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LINZ. War früher Alkohol am Arbeitsplatz ein gängiges Problem, sind es jetzt oft leistungssteigernde Medikamente, die missbraucht werden. Prävention ist essenziell.

Bei Sucht am Arbeitsplatz gilt es nicht wegzusehen, so Experte Reinhard Haller.Foto: Vitali Michkou/Shutterstock.com

Die genauen Ursachen von Sucht sind nach wie vor nicht geklärt. „Wir können nur Risikofaktoren aufzeigen“, so Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller. Ein wesentlicher Risikofaktor ist dabei Stress – im Privaten wie in der Arbeit. Überlange Arbeitszeiten, Stress, Angst vor Jobverlust oder steigender Leistungsdruck können die Entwicklung von Süchten dementsprechend begünstigen oder bestehende Süchte verstärken.

Risikofaktor Stress

Laut Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich fühlen sich Beschäftigte besonders durch Zeitdruck belastet. Der Missbrauch von leistungssteigernden Medikamenten wird dadurch begünstigt. „Wir gehen davon aus, dass in Betrieben jeder 20. ein Suchtproblem hat. Sucht ist immer vorhanden.“ Besonders gefährdet sind Führungskräfte und Arbeitnehmer, die unter hohem Druck stehen und Arbeitnehmer mit wenig Freiheiten wie zum Beispiel bei Schichtarbeit.

Prävention essentiell

Entlastende Maßnahmen und ein wertschätzendes Umfeld helfen maßgeblich bei der Prävention. „Wir sollten eine Wertschätzungskultur entwickeln. Jeder will Lob.“ Zudem empfiehlt der Expert, wenn man bei sich selbst riskantes Verhalten bemerkt, Pausen einzulegen: „Das ist wie ein Eisenbahnwagen: Wenn ich in immer anschiebe, dann wird er irgendwann alleine dahin donnern. Wenn ich immer wieder einen Halt einlege, dann kommt es nicht so weit.“

Hinsehen und ansprechen

Besonders wichtig ist zudem eine Sensibilisierung in Betrieben. „Als Mitmensch tut man sich ausgesprochen schwer ein Suchtproblem anzusprechen“, weiß Haller jedoch auch. Hier helfe eine einheitliche Sprache. „Wir raten unseren Betriebsräten nicht wegzuschauen“, so AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer.


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