Politiker/Bürgerinitiativen: Diskussion um Bau der A26 Bahnhofsautobahn
LINZ. In Linz wird derzeit die A26 Autobahn errichtet, die auch als Bahnhofs-, oder Westringautobahn bekannt ist. Während FPOÖ-Politiker von einer „Mobilitätslösung, die mehr als eine Straßenverbindung durch Linz“ sei sprechen, kritisieren die Linzer Grünen sowie Bürgerinitiativen Auswirkungen auf die Natur.

Im Westen der oberösterreichischen Landeshauptstadt entsteht derzeit die A26 Autobahn. Konkret wird aktuell die Donaubrücke gebaut, die Mitte 2024 für den Verkehr freigegeben werden soll. Anschließend sollen der Bau des Freinbergtunnels mit Anschluss Kärntner Straße/Hauptbahnhof und Unterflurstraße Waldeggstraße sowie der Neubau der Westbrücke und die Lückenschließung zur A7 Mühlkreisautobahn folgen. „Mit der A 26 als Westumfahrung von Linz werden Verkehrsströme sinnvoll auf die neue Autobahn verlagert und das städtische Straßennetz damit deutlich entlastet. Bereits durch die Verkehrsfreigabe der neuen A26 Donaubrücke wird eine Verkehrsreduktion der Rudolfstraße und der Nibelungenbrücke um täglich rund 20.000 Fahrzeuge prognostiziert. Durch diese Verlagerungseffekte werden Lärm- und Schadstoffemissionen im Linzer Stadtgebiet deutlich reduziert“, ist der Linzer Vizebürgermeister und Infrastruktur-Referent Markus Hein (FPÖ) überzeugt. Darüber hinaus würden viele Pendler aus dem westlichen Mühlviertel von der neuen Autobahn profitieren.
Lokalaugenschein auf der Baustelle
Hein war kürzlich mit Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr und dem Landtagsabgeordneten Peter Handlos (FPÖ) auf der Baustelle der Autobahn. Dabei habe man sich vom Projektfortschritt überzeugen können. „Die Umsetzung dieser wichtigen Mobilitätsmaßnahme ist mehr als eine Straßenverbindung durch Linz. Gerade durch die Corona-Pandemie erweisen sich Leistungen für eine moderne Infrastruktur als ein wirtschaftlicher Fitmacher, ein Garant für Standortqualität und somit auch Arbeitsplatzsicherheit“, hielt Steinkellner dabei fest.
Kritik: „Viele Bäume werden nicht zu retten sein“
Wenig(er) Freude mit dem Bau der A26 Autobahn haben die Linzer Grünen sowie Bürgerinitiativen wie die Initiative Verkehrswende jetzt!. Sie kritisieren unter anderem hohe Kosten sowie die Auswirkungen auf die Natur im Umfeld des Hauptbahnhofs. Laut der ehemaligen Grünen Gemeinderätin Gerda Lenger sei klar, dass „eine enorme Zahl an Bäumen der Autobahn zum Opfer fallen wird“. „Autobahnen durch die Stadt lösen keine Probleme, sie schaffen viele neue und zerstören Lebensraum. Wir brauchen in der Klimakrise jeden gesunden Baum. Großflächige Baumfällungen sind nicht zu akzeptieren. Diese natürlichen Klimaanlagen werden wir noch schmerzlich vermissen, wenn es um die Kühlung unserer Stadt geht. Schließlich gibt es gerade im Bahnhofsbereich ohnehin zu wenig Grün“, äußert sie in einer Aussendung. In dieser fordert Lenger auch ein Baumschutzgesetz.
Von einem „Angriff auf unsere Gesundheit und Lebensqualität“ durch den Bau der A26 Autobahn sprechen Linzer Bürgerinitiativen wie die Initiative Verkehrswende jetzt und Fridays for Future Linz. Sie gehen wie berichtet am Freitag, 11. Juni, gegen den Neu-, und Ausbau von Autobahnen sowie für Klimaschutz auf die Straße. Darüber hinaus sammelt die Initiative Verkehrswende jetzt Unterschriften für die Einleitung einer Volksbefragung zum Bau der Autobahn. Laut aktuellem Stand soll diese ab 2031 genutzt werden können.


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