Luftverschmutzung: Debatte um Maßnahmen-Katalog
LINZ. Nach den katastrophalen Ergebnissen der letzten Luftmessungen in Linz ist die Debatte rund um die Verkehrssituation in der Landeshauptstadt erneut aufgeflammt: Es gilt, die Stickoxid-emissionen zu senken.

Nach wie vor ist der motorisierte Individualverkehr Hauptverursacher für die zu hohen Stickstoffdioxid-Werte im Linzer Stadtgebiet. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober hat deshalb ein neues Maßnahmenprogramm zur Absenkung der Stickoxidkonzentrationen an den Linzer Durchzugsstraßen eingebracht, welches eine Reihe von möglichen Maßnahmen beinhaltet – von der Nachrüstung von Diesel-PKW über die Einführung von Busschleusen an den Pendlerstrecken, den ÖV-Ausbau bis hin zu Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und der Möglichkeit einer Umweltzone für alte Diesel-PKW.
Attraktivere Infrastruktur für Rad und Öffis
Auch die Linzer Grünen fordern eine Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel. „Es braucht auch dringend Maßnahmen, um das Radfahren in unserer Stadt attraktiver zu machen und dadurch mehr Menschen zum Umstieg zu motivieren“, so Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Unerwartete Schützenhilfe erhält sie mit ihrer Forderung vom ÖAMTC. „Es muss in Linz ein Umdenken stattfinden“, erklärt Josef Thurnhofer, Landesdirektor des ÖAMTC OÖ. „50 Prozent der Fahrten mit dem PKW sind unter fünf Kilometer.“ Dies seien Strecken, die gut mit dem Fahrrad bewältigbar sind. „Das Rad hätte großes Potential, sowohl für Pendler, die in der Nähe einer S-Bahn-Station wohnen, als auch für Linzer. Mit einigen Maßnahmen könnte die Attraktivität gesteigert werden“, so Thurnhofer hinsichtlich der Infrastruktur in und um Linz.
Kritik an Vorschlägen
Von Seiten der OÖVP sieht man viele der „vorgelegten Maßnahmen sehr kritisch“, speziell die Umweltzone, welche auch vom Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ) kritisiert wird. Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lud nun zu einer ausgeweiteten Fortsetzung der Spitzengespräche ein: „Die Linzer Luft geht uns Linzer als Erste an. Maßnahmen, welcher Art auch immer, die Linz unmittelbar berühren, können nicht über die Köpfe der Linzer hinweg entschieden werden.“


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