Gummistiefel, Futterküche und viel Herzblut im Alltag eines Tierpflegers
LINZ. Die Arbeit mit Tieren umfasst mehr, als Besucher oft sehen. Neben der täglichen Versorgung sind körperlicher Einsatz und ein genauer Blick auf die Tiere gefragt. Tierpflegerin Ines Pötzlberger gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag im Zoo Linz und zeigt, was ihre Schützlinge brauchen, damit es ihnen gut geht.

Die 24-jährige Linzerin arbeitet seit Anfang des Jahres im Linzer Zoo. Sie betreut hauptsächlich exotische Säugetiere und macht ihre Ausbildung zur Tierpflegerin auf dem zweiten Bildungsweg. Nach der Matura im Bereich Mechatronik begann sie ein Biologiestudium, das sie neben der Arbeit fortsetzt. Der Bachelorabschluss steht noch bevor. Mit Tieren zu arbeiten, war ihr Kindheitswunsch.
Vom Praktikum zum Beruf
Ein Ferialpraktikum im Zoo bestärkte sie in ihrem Berufswunsch. Sie bewarb sich, um möglichst viel Zeit mit Tieren in der Natur zu verbringen. Die Aufgaben kannte sie bereits aus dem Praktikum. „Die harte körperliche Arbeit, die bei jedem Wetter erledigt werden muss, ist aber für viele Einsteiger eher überraschend“, sagt Pötzlberger. Am Morgen führt der erste Weg meist in die Futterküche. Die Linzerin bereitet Frischfutter vor und dosiert Pellets. Danach geht es zu den Tieranlagen. Mist muss entfernt werden, Stallungen werden gereinigt und die Tiere bekommen ihr erstes Futter.
Klare Regeln schützen Mensch und Tier
Aus Sicherheitsgründen gelten bei der täglichen Tierpflege klare Regeln. So bleibt etwa bei Zebras immer ein Zaun, eine Wand oder ein Gitter zwischen Mensch und Tier. Der Hengst verteidigt sein Revier. Auch bei großen Schlangen und Krokodilen ist besondere Vorsicht nötig. Manche Arbeiten erledigen mindestens zwei Tierpfleger gemeinsam, damit im Notfall jemand helfen kann. „Bei potenziell gefährlichen Tieren muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Pötzlberger. Beim Verlassen werden alle Anlagen versperrt – auch jene mit ungefährlichen Tieren. So können weder Tiere entkommen noch Besucher hineingehen.
Wenig Streicheln, viel körperliche Arbeit
Obwohl Pötzlberger viel Zeit in den Anlagen verbringt, berührt sie die Tiere nur selten. Wildtiere suchen selten die Nähe von Menschen. Bei manchen wäre direkter Kontakt auch gefährlich. Zum Alltag gehören dafür schwere Scheibtruhen, Heu- und Strohballen sowie Futtersäcke. „Der Job ist auf jeden Fall körperlich sehr herausfordernd und nicht zu unterschätzen!“, sagt die Linzerin. Und auch emotional kann die Arbeit belasten. Wird ein Tier krank, leidet man mit. Stirbt ein Tier, trifft das die Pfleger oft ähnlich wie der Verlust eines eigenen Haustiers.
Eine Karotte als Vertrauensbeweis
Besondere Begegnungen machen die Mühen für Pötzlberger wett. „Besonders schön ist, wenn man merkt, dass man das Vertrauen der Tiere gewonnen hat.“ Ein solcher Moment war die Begegnung mit dem Roten Panda Pim. Das sonst eher zurückhaltende Tier kam auf sie zu, stellte sich auf die Hinterbeine und nahm ein Stück Karotte aus ihrer Hand. „Das hat mich in meiner Arbeit wirklich bestätigt“, sagt die Tierpflegerin.
Tierliebe allein reicht nicht
Wer Tierpfleger werden möchte, sollte den Beruf aus ihrer Sicht nicht romantisieren. Tierliebe allein reiche nicht. Man müsse auch die schwere Arbeit übernehmen wollen. „Will man nur Füttern, Streicheln und Kuscheln, ist man im Beruf als Zootierpfleger falsch.“ Für Pötzlberger ist es ein wunderbarer und abwechslungsreicher Beruf, in dem die Tiere sie jeden Tag in ihrer Entscheidung bestärken.
Traumberuf Tierpfleger kennenlernen
Der Zoo Linz bietet regelmäßig Workshops wie „Ein Tag Tierpfleger“ für interessierte Kinder und Jugendliche an. Dabei lernen sie den Alltag der Tierpfleger kennen, blicken hinter die Kulissen und dürfen selbst mithelfen. Informationen zu Terminen, Altersgruppen und Anmeldung gibt es unter: zoo-linz.at








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