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LINZ/OÖ. Zwei Jahre nach der Bewegung „Kulturland OÖ retten“ schlägt die Kulturplattform OÖ (KUPF) nun erneut Alarm: Die Kürzungen im Budget der Zeitkultur seien noch dramatischer als angenommen, für zahlreiche Kulturinitiativen wird die Lage immer prekärer.

Von links: Thomas Diesenreiter, Verena Humer (KUPF OÖ), Thomas Kern (Kulturverein RÖDA Steyr), Sarah Praschak, Günther Ziehlinger (KV KAPU Linz) Foto: Tips

Stein des Anstoßes: 2017 wurde vereinbart, die in den einzelnen Förderbereichen gebildeten Rücklagen 2018 dazu zu verwenden, die Kürzungen bei zeitgenössischen Kunst- und Kulturinitiativen zumindest abzufedern. „Die Auswertung des Rechnungsabschlusses 2018 zeigt aber, dass diese 1,02 Millionen Euro in andere Budgetbereiche verschoben wurden, um dort andere Löcher zu stopfen“, ist KUPF-Geschäftsführer Thomas Diesenreiter enttäuscht.

„Zugleich wird aus dem Bericht ersichtlich, dass etwa KTM 600.000 Euro Kulturförderung vom Land für sein Motorrad-Museum bekommen hat“, schüttelt Diesenreiter den Kopf.

Konkrete Auswirkungen schon spürbar

Zwei Beispiele, wie sich die Kürzungen bereits konkret auswirken: Die Linzer KAPU wurde 2018 um 20 Prozent gekürzt, das Kulturzentrum RÖDA aus Steyr um 15 Prozent. „Kulturinitiativen wie uns die Mittel zu kürzen, bedeutet auch, einer Nachfolgegeneration an noch nicht etablierten Kulturschaffenden einen Raum zur Entfaltung zu nehmen“, betonen KAPU-Geschäftsführer Günther Ziehlinger und RÖDA-Chef Thomas Kern, die um den Fortbestand ihrer Vereine kämpfen und dafür schon Privat-Darlehen aufnehmen mussten.

Oö. Kulturdirektor reagiert

Oberösterreichs Kulturdirektor Reinhold Kräter begegnet der Kritik: „Jeder Euro des Kulturbudgets wird für Kunst und Kultur in Oberösterreich verwendet. Die Tatsache, dass die Förderquote für zeitgenössische Kunst seit vielen Jahren über 90 Prozent liegt, beweist, dass die Direktion ihrem kulturpolitischen Auftrag, Kunst und Kultur in breitem Umfang zu ermöglichen, in jedem Fall nachkommt.“

Kritik von Grünen und der SPÖ

Für den Grünen Kultursprecher LAbg. Severin Mayr ist Feuer am Dach: „Für das Land gefährden diese schwarz-blauen Einschnitte die kulturelle Nahversorgung. Wir werden auch im Landtag für die Kulturinitiativen und für eine Trendwende in der Kulturpolitik kämpfen.“

„Wenn sich das Land nicht einmal mehr an bereits zugesagte Hilfen hält, muss man sich die Frage stellen, ob hier nicht bewusst versucht wird die zeitgenössischen und regionalen Kulturinitiativen finanziell auszuhungern. Landeshauptmann Stelzer ist als Kulturreferent aufgefordert, die kulturelle Vielfalt Oberösterreichs zu sichern“, so die 3. Landtagspräsidentin und Kultursprecherin der SPÖ Oberösterreich, Gerda Weichsler-Hauer.


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