315 Millionen Euro für die Bahninfrastruktur

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 27.02.2020 19:23 Uhr

OÖ. Insgesamt 315 Millionen Euro investieren die ÖBB und das Land OÖ 2020 in die oberösterreichische Bahninfrastruktur. Die Investitionsschwerpunkte betreffen die Westbahn, die Pyhrnbahn und die Mattigtalbahn.

„Wir haben ein Oberösterreich ein Streckennetz von 900 Kilometern“, ÖBB-Infrastrukturvorstand Franz Bauer. „Wir schaffen mit unseren umfangreichen Baumaßnahmen die Voraussetzungen für weitere Kapazitätssteigerungen sowohl im Personen,- als auch im Güterverkehr.“ „Wichtig ist hier auch eine Schwerpunktsetzung nicht nur im Großraum Linz, sondern in ganz Oberösterreich“, freut sich Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner. Neben einer Bahnhofsoffensive (mehr unter www.tips.at/n/500225 - Bahnhofsoffensive für Oberösterreich) liegen die Schwerpunkte auch Investitionen in die Westbahn, die Pyhrnbahn und die Mattigtalbahn. Insgesamt investieren die ÖBB und das Land OÖ diese Jahr 315 Millionen Euro - 18 Millionen Euro davon zahlt das Land OÖ.

1,25 Milliarden für Westbahnstrecke

Einer der Schwerpunkte beim Ausbau der Schieneninfrastruktur liegt auf dem viergleisigen Ausbau der Weststrecke. „32 Prozent alle Züge verkehren auf der Weststrecke“, erläutert Bauer. Allerdings macht diese nur zehn Prozent des Schienennetzes aus. „Das ist ein Nadelöhr geworden.“ Der viergleisige Ausbau der Weststrecke zwischen Linz und Wels ist dringend nötig, um Kapazitäten für den steigenden Personen- und Güterverkehr zu schaffen. Dies soll bis 2027 geschehen und insgesamt 1,25 Milliarden Euro kosten - 775,8 Millionen für den Abschnitt Linz-Marchtrenk, 225,9 Millionen für den Abschnitt Marchtrenk – Wels. Für den viergleisigen Ausbau Linz Hauptbahnhof Westseite werden 250,6 Millionen Euro investiert.

Ausbau hat begonnen

Bei dieser ersten Etappe am Linzer Bahnhof haben die Bauarbeiten bereits begonnen. „Der Bau geht zügig voran“, ist Bauer zufrieden. Für den Abschnitt Linz – Marchtrenk liegt seit März 2018 ein Umweltverträglichkeitsprüfungs (UVP)-Bescheid vor. Gegen diesen wurden Einsprüche beim Bundesverwaltungsgericht eingebracht, von dem ein Gerichtsurteil für die nächsten Wochen erwartet wird. Bezüglich der Forderung nach einer abschnittsweisen Einhausung und Tieferlegung der Strecke in Leonding laufen derzeit Gespräche. „Wir sind auch dabei spezielle Berechnungen anzustellen - statische und punkto Kosten.“ Für den Abschnitt Marchtrenk – Wels läuft das UVP-Verfahren seit 2019.

Neue Haltestellen und modernerer Verschiebebahnhof Stadthafen

„Wir würden sofort, wenn wir die Kapazitäten auf der Strecke hätten die S1 verdichten“, so Steinkellner. „Wir sind hier aber an der Kapazitätsgrenze, gerade im Raum Linz-Enns.“ Im Linzer Süden werden zudem weitere Möglichkeiten für Haltestellen geprüft. Eine neue Haltestelle Franckstraße/Lastenstraße soll mit der neuen Stadtbahn kommen. „Wir prüfen auch die Turmstraße und Kleinmünchen.“

In Linz wird zudem noch der Verschiebebahnhof Stadthafen modernisiert. Der Bahnhof ist ein zentraler Güterumschlagplatz im Linzer Industriegebiet. „Wir können derzeit nicht direkt einfahren, weil die Anlage nicht elektrifiziert ist“, erklärt Bauer. Die ÖBB starteten 2019 mit Modernisierungsmaßnahmen, die bis 2022 dauern. Das Investitionsvolumen beträgt 43 Millionen Euro, wobei 11,2 Millionen Euro durch die Linz Service GmbH/Bereich Hafen getragen werden.

Schwerpunkt Pyhrnbahn

Etwa 20 Kilometer der rund 100 Kilometer langen Strecke zwischen Linz und Selzthal wurden bisher zweigleisig ausgebaut. „Jetzt sind wir dran den nächsten Abschnitt zu planen“, so der ÖBB-Infrastrukturvorstand. „Die Pyhrnbahn ist für uns hochrelevant.“ 2020 starten die Planungen für einen weiteren zweigleisigen Ausbau zwischen Hinterstoder und Pießling-Vorderstoder mit einer Länge von rund neun Kilometern. Damit sollen mehr Kapazitäten für den Personen - und Güterverkehr geschaffen werden. Auch Bahnhöfe entlang der Strecke werden modernisiert.

Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner wünscht sich zudem auf der Strecke eine Verbindung von Linz nach Graz, welche im zwei-Stunden-Takt verkehrt.

Mattigtalbahn hat „besondere Dringlichkeit“

Im Abschnitt zwischen Friedburg und Braunau starten voraussichtlich im Herbst die ersten Arbeiten für die Attraktivierung der Mattigtalbahn. „Diese stellt eine besondere Dringlichkeit für uns dar“, betont Steinkellner. Es werden drei elektronische Stellwerke und neue Mittelbahnsteige an den Bahnhöfen Munderfing, Mattighofen und Mauerkirchen errichtet sowie Eisenbahnkreuzungen modernisiert. Bis 2023 soll die Strecke elektrifiziert werden.

 

 

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