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OÖ-Arbeitsmarkt bleibt stabil, Frauenarbeitslosigkeit aber deutlich gestiegen

Tips LogoKarin Seyringer, 01.09.2026 18:33

OÖ. Die Zahl der Arbeitslosen ist in Oberösterreich im August gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Frauen aus. Gleichzeitig melden die Betriebe mehr offene Stellen, „die Nachfrage der Betriebe zieht an“, so AMS OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent liegt Oberösterreich weiterhin klar unter dem Österreich-Schnitt.

Archivbild - die Arbeitslosenquote betrug im August 2026 in OÖ 5,3 Prozent. (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
Archivbild - die Arbeitslosenquote betrug im August 2026 in OÖ 5,3 Prozent. (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Im August waren in Oberösterreich 39.324 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das sind um 1.532 Personen beziehungsweise 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Besonders deutlich stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen: 19.810 Frauen waren vorgemerkt, um 1.346 beziehungsweise 7,3 Prozent mehr als im August 2025. Bei den Männern fiel der Anstieg mit 1,0 Prozent deutlich geringer aus. Erstmals sind damit auch mehr Frauen als Männer arbeitslos gemeldet.

Mehr offene Stellen gemeldet

Trotz des Anstiegs bleibt die Lage im Bundesländervergleich vergleichsweise günstig. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,3 Prozent. Damit liegt Oberösterreich nach Tirol und Salzburg an dritter Stelle und deutlich unter dem österreichweiten Wert von 7,2 Prozent. Auch die Beschäftigung entwickelte sich leicht positiv: Rund 696.000 Menschen waren unselbstständig beschäftigt, um 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften. Beim AMS waren 20.765 offene Stellen gemeldet. Das entspricht einem Plus von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark wuchs das Stellenangebot in der Arbeitskräfteüberlassung mit plus 29,7 Prozent. Auch in der Warenproduktion gab es um 12,7 Prozent mehr offene Stellen. Rückgänge verzeichneten unter anderem Handel, Gastronomie sowie Gesundheit und Soziales.

„Nachfrage zieht spürbar an“

„Die Nachfrage der Betriebe zieht spürbar an“, erklärt AMS-OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt. Größere Chancen ergeben sich laut AMS derzeit für Menschen mit niedriger Qualifikation sowie für Personen mit technischen Abschlüssen. Gefragt seien unter anderem Arbeitskräfte in Produktion, Bau und handwerklichen Berufen.

Generell bleibe trotz konjunktureller Unsicherheiten der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil, so Schmidt.

Herausforderung Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Eine Herausforderung bleibt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit. 11.560 Personen waren davon betroffen, um 17,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schmidt verweist allerdings auf erste Auswirkungen geänderter Betreuungsstrategien in den vergangenen beiden Monaten. „Zum Beispiel in Steyr, wo der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit 7,7 Prozent unter dem Österreichschnitt lag.“

Auch bei den Lehrstellen zeigt sich ein gemischtes Bild: 1.396 Lehrstellensuchenden standen insgesamt 2.532 gemeldete offene Lehrstellen gegenüber. Davon waren 1.109 sofort verfügbar.

„Standort verfügt über Substanz, darauf aber nicht ausruhen“

Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) sehen einen weiterhin herausfordernden Arbeitsmarkt.

LH Stelzer/LR Achleitner: Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd – OÖ mit drittniedrigster Quote „Dass wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage die drittniedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer haben, zeigt, dass unser Standort über eine starke Substanz verfügt. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Entscheidend ist, wieder mehr wirtschaftliche Dynamik und damit mehr Beschäftigung zu schaffen“, so Stelzer.

Achleitner ergänzt: „Wir müssen jetzt mit Qualifizierung und Vermittlung gegensteuern. Gleichzeitig braucht es bessere Rahmenbedingungen für unsere Betriebe, damit wieder mehr investiert wird, Wachstum entsteht und damit auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“

SPÖ und Grüne fordern weitere Maßnahmen

Der Arbeitsmarktsprecher der SPÖ Oberösterreich Hans Karl Schaller warnt vor einem kippenden Lehrstellenmarkt. Erstmals seit Monaten übersteigt die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden jene der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen. „Das ist eine Trendumkehr, die uns beschäftigen muss. Schwarz-Blau schaut seit Monaten zu, wie sich der Lehrstellenmarkt zulasten der Jugend dreht“, so Schaller.

Auch aufgrund der gestiegenen Frauenarbeitslosigkeit werden Maßnahmen gefordert: „Wir brauchen eine echte Lehrlingsoffensive, gezielte Förderungen für Ausbildungsbetriebe, rasche Unterstützung für Jugendliche ohne Platz. Und es braucht ein Maßnahmenpaket gegen die wachsende Frauenarbeitslosigkeit. Wir kennen die Probleme, es gibt Lösungen, setzen wir diese Maßnahmen gemeinsam“, appelliert Schaller.

Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter sieht Frauen und Langzeitarbeitslose im Stich gelassen. „Jeder unserer Versuche, spezielle Initiativen für arbeitssuchende Frauen und Langzeitarbeitslose ins Leben zu rufen, wurde von der schwarz-blauen Koalition vom Tisch gewischt.“ Es müsse auch genau überlegt werden, wie man älteren Arbeitslosen helfen könne. „Ein ‚Weiter wie bisher‘ darf es nicht mehr geben, ansonsten droht einem großen Teil unserer Gesellschaft die Altersarmut“, fordert Huber-Reiter neue Initiativen.


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