TramTrain-Beschaffung: 90 Millionen Euro sollen in Fuhrpark investiert werden
OÖ. Da bei einigen oberösterreichischen Regionalbahnen ein hoher Bedarf bei der Ergänzung, Erneuerung und Modernisierung des Fuhrparks besteht, will das Land OÖ in den kommenden Jahren 90 Millionen Euro investieren.

Zeit für die Pension heißt es bald für einige Triebwägen der Linzer Lokalbahn, der sogenannten „LILO“, und der Lokalbahnen Lambach Vorchdorf-Eggenberg. Sie haben das Ende ihrer technischen Lebensfähigkeit bald erreicht: vier Wägen sind zwischen 65 und 70 Jahren alt. Sie dürfen nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden. 14 weitere Gelenkstriebwägen werden mit 2030 das Ende der Nutzungdauer erreichen.
Mit den 14 Fahrzeugen der LILO, den vier Altfahrzeugen und zwei weiteren notwendigen Fahrzeugen entsteht im Land OÖ in den nächsten Jahren somit ein Bedarf von 20 neuen Fahrzeugen. Dieser erhärtet sich nochmals, wenn das Durchbindungsprojekt Mühlkreisbahn und die Stadtbahn von Linz nach Gallneukirchen/Pregarten schlagend wird. Um dem Bedarf gerecht zu werden, hat das Land OÖ bereits mit dem Beschaffungsvorgang begonnen.
Beschaffungsprozess dauert lange
„Die langen Vorlaufzeiten und der hohe finanzielle Aufwand bei der Beschaffung von Schienenfahrzeugen erfordern einen langfristig angelegten Beschaffungsvorgang. Dabei muss auch das Land OÖ budgetäre Vorsorge für ungewöhnlich lange Zeiträume treffen und für die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen sorgen“, sagt Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.
Während die Beschaffung von Schienenfahrzeug früher meist von Eisenbahnverkehrsunternehmen durchgeführt wurde, geht man in OÖ hier aber jetzt einen anderen Weg: Die Fahrzeuge werden hier von der dafür eingerichteten und zu 100 Prozent landeseigenen Schiene OÖ GmbH beschafft.
Kooperation mit deutschen Regionen
Um die Kosten bei der Beschaffung zu senken, arbeitet das Land Oberösterreich mit Kommunen aus Deutschland zusammen. Fünf deutsche Regionen sind dort Teil des sogenannten „Projekt VDV TramTrain“, dem sich nicht nur das Land ob der Enns, sondern auch das Land Salzburg angeschlossen hat. Möglich ist diese Zusammenarbeit, weil die dort geplanten Fahrzeuge auch für Oberösterreich geeignet sind. „Die Schiene OÖ GmbH konnte sich sehr gut in das Projekt einbringen und das Wissen und Know How zum Nutzen aller Kooperationspartner teilen“, berichtet Herbert Kubasta, Geschäftsführer der Schiene OÖ GmbH.
Da man durch diesen Prozess einen hohen Standardisierungsgrad erreiche und gemeinsame eine hohe Anzahl an Fahrzeugen bestelle, soll sich das auch in den Kosten auswirken. Gerechnet wird mit einer Kostenersparnis von 20 Prozent pro Fahrzeug im Vergleich zu einer Einzelbeschaffung, bei der nur eine geringe Stückzahl bestellt wird. Pro Fahrzeug seien das zirka 4,5 Millionen Euro.
In der Summe soll der Beschaffungswert der vom Land OÖ fix bestellten Wägen dann auf 90 Millionen Euro kommen. “Durch die gemeinsame Beschaffung können alleine bei der vorgesehenen Erstbeschaffung von 20 Stück voraussichtlich um die 25 Millionen Euro eingespart werden, die für andere Vorhaben zur Verfügung stehen“. Bei der Wartung werden voraussichtlich noch einmal 1,6 Millionen Euro pro Jahr eingespart“, sagt Steinkellner.
Ab 2025 im Einsatz
Was den Zeitplan betrifft, sollen die ersten sechs fix bestellten Fahrzeuge in den Jahren 2025 und 2026 eingesetzt werden. Die weiteren fix bestellten Wägen sollen in den Jahren 2028 bis 2030 zum Einsatz kommen.


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