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Neues Studium Medical Engenieering - von der menschlichen Anatomie bis hin zur Robotik

Anna Stadler, 08.08.2019 18:53

LINZ. Zusätzlich zum Medizinstudium bietet die JKU nun auch das Studium „Medical Engineering“ an - eine Schnittstelle zwischen Medizin und Technologie. Die Themen reichen von der menschlichen Anatomie bis hin zur Informatik.

(v.l.) JKU-Forscherin Anna Theresia Stadler, Werner Baumgartner (Vorsitzender der Studienkommission Medical Engineering), Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander und Meinhard Lukas, Rektor der JKU Linz Foto: JKU

Mit dem Studium Medical Engineering eröffnen sich im kommenden Wintersemester neue Möglichkeiten für junge Menschen, die sich für Medizin interessieren. Forscher und Lehrende zweier Bereiche – dem Linz Institute of Technology (LIT) und der Medizinischen Fakultät – bündeln Wissen und Know-how aus zwei Welten. „Hier bietet es sich natürlich an, das zu kombinieren“, so Rofessor Werner Baumgartner, Vorsitzender der Studienkommission Medical Engineering der JKU.

Starker Praxisbezug

Im Bachelorstudium Medical Engineering werden die medizinischen, technischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen vermittelt, die für ein interdisziplinäres Arbeiten im Überschneidungsbereich von Medizin und Ingenieurwesen notwendig sind - von Geräte- und Softwareentwicklung über Materialwissenschaft bis hin zu Nanotechnologie und Robotik. „Wir brauchen da eine solide Basisausbildung.“ Das Studium soll aber nicht nur die theoretischen Grundlagen vermitteln. „Man bekommt die Technik am konkreten medizinischen Beispiel mitgeteilt“, zeigt Baumgartner ein Gerät mit vielen bunten Kabeln her: „Das ist ein typisches Projekt aus dem ersten Semester - ein einfaches EKG.“

Lösungen finden

Wichtige Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz werden bereits im ersten Semester im Rahmen von Projektpraktika geschult. „Wir wollen unsere Studenten nicht zur Wartung der Technik von heute ausbilden“, erklärt Baumgartner. „Unsere Studenten sollen später Probleme lösen.“ Ein Beispiel wie so eine Lösung aussehen kann zeigt das JKU-Forschungsprojekt von Anna Theresia Stadler.

Forschungsbeispiel: Neuer Lungenfunktionstest

„Alleine in Österreich leidet jeder vierte an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung“, so die Forscherin. Sie ist die dritthäufigste Todesursache. „Das schlimmste ist, dass es die meisten nicht einmal wissen.“ Neben der Prävention wäre eine frühe Diagnose extrem wichtig. Der Grund: Die aktuellen Test sind teurer in der Durchführung. „In unserem Projekt arbeiten wir an einem preiswerten Lungenfunktionstest, der einfach zu bedienen und auszulesen ist. Der Sensor basiert auf einem optischen Messprinzip und besteht aus einer LED, einer Lichtfaser und einer Photodiode. Die Faser ist aus Silikon, einem günstigen Material, das einfach zu reinigen ist“, erklärt Stadler.

Großes Interesse am neuen Studium

Die Voranmeldung für das Studium Medical Engineering liegen mittlerweile im dreistelligen Bereich. „Das ist für ein Mint-Studium eine sehr gute Zahl“, freut sich der JKU-Rektor Meinhard Lukas. Die endgültige Zahl der Studierenden steht im November fest. „Wir haben keine Beschränkungen der Plätze vorgesehen“, ergänzt Lukas.

Die absolvierten Medizinkurse sind zudem im Studium der Humanmedizin anrechenbar.

Mehr Infos zum Studium Medical Engineering unter:

www.jku.at/studium/studienarten/bachelordiplom/ba-medical-engineering


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