Mobilitätspaket: Land OÖ und Asfinag plädieren für Linzer Ostumfahrung

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Laura Voggeneder Online Redaktion, 02.12.2019 14:50 Uhr

OÖ. Mehr Kapazitäten, neue Strecken, zusätzliche Umstiegsmöglichkeiten: In einem Mobilitätspaket haben Land Oberösterreich und Asfinag Straßenprojekte für die nächsten zehn Jahre fixiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Stadt Linz und dem Zentralraum. Landeshauptmann Thomas Stelzer, Verkehrslandesrat Günther Steinkellner und Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl plädierten bei der Präsentation des Mobilitätspakets für die Linzer Osttangente.

Thomas Stelzer appellierte bei der Pressekonferenz zum Mobilitätspaket an die zukünftige Bundesregierung - wie auch immer diese aussehen möge: „Die Osttangente muss in die Prioritätenliste des Bundesstraßengesetzes aufgenommen werden.“ Hintergrund für diesen Appell ist der Fortschritt der Arbeiten an der S10 im Nachbarland Tschechien. Damit sei zu erwarten, dass der Güterverkehr der Nord-Süd-Achse von Berlin über Dresden und die Tschechische Republik stark zunimmt und durch Linz durch muss. „Damit ist die Osttangente für den Großraum Linz unumgänglich“, sagt auch Landesrat Günther Steinkellner.

Grenzübergreifende Schnellstraße

In den nächsten Jahren soll die Mühlviertler Schnellstraße S10 auch über die Grenze bis nach Tschechien verlaufen. „Die Strecke zwischen Freistadt und Rainbach Nord soll 2025 geschlossen werden, die Bauarbeiten beginnen 2021. Auf Bundesebene werden laufend Gespräche zur Detailplanung zwischen Österreich und Tschechien geführt“, sagt Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl. Zwischen Rainbach und dem Grenzübergang sind noch rund sieben Kilometer Strecke offen. Der Fortschritt hänge auch von den tschechischen Nachbarn ab.

Verkehr nimmt zu

Dass der Zentralraum rund um Linz Entlastung brauche, zeigen die Zahlen. Im Zeitraum von 2008 bis 2018 habe der Verkehr auf der A1 und der A7 in und um Linz um 17 Prozent erhöht. Nur auf der A1 im Linzer Bereich habe der Verkehr von 2014 bis 2018 um 13 Prozent zugenommen, wie Hufnagl erklärt.

Dreispurige A7 wird geprüft

Aufgrund des starken Zuwachses des Verkehrs prüft die Asfinag, ob ein dritter Fahrstreifen in beide Richtungen der A7 in Linz Abhilfe schaffen könnte. Die Umsetzung sei wegen des begrenzten Platzes schwierig, betont Hufnagl. Unklar sei auch, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu machen sei.

Baustart Umfahrung Haid 2021

Im Zuge der durch das Land Oberösterreich geplanten Umfahrung Haid baut die ASFINAG die Autobahn-Anschlussstelle Traun als leistungsfähigen Verkehrsknoten neu – etwas weiter westlich gelegen als derzeit und als direkte Anbindung sowohl an die A1 West- sowie an die A25 Welser Autobahn. Das UVP-Verfahren startet in Kürze, der Baubeginn ist für 2021 geplant.

Bypassbrücken 2020 fertig

Die Arbeiten zur Erweiterung der stark befahrenen Voestbrücke werden im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Diese bekommt zwei zusätzliche Brücken, sogenannte Bypässe. Der Durchzugsverkehr rollt dann unbeeinträchtigt auf der Hauptbrücke. Wer bei der Donau künftig auf die A7 auf- oder abfährt, nutzt dafür eine der beiden Bypassbrücken. Durch die Bypässe sollen 20.000 Pendler auf der A7 täglich entlastet werden. Sobald dann „alle anderen Donaubrücken abgeschlossen sind“, soll die Voestbrücke saniert werde, sagt Günther Steinkellner.

Neuer Halbanschluss Auhof

Zwischen den Anschlussstellen Dornach und Treffling ist die neue Linzer Anschlussstelle Auhof geplant. Die Anbindung erfolgt über die Landesstraßen B125 (Prager Straße) und L1501 (Altenberger Straße). Im Nahbereich der geplanten Halbanschlussstelle befindet sich die JKU, ein großes Schulzentrum sowie der Science Park. Errichtet werden Auf- und Abfahrtsrampen von und nach Linz. Es wird keine Auf- und Abfahrten in Richtung Norden geben. Baustart ist im Herbst 2020, die Fertigstellung soll im Frühjahr 2022 erfolgen.

Donaubrücke in rund drei Jahren befahrbar

Die vierte Linzer Donaubrücke, der erste Abschnitt der A26 Linzer Autobahn, soll 2023 befahrbar sein. Über den Donauufern entstehen jetzt die zwei sogenannten Ankerblöcke. In diesen werden die Stahlseile, die die Brücke tragen, im Fels verankert. Voraussichtlich Ende 2023 wird sie für den Verkehr freigegeben und zieht dann 20.000 Autos pro Tag aus Urfahr und von der Nibelungenbrücke ab. Im Anschluss wird von 2024 bis 2028 die Etappe 2 gebaut: der Tunnel durch den Freinberg bis zum Bahnhof inklusive der Neugestaltung der Waldeggstraße.

Öffis und Ride Sharing

„Es ist kein Gegeneinander von öffentlichem und Individualverkehr“, betont Landesrat Steinkellner. Das Land OÖ investiere so viel Geld wie noch nie in den öffentlichen Verkehr. „Ride Sharing“ sei die Zukunft: „Derzeit sitzen 1,15 Personen in einem Auto. Wären es 1,5 Personen, hätten wir keinen Stau“, veranschaulicht Steinkellner. Ab nächstem Jahr soll eine sogenannte Ride-Sharing-App zur Verfügung stehen, mit der sich Pendler für Fahrgemeinschaften vernetzen können. Aktuell gibt es 2.600 Park-and-Drive-Stellplätze entlang Oberösterreichs Autobahnen.

Innovationen

Die Asfinag will künftig ein intermodales Infoangebot bieten, mit dem der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtert werden soll. Via Sensoren testet die Asfinag derzeit außerdem auf gewissen Strecken die Freigabe von Pannenstreifen für den Verkehr, wenn akut sehr viel los ist auf der Straße. Mögliche Strecken seien jene vom Attersee zur Autobahn. Dort gäb es akute Überlastungen, wenn etwa das Wetter schlagartig schlechter werde und viele Urlauber gleichzeitig abreisen wollen. Die Entscheidung dafür falle in den nächsten Wochen, sagt Hufnagl.

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