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LINZ. Die ärztliche Versorgung in Linzer Stadtteilen wie dem Franckviertel bleibt weiterhin angespannt, auch das vorläufige Aus für ein geplantes Primärversorgungs-Zentrum in Linz Mitte verschärft dort die Situation. Doch auch anderorts kämpft man mit der sinkenden Zahl an Allgemeinärzten.  

Der Ärztemangel hat im Bereich der Allgemeinmedizin auch bereits die Landeshauptstadt erreicht. Foto: Wodicka

Erst kürzlich ist Stefan (Name der Redaktion bekannt, Anm.) nach Linz gezogen. Die Erkältungssaison machte auch einen Hausarzt in Linz notwendig. Auf Anraten seiner Mitbewohnerin rief Stefan bei deren Hausärztin an, um einen Termin zu vereinbaren – und bekam prompt eine Absage. Sie gehe in zwei Jahren in Pension und nehme daher keine neuen Patienten. Dann versuchte es Stefan beim Allgemeinmediziner ums Eck: Nein, er nimmt keine neuen Patienten mehr, erst nächsten Monat, denn da wird die Praxis zur Privatpraxis. Eine Option, die man sich leisten können muss. Stefan suchte weiter. Nachdem er von zwei weiteren Ärzten in seiner Nähe eine Absage kassiert hatte, rief er bei der OÖGKK an. Diese schickte ihm eine Liste mit jenen Kassenärzten, die noch Patienten aufnehmen. „Schauen Sie am besten gleich vorbei“, riet man Stefan bei einem Anruf bei einem Arzt, der auf der Liste stand. Der Grund: Man wisse nicht, ob man im nächsten Quartal noch neue Patienten aufnehmen könne.

Immer mehr Wahlärzte

Situationen wie diese sind in Linz zuletzt leider keine Seltenheit mehr. Während in Linz die Zahl der Wahlärzte ohne Kassenvertrag steigt, sinkt die Zahl der Ärzte mit Kassenvertrag von 58,5 Prozent im Jahr 2009 auf mittlerweile 43 Prozent aller Linzer Hausärzte. „Hier droht eine Zwei-Klassen-Medizin. Das Modell der Wahlärzte ist für viele Linzer finanziell nicht möglich“, so die Linzer SPÖ-Sozialreferentin Karin Hörzing. Und weiter: „Es ist in Linz noch nicht von einem akuten Versorgungsnotstand zu sprechen, aber es ist eine Minute vor zwölf.“ Zuletzt gab es gar ein Novum: Alexander Mayrhofer, der in der Khevenhüllerstraße ordinierte, hat mit 1. April 2019 seinen Kassenvertrag zurückgelegt und wird Wahlarzt. Nachfolger für den 46-Jährigen ist bisher keiner gefunden. 

Absage für Grüne Mitte

Derzeit sind sieben der 87 Allgemeinmediziner-Posten in Hausarzt-Ordinationen mit Kassenvertrag nicht besetzt. Besserung im stark betroffenen Franckviertel und dem umliegenden Bereich „Linz Mitte“, wo alleine fünf Kassen-Stellen nicht besetzt sind, sollte eigentlich die Errichtung eines so genannten Primärversorgungszentrum in der neuen Wohnsiedlung „Grüne Mitte“ bringen. „Es war lange auf Schiene, leider wurde uns von der Gebietskrankenkasse fast im letzten Moment mitgeteilt, dass die dafür vorgesehenen Ärzte abgesagt haben. Wir haben dort beim Bau der Grünen Mitte schon Räumlichkeiten errichtet, die dafür vorgesehen wären“, ärgert sich SPÖ-Gesundheitssprecher Landtagsabgeordneter Peter Binder.

Laut GKK-Sprecher Harald Schmadlbauer wird jedoch noch ein Anlauf für das Projekt unternommen: „Für das Franckviertel und den Bereich Linz Mitte läuft eine Ausschreibung für eine Primärversorgungseinrichtung mit drei bis vier Stellen. Die Ausschreibung ist so gestaltet, dass sich die Bewerber alternativ auch auf eine Einzelpraxis bzw. Gruppenpraxis, aber auch zu zweit als Team für eine Praxis bewerben können. Teilzeitarbeit ist also hier durchaus möglich.“

Kinderarzt-Stelle in Urfahrseit über 2 Jahren unbesetzt

Auch in Linz-Urfahr ist man von den Entwicklungen betroffen: Seit über zwei Jahren sucht man dort vergeblich einen Nachfolger für den Kinderarzt Wolfgang Tiefenthaler nach dessen Pensionierung. „Für diese Facharzt-Stelle für Kinderheilkunde und die ebenfalls vakanten Kinderarzt-Stellen in Enns und Traun wird mit dem Kepler-Universitätsklinikum gerade eine Sonderlösung umgesetzt: Die kinderärztliche Ambulanz wird aufgestockt, wobei die OÖGKK die dafür anfallenden Mehrkosten übernimmt. Diese Lösung wird im KUK gerade aufgebaut“, so Harald Schmadlbauer zu Tips.


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