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LINZ. Der geplante 64 Meter und 18 Stockwerke hohe neue Firmensitz von Dynatrace an der Mühlkreisautobahn sorgt nach der Präsentation im Gestaltungsbeirat nicht nur für Aufregung bei den Anrainern. LinzPlus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik sieht den geplanten Standort als Fehler und fordert die Einrichtung einer Standortagentur, um neue Unternehmen auch künftig am richtigen Platz anzusiedeln.

Eingezeichnet: Das geplante Hochhaus und Garage (Foto: privat)
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Der stark wachsende IT-Konzern Dynatrace hat sich vor wenigen Jahren gut sichtbar an der Mühlkreisautobahn angesiedelt. Weil die Mitarbeiterzahl explodiert, wollen sie erweitern und ein Hochhaus und eine Garage dazu bauen. „Doch der Eindruck täuscht: der Standort inmitten eines durchmischten Wohn- und Betriebsgebiets ist dafür und für weiteres Wachstum nicht geeignet. Spätestens jetzt, stellt sich der Standort als Fehler heraus“, kritisiert LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik.

Kein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr vor Ort

Potocnik führt weiter aus: „Der Standort ist nicht wirklich geeignet, es gibt keinen leistungsfähigen ÖV, die Grundstücke sind klein, die Zufahrt mit dem PKW ist problematisch, weil sie über schmale Gassen und Wohngebiete führt. Auch die große Garage mit rund 350 Stellplätzen zeigt ja bereits, dass der Standort autoabhängig ist. Dass dort kein guter öffentlicher Verkehr ist, wäre eigentlich schon ein Ausschließungsgrund für die angestrebte, sehr hohe Dichte und Höhe. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass es für dieses Projekt keinerlei städtebauliche Grundlage gibt, die städtebauliche Kommission hat sich mit dem Gebiet nicht beschäftigt oder nur am Rande. Das Projekt bedürfte dementsprechend einer Flächenwidmungsänderung und einer Bebauungsplanänderung. Dutzende Nachbarn wären in einer Form betroffen, die so schlicht und einfach nicht akzeptabel ist.“

Mehrere große Betriebsstandorte in Planung

Potocnik stellt daher die Frage in den Raum: „Wie konnte es so weit kommen, dass ein starkes und intelligentes Unternehmen wie Dynatrace, mit einem super Chef und einem super Produkt, sich da so verrennen kann? Ja redet denn niemand mit denen? Berät die niemand in der Standortsuche? Weil, wie ist es möglich, dass wir in Linz auf der einen Seite an rund 10 großen Büro- und Betriebsstandortprojekten arbeiten, neue Stadtteile entwickeln, wie zum Beispiel die „Trinity Tower“, „Postcity“, ÖBB-Gründe in der Wienerstrasse, die „Tanzenden Türme“, die „Tech Base“, die „Hafenentwicklung“ oder auch die Flächen bei der Kaserne Ebelsberg („Garten Ebel“) und auf der anderen Seite Dynatrace drauf und dran ist, sich ausgerechnet dort, an so einem problematischen Standort regelrecht einzubetonieren?“

„Mit einer Standortagentur wäre sowas nicht passiert“

Dem Stadtentwickler und Politiker schwebt vor, dass Dynatrace und andere Unternehmen in Zukunft nicht zuerst zur Politik laufen, sondern dass der oder die erste Ansprechpartnerin eine Standortagentur ist: „Ich bin überzeugt: Mit so einer Agentur wäre das nicht passiert. Diese Agentur hätte die städtischen Entwicklungen im Überblick, würde selbst Entwicklungen initiieren, vermitteln und aktiv auf die Unternehmen zugehen. Aus diesem Grund appelliere ich, so rasch als möglich so eine Standortagentur auch in Linz einzurichten. Sparen wir uns die Kosten für die Wasserstoffforschung (das ist nicht unsere Aufgabe, sparen wir uns den bizarren Innovationshauptplatz um über eine halbe Million Euro pro Jahr und stecken das Geld doch dort hinein, wo wir wirklich etwas bewirken können und machen wir das, was wirklich städtische Kernaufgabe ist und sich unmittelbar bezahlt macht.“


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