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Zur Arbeit fliegen statt im Stau zu stehen - das könnte bald zur Realität werden

Olga Streicher, 22.11.2018 10:08

OÖ/CHINA. Der führende österreichische Aerospace-Konzern FACC mit Sitz in Ried im Innkreis ist mit EHang, einem chinesischen Technologieunternehmen für autonomes Fliegen, eine strategische Partnerschaft eingegangen. Gemeinsam möchten sie autonome Luftfahrzeuge (Autonomous Aerial Vehicles, AAV) optimieren und zur Serienreife bringen. Darüber hinaus werden gemeinsam Lösungen für den individuellen Luftverkehr der Zukunft weiterentwickelt und neue Technologien und Konzepte für AAVs erforscht. Anfang November unterzeichneten die beiden Unternehmen ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft.  

Gemeinsam arbeiten FACC und EHang unter anderem am Modell 216. (Foto: EHang/FACC)
  1 / 4   Gemeinsam arbeiten FACC und EHang unter anderem am Modell 216. (Foto: EHang/FACC)

„Als Technologiepartner der weltweiten Aerospace-Industrie verfügt FACC über ein breites Spektrum an Systemkompetenz – von Forschung, Design, Entwicklung über Zertifizierung und globale Fertigung bis hin zur Wartung von Hightech-Produkten“, so Robert Machtlinger, CEO von FACC.

Gemeinsame Partnerschaft

EHang mit Sitz in Guangzhou (China) ist ein chinesisches Technologieunternehmen für autonomes Fliegen. Mit dem EHang 184 wurde das erste autonome Luftfahrzeug der Welt 2016 auf der International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas (USA) präsentiert. „Wir bieten weltbeste und zukunftsweisende Produkte und Lösungen für die Urban Air Mobility. Die Partnerschaft mit FACC unterstützt uns massiv bei der Umsetzung unserer Lösungen sowie der Produktion und Zertifizierung des Ehang AAVs . Gemeinsam mit FACC werden wir diese Technologien weltweit nutzbar machen“, betont Hu Huazhi, Gründer und CEO von EHang. 

Optimale Synergien geschaffen

Im Rahmen der strategischen Partnerschaft bringen FACC und EHang ihre jeweiligen Ressourcen und Netzwerke ein und schaffen damit optimale Synergien, um bestehende als auch zukünftige Konzepte, Technologien und Lösungen im Bereich Urban Air Mobility gemeinsam voranzutreiben. EHang tritt dabei als Erfinder und Experte für alle Fragen rund um das autonome Fliegen auf, FACC unterstützt im Bereich Hightech-Hardware mit Entwicklung, Zertifizierung, Produktion und weltweitem Aftermarket-Service. 

Zur Umsetzbarkeit der Mobilitätslösungen im Luftraum werden FACC und EHang eng mit Industriepartnern, Politik und Luftfahrtbehörden zusammenarbeiten. Zudem ist vorgesehen, in Abstimmung mit Behörden die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen und Regularien für den individuellen Luftverkehr und in weiterer Folge die Schaffung eines Testfeldes in Österreich zu forcieren.

Urban Air Mobility: Mit dem Lufttaxi zur Arbeit

Die Bevölkerung in den Städten der Welt nimmt rasant zu. Bis zum Jahr 2030 wird mit 5,2 Milliarden rund eine Milliarde Menschen mehr in urbanen Regionen leben als heute. Der Anteil der Stadtbewohner wird dann bei 60 Prozent der Weltbevölkerung liegen, was dazu führen wird, dass Menschen tagtäglich von Staus auf den Straßen betroffen sein werden. Flugtaxis sollen dabei helfen, unter Nutzung des Luftraums als „3. Dimension“ die Verkehrsprobleme der Städte zu lösen. Neu entwickelte, umweltfreundliche Elektroantriebe, leistungsstarke Batterien mit kurzen Ladezeiten, minimaler Platzbedarf für Start- und Landeplätze, schnelle Computer und Big Data schaffen die nötigen Voraussetzungen, um „Urban Air Mobility“, also Luftmobilitätskonzepte innerhalb und zwischen Städten, praktisch in Angriff zu nehmen. Neben dem Transport von Personen oder Gütern bieten autonome Fluggeräte zahlreiche andere Einsatzmöglichkeiten wie etwa Flüge zum Transport dringender Notfallgüter oder für risikoreiche Einsätze aus der Luft bei Umweltkatastrophen. Das Marktpotential ist sehr vielversprechend: Laut einer Studie von Roland Berger besteht in den nächsten Jahren ein Bedarf von Lufttaxis im Wert von 32 Milliarden Euro. „Zur Arbeit fliegen statt im Stau zu stehen - was heute in Teilen Asiens schon Realität ist, wollen wir auch im Rest der Welt möglich machen“, so Robert Machtlinger und Hu Huazhi unisono.


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