Leitung von Marco Boemi.

Beginn ist um 20 Uhr.

Karten:

https://www.klassikamdom.at/


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