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LINZ/OÖ. Seit Wochen im Raum stehende Protestmaßnahmen der Ärzteschaft bis hin zu Streiks und Vertragskündigung haben die Öffentlichkeit beschäftigt. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Oö. Ärztekammer und OÖGKK steht fest: Die angedachten Protestmaßnahmen sind für Oberösterreich nun vom Tisch.

Fix: Kein Ärztestreik in Oberösterreich. Foto: Wodicka
Fix: Kein Ärztestreik in Oberösterreich. Foto: Wodicka

Im Rahmen der Gesundheitsreform und der kürzlich abgeschlossenen Finanzausgleichs-Verhandlungen wurde von der Politik eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die ernste Befürchtungen innerhalb der Ärzteschaft hervorgerufen haben. Auch in Oberösterreich, wo eine langjährige und sehr bewährte Tradition der Zusammenarbeit zwischen Ärztekammer und OÖGKK besteht, waren Protestmaßnahmen bis zum Streik angedacht. 

„Partnerschaft schließt nicht aus, unterschiedliche Positionen in Sachfragen einzunehmen. Partnerschaft ist aber das Bekenntnis, Probleme gemeinsam und im Dialog zu lösen“, betonen OÖGKK-Obmann Albert Maringer und der Kuriensprecher der niedergelassenen Ärzte, Dr. Thomas Fiedler zum Abschluss der Verhandlungen.

Ausgestaltung der neuen Primärsersorgung geklärt

Zwei wichtige Themenkreise wurden im Rahmen der Verhandlungen besprochen. „Für uns war und ist es selbstverständlich, dass wir viele notwendige Veränderungen in unserer Gesundheitsversorgung nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Ärztekammer angehen können. Nur so ist sichergestellt, dass wir zu funktionierenden Modellen kommen, wie beispielsweise bei der Ausgestaltung der neuen Primärversorgung“, betont OÖGKK-Obmann Maringer. Für die Ärztekammer war es ein zentrales Anliegen, dass die Politik in diesen Fragen nicht über die Ärzteschaft „drüberfährt“.

Der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, OMR Dr. Thomas Fiedler, sieht dieses Ziel im Rahmen der Vereinbarungen als umgesetzt an: „Für Kasse und Kammer ist klar, dass nur durch eine Partnerschaft auf Augenhöhe eine sinnvolle Weiterentwicklung der kassenärztlichen Versorgung erreicht werden kann. Wir sind daher froh, dass es nun verbindliche Garantien gibt, dass die kassenärztliche Versorgung in Oberösterreich nicht über die Köpfe der Ärzteschaft hinweg reduziert werden kann, sondern im Gegenteil ausgebaut wird.“

„Die Versorgung durch niedergelassene Vertragsärzte bildet das starke Fundament unseres Gesundheitssystems außerhalb der Spitäler. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass niedergelassene Ärzte durch ohnehin schon überlastete Spitalsambulanzen ersetzt werden. Der Pakt Oberösterreich stellt sicher, dass Ordinationen, auch im Rahmen neuer Kooperationsformen ausgebaut und Spitalsambulanzen nicht zusätzlich belastet werden“, hält Dr. Felix Wallner, Direktor der OÖ Ärztekammer fest.

Streitpunkt Wartezeiten

Der zweite Themenkreis bei den Verhandlungen waren Verbesserungen und Innovationen für die OÖGKK-Versicherten, etwa im Bereich der Terminkoordination und Erreichbarkeit von niedergelassenen Ärzten. „Die OÖGKK-Versicherten geben ihrem Versorgungsangebot sehr gute Noten und haben hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem. Konkrete Probleme mit Wartezeiten oder auch Vertragsärzten die zu wenig anwesend sind, und die in einzelnen Bereichen bestehen, dürfen dieses Vertrauen und die Gesamtzufriedenheit nicht unterwandern. Da haben wir ein gemeinsames Anliegen“, betont OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer. Konkret vereinbart wurden beispielsweise bessere Abstimmung bei Ordinationszeiten und Vertretungsregelungen. An einem gemeinsamen Termin-Managementsystem, das Patienten bei der Suche nach einem raschen Facharzttermin unterstützt, wird gearbeitet.


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