Arbeitsplatz: Sucht-Risikofaktor Stress

Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 25.06.2019 17:01 Uhr

LINZ. War früher Alkohol am Arbeitsplatz ein gängiges Problem, sind es jetzt oft leistungssteigernde Medikamente, die missbraucht werden. Prävention ist essenziell.

Die genauen Ursachen von Sucht sind nach wie vor nicht geklärt. „Wir können nur Risikofaktoren aufzeigen“, so Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller. Ein wesentlicher Risikofaktor ist dabei Stress – im Privaten wie in der Arbeit. Überlange Arbeitszeiten, Stress, Angst vor Jobverlust oder steigender Leistungsdruck können die Entwicklung von Süchten dementsprechend begünstigen oder bestehende Süchte verstärken.

Risikofaktor Stress

Laut Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich fühlen sich Beschäftigte besonders durch Zeitdruck belastet. Der Missbrauch von leistungssteigernden Medikamenten wird dadurch begünstigt. „Wir gehen davon aus, dass in Betrieben jeder 20. ein Suchtproblem hat. Sucht ist immer vorhanden.“ Besonders gefährdet sind Führungskräfte und Arbeitnehmer, die unter hohem Druck stehen und Arbeitnehmer mit wenig Freiheiten wie zum Beispiel bei Schichtarbeit.

Prävention essentiell

Entlastende Maßnahmen und ein wertschätzendes Umfeld helfen maßgeblich bei der Prävention. „Wir sollten eine Wertschätzungskultur entwickeln. Jeder will Lob.“ Zudem empfiehlt der Expert, wenn man bei sich selbst riskantes Verhalten bemerkt, Pausen einzulegen: „Das ist wie ein Eisenbahnwagen: Wenn ich in immer anschiebe, dann wird er irgendwann alleine dahin donnern. Wenn ich immer wieder einen Halt einlege, dann kommt es nicht so weit.“

Hinsehen und ansprechen

Besonders wichtig ist zudem eine Sensibilisierung in Betrieben. „Als Mitmensch tut man sich ausgesprochen schwer ein Suchtproblem anzusprechen“, weiß Haller jedoch auch. Hier helfe eine einheitliche Sprache. „Wir raten unseren Betriebsräten nicht wegzuschauen“, so AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer.

 

 

 

 

Artikel weiterempfehlen:


Mehr zu diesem Thema:

Kommentar verfassen



Holi Festival kommt letztmals nach Linz

LINZ. Seit sechs Jahren tourt das „Holi Festival der Farben“ durch Europa – nach vielen ausverkauften Shows in den Hauptstädten Österreichs kommt das farbenfrohe Spektakel am Samstag, ...

Aggressiver Lokalgast nach Rauferei festgenommen

LINZ. Ein 26-jähriger Iraker wurde am 20. Juli gegen 4 Uhr in einem Linzer Lokal verhaftet, nachdem er im Zuge einer Rauferei einen 24-jährigen Landsmann verletzt hatte.

Nächtlicher Vandalenakt in Linz: öffentliche Toilettanlage durch Böller beschädigt

LINZ. Am 19. Juli kurz vor Mitternacht zündete ein bislang unbekannter Täter einen Böller in einer öffentlichen Toilettanlage.

Schichtarbeiter bei Weltmeisterschaft

LINZ. Seinem bereits dritten Auftritt bei einer Radweltmeisterschaft der Amateure fiebert Mario Kirch entgegen. Nach den Teilnahmen 2015 in Dänemark und drei Jahre später in Italien reist der ...

Wohnungsbrand in Linz fordert drei Verletzte - Brandmelder als Lebensretter

LINZ. Drei Verletzte forderte ein Wohnungsbrand in der Nacht auf heute, 19. Juli, in der Wiener Straße in Linz. Laut Berufsfeuerwehr Linz wurde dabei ein Homerauchmelder zum Lebensretter.

Schreckgespenst Demenz: „Wir sind gefordert, Strukturen aufzubauen“

Derzeit leben in Oberösterreich rund 22.000 Demenzerkrankte. Bis 2050 soll sich auf Basis der demographischen Entwicklung diese Zahl verdoppeln. Um sich auf diesen Anstieg vorzubereiten, informierte ...

Zwiegespräche von Wörtern und Klängen in der Ursulinenkirche

LINZ. Schauspieler Joachim Rathke, Pianistin Eva Hartl und Cellist Andreas Pözlberger sorgen für einen hochkarätigen Abend in der Ursulinenkirche Linz, am Montag, 22. Juli.

Minsk - wenn eine Stadt besucht werden will

OBERÖSTERREICH/MINSK. Mit den Europäischen Spiele in Minsk, wo 3896 Athleten in 200 Medaillenentscheidungen und 23 Disziplinen um den Sieg kämpften, wollte sich die weißrussische ...