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OÖ. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind wieder tausende Kinder in Oberösterreich täglich auf dem Weg zur Schule unterwegs. ÖAMTC und ARBÖ appellieren an Eltern, den Schulweg noch vor dem ersten Schultag gemeinsam mit ihren Kindern zu trainieren.

  1 / 3   Eltern sollten den sicheren Schulweg mit ihren Kindern üben, um Gefahrenstellen zu erkennen und die Sicherheit zu erhöhen. (Foto: ÖAMTC)

Für zahlreiche Kinder beginnt mit dem Schulstart nicht nur ein neuer Lebensabschnitt. Viele nehmen erstmals regelmäßig und zunehmend selbstständig am Straßenverkehr teil. Doch auch ältere Volksschulkinder sollten nach den Ferien die wichtigsten Regeln und mögliche Gefahrenstellen am Schulweg noch einmal auffrischen, empfiehlt der ÖAMTC Oberösterreich.

Wie wichtig die Vorbereitung ist, zeigen die Unfallzahlen. Im Jahr 2025 ereigneten sich laut Statistik Austria in Oberösterreich 102 Schulwegunfälle mit Kindern im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. Das waren um 29 Unfälle beziehungsweise rund 40 Prozent mehr als 2024. Damit lag Oberösterreich im Bundesländervergleich an der Spitze. Österreichweit wurden 537 Schulwegunfälle registriert.

Übersichtliche Route auswählen

„Der Schulweg ist nicht an einem Tag erlernt, sondern es braucht rund sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen am Schulweg auch als solche erkannt werden“, erklärt ARBÖ-Verkehrspsychologin Patricia Prunner. Auch der ÖAMTC setzt auf regelmäßiges Training. Mehrere kurze Übungseinheiten seien sinnvoller als ein einmaliges langes Training.

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern eine möglichst übersichtliche Route mit wenig Verkehr und möglichst wenigen Fahrbahnquerungen auswählen. Ein längerer Weg kann dabei durchaus die bessere Wahl sein, wenn Zebrastreifen, Ampeln, Unter- oder Überführungen für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Kinder haben eingeschränktes Blickfeld 

Besonderes Augenmerk sollte auf unübersichtlichen Stellen liegen. Abbieger bei Ampeln, parkende Fahrzeuge, Hecken, Ein- und Ausfahrten oder Baustellen können für Kinder schwer einzuschätzen sein. Beide Mobilitätsclubs weisen darauf hin, dass Kinder aufgrund ihrer geringeren Körpergröße ein deutlich eingeschränkteres Blickfeld haben als Erwachsene.

Petra Riener, Leiterin der Verkehrssicherheit beim ÖAMTC Oberösterreich, empfiehlt Eltern deshalb, die Strecke bewusst einmal aus der Augenhöhe ihres Kindes zu betrachten. So werde schnell sichtbar, welche Bereiche durch Autos oder andere Hindernisse verdeckt sind.

Auch eine grüne Ampel bedeutet nicht automatisch, dass die Straße gefahrlos überquert werden kann. Kinder sollten lernen, sich vor dem Betreten der Fahrbahn selbst zu vergewissern, dass Fahrzeuge tatsächlich stehen beziehungsweise keine Gefahr besteht.

Unter realistischen Bedingungen trainieren

Geübt werden sollte möglichst zu jener Tageszeit, zu der das Kind später tatsächlich unterwegs sein wird – beispielsweise zwischen sieben und acht Uhr morgens. Ein Training am ruhigen Sonntagnachmittag bilde die tatsächlichen Bedingungen mit Berufsverkehr, parkenden Fahrzeugen und anderen Schulkindern nur unzureichend ab.

Zu Beginn sollten Erwachsene richtiges Verhalten erklären und vorzeigen. Wird das Kind sicherer, kann es selbst die Führung übernehmen und erklären, wo es stehen bleibt, worauf es achtet und welche Stellen besondere Vorsicht erfordern. Dadurch erkennen Eltern rasch, ob die Verkehrsregeln tatsächlich verstanden wurden.

Auch auf unerwartete Situationen sollte vorbereitet werden: Was passiert, wenn eine Baustelle den gewohnten Weg versperrt, ein Lkw die Sicht verdeckt oder der Bus verpasst wird? Kinder sollten lernen, auch in solchen Situationen ruhig und aufmerksam zu bleiben.

Smartphone bleibt in der Schultasche

Ein weiterer gemeinsamer Appell von ÖAMTC und ARBÖ betrifft Ablenkungen. Smartphones haben während des Schulwegs nichts in der Hand verloren. WhatsApp, TikTok, Spiele oder bereits eingehende Hinweistöne können die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr weglenken. Der ÖAMTC empfiehlt daher, das Handy während des gesamten Weges lautlos in Schultasche oder Rucksack aufzubewahren. Auch Kopfhörer sollten möglichst zu Hause bleiben, damit Hupen, Fahrzeuge und andere akustische Warnsignale wahrgenommen werden können.

Gleichzeitig sind Erwachsene gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen. Kinder beobachten das Verhalten von Eltern, Großeltern, Geschwistern und anderen Erwachsenen genau. Wer selbst aufs Handy schaut oder bei Rot über die Straße geht, vermittelt damit ein gegenteiliges Signal zu den zuvor erklärten Verkehrsregeln.

Sichtbarkeit erhöhen und Zeitdruck vermeiden

Der ARBÖ empfiehlt außerdem helle Kleidung sowie reflektierende Elemente, Warnwesten oder Anhänger, damit Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig erkannt werden.

Wichtig ist auch genügend Zeit. Kinder sollten morgens rechtzeitig aufbrechen und auch auf dem Heimweg nicht durch starre Vorgaben unter Druck geraten. Wer sich beeilen muss, achtet weniger auf den Verkehr und trifft leichter riskante Entscheidungen.

Vom täglichen „Elterntaxi“ direkt bis vor den Schuleingang rät der ARBÖ ebenfalls ab. Der zusätzliche Verkehr könne vor Schulen selbst neue Gefahrenstellen schaffen. Bei allen Übungen gilt: Kinder sollen nicht verängstigt oder überfordert werden. Richtiges Verhalten sollte vielmehr gelobt und dadurch gefestigt werden.

Appell an Autofahrer

„Es liegt am Engagement der Eltern, wie gut ihre Sprösslinge auf die Gefahrenmomente auf dem Schulweg vorbereitet werden“, betont der ARBÖ Oberösterreich. Gleichzeitig seien für die Sicherheit der Kinder alle Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

ÖAMTC und ARBÖ appellieren daher insbesondere an Autofahrer, rund um Schulen und Kindergärten mit angepasster Geschwindigkeit, erhöhter Aufmerksamkeit und besonderer Rücksicht unterwegs zu sein. Gerade zum Schulbeginn kann damit jeder einen Beitrag zu einem sicheren Schulweg leisten.


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