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Online Redaktion, 17.02.2021 10:51

OÖ. Das Land OÖ zahlt Mitarbeitern in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen eine Corona-Erschwerniszulage für drei Monate aus. Wiederholt gab es zu den Modalitäten der Auszahlungen von Gewerkschaften und aus den Häusern Kritik. Nun äußern auch die Betriebsratsvorsitzenden vieler Alten- und Pflegeheime in OÖ in einem Offenen Brief Kritik.

Symbolfoto (Foto: Barabasa/Shutterstock.com)
Symbolfoto (Foto: Barabasa/Shutterstock.com)

„Stellvertretend für viele Mitarbeiter in den oö. Alten- und Pflegeheimen“ unterzeichneten 27 Betriebsratsvorsitzende den Offenen Brief, der sich an Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer sowie die Mandatare im Landtag richtet.

Offener Brief mit viel Kritik

Die im Landtag beschlossenen Regelungen zur Erschwerniszulage würde für Irritation, Enttäuschen und Frustration bei den Kollegen in den oö. Alten- und Pflegeheimen sorgen, so im offenen Brief. „Erstens verstehen sie die Tatsache nicht, dass wir in den Pflegeheimen den Bonus nicht erhalten, wenn sie in Schutzausrüstung Bewohner, die in Verdacht stehen, an Corona erkrankt zu sein (z.Bsp. Kontaktpersonen Kat.1), pflegen und betreuen, aber die Kollegen in den Spitälern bekommen diesen Bonus bei gleichen Voraussetzungen schon. Wieso wird hier ein Unterschied gemacht?“, wird gefragt.

Da es zudem in Alten- und Pflegeheimen keine Schleusen oder eigene Isolierstationen gebe, sei bei jeder Pflege oder Betreuungsmaßnahme die Schutzkleidung an- bzw. abgelegt worden. „Da wir außerdem keine Untersuchungen absagen oder Operationen verschieben konnten, sondern mit den schon vorher zu kleinen Ressourcen auskommen mussten, sind alle Pflegepersonen um vieles mehr belastet gewesen, egal ob einzelne Pflegeperson eine Schutzkleidung anlegen musste oder nicht“, in diesem Falle gebühre doch dieser Bonus jedem an diesem Tag arbeitenden Pflegekraft, so die Meinung.

Auch das Argument zur Lohnerhöhung ab Februar im Rahmen des am 1. Februar in Kraft getretenen „OÖ-Pakets für Gesundheits- und Pflegeberufe“ lässt man nicht gelten. „Zirka 80 bis 85 Prozent der Pfleger und Pflegerinnen und Betreuer und Betreuerinnen in den oö. Alten- und Pflegeheimen bekommen keine Lohnerhöhung im Februar“, heißt es in dem Offenen Brief.

Die Betriebsratsvorsitzenden appellieren: „Bitte überdenken und ändern Sie ihre beschlossenen Regeln, da ihre gut gemeinte Bonuszahlung nicht bei den Kollegen ankommt und nur für Ärger, Frustration und Demotivation sorgt!“


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