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OBERÖSTERREICH. Wie unsere Arbeitswelt in der Zukunft aussehen wird, dazu gibt es von Experten unzählige Prognosen. In kaum einem anderen Bereich verbreitet die digitale Transformation so viel Unsicherheit wie in der Arbeitswelt. Dabei seien Schreckensszenarien nicht angebracht, wie das Zukunftsforum Arbeitsmarkt der oö. Standortagentur Business Upper Austria in Linz zeigte. 

Innovations- und Digitalexperte Thomas R. Köhler: „Die Berufsbilder ändern sich durch Digitalisierung, Routinetätigkeiten fallen weg – über alle Berufsgruppen. Die Arbeit der Zukunft ist selbstbestimmt, ortsunabhängig und leistungsorientiert.“ Foto: Business Upper Austria/Alfred Reiter

Der deutsche Innovations- und Digitalexperte Thomas R. Köhler mahnte vor mehr als 200 Gästen aber auch von den Arbeitnehmern, Unternehmen und Politik ein, sich immer wieder rasch an die geänderten Anforderungen anzupassen. „Das viel zitierte lebenslange Lernen wird spätestens jetzt dringend notwendig“, so Köhler.

Wie diese Anpassung an die geänderten Rahmenbedingungen konkret aussehen kann, wurde am Podium von Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck, Wirtschaftsreferent LH-Stv. Michael Strugl, Unternehmer Franz Ömer (bet-at-home.com AG) und AMS-OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer mit Innovations- und Digitalexperte Thomas R. Köhler diskutiert. Weitgehend einig war man sich darin, dass uns künftig eher nicht die Arbeit, sondern die qualifizierten Fachkräfte ausgehen werden.

In der IT-Branche fehlen die Fachkräfte

Franz Ömer, dessen Unternehmen alleine am Standort Linz 300 Mitarbeiter beschäftigt: „Wir haben in Oberösterreich jedes Jahr gut 800 Absolventen mit IT-Ausbildung. Das ist viel zu wenig, wir müssen den jungen Menschen IT noch schmackhafter machen. Man hat ja praktisch eine Arbeitsplatzgarantie mit so einer Ausbildung.“ Aber auch die Attraktivität des Standortes dürfe nicht leiden, etwa bei Steuern und Arbeitszeit. 

Wirtschafts-Landesrat Strugl betonte: „Wir müssen an beiden Enden ansetzen: Mehr junge Menschen in IT-Berufen ausbilden, aber auch den bestehenden Beschäftigten in den Unternehmen digitale Fertigkeiten vermitteln.“ Aktuell seien etwa bereits 60 Unternehmen im „Qualifizierungsverbund Digitale Kompetenz“ dabei, wo genau das passiere. Zudem werde man um eine gelenkte Zuwanderung für spezielle Berufe und Qualifikationen nicht herumkommen. „Der Fachkräftemangel ist jetzt schon eine reale Wachstumsbremse.“

Wirtschaftsministerin Schramböck: „Österreich muss in digitale Kompetenzen investieren“ 

AMS-Chef Gerhard Straßer teilte diese Einschätzung: „Die Menschen müssen auf allen Qualifizierungsebenen digital fit sein, das gilt nicht nur für Höherqualifizierte. Auch Verkäufer, Logistiker, brauchen diese Fertigkeiten.“ Ministerin Margarethe Schramböck, die Wirtschaft und Digitales verantwortet, bekannte sich dazu, dass der Standort Österreich in digitale Kompetenzen investieren muss. „Dafür bringt die Digitalisierung auch Arbeitsplätze nach Europa zurück – nicht nur in der Forschung, auch in der Produktion“, so Schramböck.


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